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Paneuropa-Union: Ein klares Bekenntnis zu Europa

Paneuropa-Union : Ein klares Bekenntnis zu Europa

Der Landesverband Saar der Paneuropa-Union (PEU) war zu einer Tagung nach Homburg gekommen.

„Wir sind nur jemand, wenn wir einen gemeinsamen Wirtschaftsraum haben, gemeinsame Handlungsfelder haben, und deswegen können wir nichts Besseres finden, als die Europäische Gemeinschaft.“ Mit diesem Bekenntnis zu Deutschland in Europa beendete die langjährige Europa-Abgeordnete Doris Pack (CDU) ihren über einstündigen Vortrag im Hotel Stadt Homburg. Sie prognostizierte, dass im nächsten Parlament viele Gegner sitzen werden. Deshalb werde ein schwieriges Arbeiten für alle Abgeordnete erwartet. Damit spannte sie bei der Veranstaltung, die unter dem Titel „Erklär uns Europa“ stand, den Bogen zwischen Gefahren und Chancen für die europäische Gemeinschaft.

Pack war auf Einladung des Landesverbandes Saar der Paneuropa-Union (PEU) Deutschlands in die Saarpfalz gekommen. Ein Vierteljahrhundert, von 1989 bis 2014, war die Saarbrückerin als Parlamentarierin der Europäischen Union (EU) unterwegs, hatte zuletzt hauptsächlich in den Balkanstaaten ihre Wirkungsfelder gefunden. Für Bosnien-Herzegowina war Pack ständige Berichterstatterin des EU-Parlaments. Wie die übrigen Abgeordneten habe sie immer im Auftrag gehandelt, die EU stabil zu halten, die bestmöglichen Gesetze zu gestalten und das über die Parteigrenzen hinweg. Als Meilensteine im Bildungsbereich nannte sie das Erasmus-Programm, dessen Ziel es sei, die Zusammenarbeit von Schulen aller Schulstufen und -formen innerhalb der EU sowie die Mobilität von Schülern und Lehrern zu fördern. Weiter sei die Einführung des Europäischen Freiwilligen Dienstes herauszuheben, durch den junge Menschen die Chance erhalten, Kompetenzen zu entwickeln, die eine aktive Beteiligung am gesellschaftlichen Leben und am Aufbau eines neuen Europas ermöglichen.

Doris Pack rief dazu auf, in den Gemeinde-, Stadträten, den Kreistagen, aber auch den Landes- und Bundesparlamenten Europa zu verinnerlichen. „Wir müssen den Menschen eine Chance geben, das Gestell für Europa zu entwickeln, Europa eine Seele geben.“ Volker Oberhausen, saarländischer CDU-Landtagsabgeordneter und Mitglied des Europa-Ausschusses, versprach auch vor dem Hintergrund, dass das Saarland bis Ende 2020 die Präsidentschaft der Großregion innehat, alles daran zu setzen, „dass wir das Thema Europa voranbringen“.

PEU-Landesvorsitzender Christoph Metzger hatte davon gesprochen, dass am 26. Mai die wohl wichtigste Wahl für Europa stattfinden werde, die es jemals gegeben habe. Es sei zu beobachten, dass zu der latenten Europamüdigkeit mittlerweile „im beängstigenden Maße eine Europafeindlichkeit“ gekommen sei. Alarmierend sei die Entwicklung in europäischen Gründerstaaten wie Deutschland, Frankreich und Italien, wo sich mittlerweile Parteien gebildet hätten, die dezidiert Europa bekämpfen wollen. „Ich habe die Befürchtung, dass diese Parteien leider in einem großen Anteil im neuen Europa-Parlament vertreten sein werden“, so Metzger.

Ein europäisches Projekt hatte der rheinland-pfälzische PEU-Vorsitzende, der Zweibrücker Werner Euskirchen, mitgebracht. Er kündigte an, dass am 12. Oktober in der französischen Stadt Lunéville der Vertrag dazu unterschrieben werde, in der eine paneuropäische Straße manifestiert werde. Dies bestätigte Marie Viroux, Beigeordnete der Stadt Lunéville, die erläuterte, dass die „Stanislaus-Route“ von Lunéville über Zweibrücken bis nach Kiew in der Ukraine führen werde. Damit soll das Leben und Wirken des Polen-König Stanislaus Leszczynski herausgehoben werden, der längere Zeit seines Lebens in Lunéville verbrachte und dort 1766 gestorben ist.