Ein großer Preis zum Jubiläum

Heute Abend wird wieder ein Preis an einen Homburger Wissenschaftler verliehen: Dr. Masood Abu-Halima erhält von der Hedwig-Stalter-Stiftung 20 000 Euro. Die Übergabe erfolgt im Rahmen des 30. Geburtstages des Stiftung, der im Homburger Forum gefeiert wird.

Was wäre der Homburger Herbst ohne Forschungspreise? Den Auftakt machten die beiden Zellbiologinnen Laura Schnöder und Lisa Schwind, die vom Verein der Freunde des Universitätsklinikums mit jeweils 5000 Euro ausgezeichnet worden sind.

Es war seit seiner Gründung die 18. Preisvergabe des Vereins, 76 Preisträgerinnen und Preisträger sind seit 1998 mit weit über 400 000 Euro ausgezeichnet worden. Das Preisgeld setzt sich aus den Mitgliedsbeiträgen des Vereins sowie besonderen Spenden einzelner Mitglieder und Nicht-Mitglieder zusammen.

Wie der Vorsitzende des Vereins der Freunde, Sven Lichtschlag-Traut, betonte, gehe es den Mitgliedern vor allem darum, die Forschung zu unterstützen: "Das war auch die Motivation, dass ich gerne den Vorsitz des Vereins der Freunde übernommen habe." Derzeit zählt der Verein 178 Mitglieder. Die Preisverleihungen reißen nicht ab: Am heutigen 3. November veranstaltet die Hedwig-Stalter-Stiftung einen Festakt im Homburger Forum anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Stiftung. "Wir wollten wegen des Jubiläums einen festlicheren Rahmen", betonte Anke Morsch, Staatssekretärin und Vorstandsmitglied der Stiftung. Beginn ist um 17 Uhr im Großen Sitzungssaal.

Im Rahmen der Feierlichkeit wird der mit 20 000 Euro dotierte Stiftungspreis vergeben - an Dr. Masood Abu-Halima, der 1982 in Bengasi (Libyen) geboren wurde. Schon in seinem Studium in Gaza beschäftigte er sich mit Fragestellungen der Genetik, 2012 kam er mit Hilfe eines DAAD-Forschungsstipendiums nach Deutschland, wo er sowohl über die Beschaffenheit männlicher Samenzellen, als auch in der Kinderkardiologie forscht.

In Homburg arbeitet er derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Humangenetik bei Professor Eckart Meese. Es sei "im Sinne der Stifterin, der Kinderärztin Hedwig Stalter", sagte Anke Morsch, "sie wünschte sich, dass insbesondere im Bereich der Erbkrankheiten geforscht werden sollte, denn sie sah sich bei der Behandlung genetischer Defekte oft an den Grenzen der ärztlichen Kunst." Deshalb hatte sie in ihrem Testament verfügt, dass nur Genetiker diesen Preis bekommen sollten. Das, so Morsch, habe nun mal zur Folge, "dass wir nicht jedes Jahr einen Preis verleihen, denn die Forschungsarbeit soll so fundiert sein, dass der Preis gerechtfertigt ist. Und es werden nun mal nicht jedes Jahr außergewöhnliche Ergebnisse in diesem Bereich publiziert."

Bisher seien innerhalb der 30 Jahre nur 15 Preise verliehen worden - dafür aber immer mit beachtlichen Summen. Dass Abu-Halima 20 000 Euro für seine Forschung bekommt, ist nicht nur eine im Bundesvergleich sehr hohe Preissumme, sondern für den Nachwuchsforscher auch ein enormer Ansporn für seine weitere Arbeit in Homburg .

Zum Thema:

 Die Arbeitsgruppe von Professor Eckart Meese (Dritter von rechts) mit dem Preisträger Masood Abu-Halima – er befindet sich in der hintersten Reihe (Zweiter von links). Foto: UKS
Die Arbeitsgruppe von Professor Eckart Meese (Dritter von rechts) mit dem Preisträger Masood Abu-Halima – er befindet sich in der hintersten Reihe (Zweiter von links). Foto: UKS Foto: UKS

Auf einen Blick Die Hedwig-Stalter-Stiftung wurde nach dem Tod der Kinderärztin Dr. Hedwig Stalter 1986 gegründet. Die Besonderheit des Preises ist, dass er nicht ein abgeschlossenes wissenschaftliches Gesamtwerk würdigt, sondern dass mit dem Preisgeld Nachwuchswissenschaftler des Homburger Instituts für Humangenetik unterstützt werden, ihre Forschungsarbeiten weiterzuführen. maa