Ein Chor stimmgewaltige Sänger

Schwarzenacker. Stürmisch gefeiert wurde der Schwarzmeer-Kosaken-Chor für sein Konzert in der protestantischen Christuskirche in Schwarzenacker. Mit klassischen russischen und altslawischen Stücken, aber auch mit russischer Folklore eroberten die stimmgewaltigen Sänger die Herzen der Zuhörer

Schwarzenacker. Stürmisch gefeiert wurde der Schwarzmeer-Kosaken-Chor für sein Konzert in der protestantischen Christuskirche in Schwarzenacker. Mit klassischen russischen und altslawischen Stücken, aber auch mit russischer Folklore eroberten die stimmgewaltigen Sänger die Herzen der Zuhörer. Mehr als einmal war das Publikum so beeindruckt von den Schwarzmeer-Kosaken, dass Bravo-Rufe zu hören waren. Viele Zuhörerinnen und Zuhörer erhoben sich nach fast jedem Lied von ihren Plätzen und feierten das Ensemble im Altarraum. Zu Beginn hatte Peter Orloff, seit Jahrzehnten Mitglied der Schwarzmeer-Kosaken, die Menschen in der fast voll besetzten Christuskirche begrüßt. Orloff hatte bereits als 14-Jähriger mitgesungen und gehört heute zu den tragenden Säulen der Schwarzmeer-Kosaken.Was die Sänger in der Christuskirche boten, war eine herrliche, nur allzu kurze Reise durch Russland, dem Land mit den vielen Spielarten schöner Musik. Den ersten Programmteil hatten die Gäste der klassischen und der geistlichen Musik gewidmet. Als Angel Alexeev die "Cherubim-Hymne" sang, hätte man eine Stecknadel in der Kirche fallen hören. Kraftvoll und mit viel Tiefgang erklang das Vaterunser, später auch das Ave Maria mit Iskander Turiare als Solist. "Ich bete an die Macht der Liebe" ist ein Lied, das jeden Chor mit Stolz und Freude erfüllt. Wenco Simeonov sang es, sachte begleitet vom Chor, mit aller Hingabe. Ein typischer Vertreter russischer Klassik war die Zaren-Hymne, die an längst vergangene Zeiten in St. Petersburg erinnerte. "Auf viele Jahre" heißt übersetzt das Abschlussgebet, mit dem die orthodoxe Liturgie endet. Es brachte feierliche Stimmung in die Christuskirche. Russische Volksweisen und Balladen bestimmten den zweiten Programmteil. Er begann mit dem bei uns bestens bekannten Gefangenenchor aus "Nabucco", den so stimmungsvoll nur geschulte Stimmen wie die der Schwarzmeer-Kosaken singen können. Munter wurde es mit dem "Lied der Wolgaschlepper", und beim Kosaken-Reitermarsch kam das Publikum, das den Rhythmus mitklatschen wollte, beinah nicht mehr mit. Sehr populär ist in Deutschland das "Lied der Abendglocken", das in Schwarzenacker in seiner ursprünglichen Sprache erklang. Kraft und Stimmlage kamen gerade hier besonders eindrucksvoll zur Geltung, und der Applaus wollte kaum mehr enden. Als Solisten glänzten Stefan Arininsky bei der "Legende von den zwölf Räubern", Peter Orloff beim Lied von der Hochzeit der Stenka Rasin. Stürmisch forderte das Publikum Zugaben. Der Chor, der längst fühlte, dass hier der Funke übergesprungen war, erfüllte die Wünsche mit dem heiteren "Die lustigen Hausfrauen", "Kalinka" und noch mehr Volksweisen.