Ein Beruf - viele Möglichkeiten

Einöd. Sie lernen den gleichen Beruf und doch könnte ihr Arbeitstag kaum unterschiedlicher aussehen: Anna Scheller und Sabrina Alff haben sich für den Beruf der Kauffrau im Einzelhandel entschieden und erlernen ihn im Globus-Markt in Homburg-Einöd

Einöd. Sie lernen den gleichen Beruf und doch könnte ihr Arbeitstag kaum unterschiedlicher aussehen: Anna Scheller und Sabrina Alff haben sich für den Beruf der Kauffrau im Einzelhandel entschieden und erlernen ihn im Globus-Markt in Homburg-Einöd. Doch während Anna Scheller in der Abteilung Spiel, Sport und Freizeit ihren beruflichen Erstwohnsitz gefunden hat, hat Sabrina Alff ihre Leidenschaft für die Arbeit an einer der Bedienungstheken entdeckt - bei ihr gibt's jeden Tag frischen Fisch. Die Entscheidung, welcher Lehrling welcher Abteilung zugeordnet wird, trifft die Personalchefin des Hauses, Elisabeth Hoffmann, anhand einer Wunschliste der Azubis. "Während unseres Auswahl- und Einstellungsverfahrens können die Lehrlinge Wünsche hinsichtlich ihres Einsatzbereiches äußern, einschließlich zweier Alternativmöglichkeiten." Sabrina Alffs Weg in die Ausbildung bei Globus führte nach Abschluss der Realschule und einem Abstecher zur Fachoberschule über eine Aushilfstätigkeit beim Handelshaus. "Die Arbeit an der Theke hat mir gleich gefallen und ich hab gemerkt, dass das genau das ist, was ich machen will." Vor allem der direkte Kontakt mit den Kunden liegt ihr am Herzen. Auch für Anna Scheller ging es über mehrere Stationen nach Einöd. "Zuerst habe ich meine mittlere Reife gemacht und danach eine Ausbildung zur Röntgenassistentin am Homburger Universitätsklinikum begonnen." Diese brach sie ab und arbeitete stattdessen fast ein Jahr freitags und samstags an der Kasse des Einöder Globus-Marktes. "Dann hab ich mich dazu entschlossen, mich hier zu bewerben. Auch weil das Team hier einfach klasse war." Gerade der Begriff "Team" steht bei Globus hoch im Kurs. Wer als Bewerber das Auswahlverfahren und den zweistündigen Test bestehen will, der muss in und mit der Gruppe bestehen, für Einzelkämpfer scheint zwischen den Regalen kein Platz. Elisabeth Hoffmann: "Wir prüfen die Kommunikationsfähigkeit, aber auch die Konfliktbereitschaft und die Befähigung, Probleme im Team zu lösen." Schulisch sieht man in Einöd gerne den mittleren Bildungsabschluss, "aber auch Bewerber mit einem guten Hauptschulabschluss haben eine Chance." Bei der Beurteilung der schulischen Leistungen der Bewerber legt Hoffmann Wert auf gute Mathematik- und Deutschkenntnisse. "Ich schaue mir aber auch die reinen Lernfächer an." Diese seien, so Hoffmann, hinsichtlich der Leistungsbereitschaft sehr aussagekräftig. Mit einer Quote von sechs Prozent an der Gesamtbelegschaft steht die Ausbildung bei Globus hoch im Kurs. Und nach der Lehre muss das Lernen noch nicht zu Ende sein: Mit betriebsinternen Schulungen können Anna Scheller und Sabrina Alff manche Sprosse auf der Karriereleiter nach oben klettern - wenn sie wollen.

Der gleiche Beruf mit ganz unterschiedlichen Facetten: Während Anna Scheller (links) als zukünftige Kauffrau im Einzelhandel in der Abteilung Spiel, Sport und Freizeit zu Hause ist, arbeitet Sabrina Alff an der Fischtheke. Fotos: Thorsten Wolf.

HintergrundKaufleute im Einzelhandel informieren und beraten Kunden und verkaufen Waren aller Art. Außerdem arbeiten sie im Einkaufs- und Lagerwesen, übernehmen betriebswirtschaftliche Aufgaben im Personal- und Rechnungswesen und wirken bei der Sortimentsgestaltung sowie bei Marketingaktionen mit. Kaufleute im Einzelhandel arbeiten hauptsächlich in Einzelhandelsgeschäften verschiedener Wirtschaftsbereiche: vom Modehaus über den Supermarkt bis zum Gemüseladen. Auch im Versandhandel oder in großen Tankstellen mit gemischtem Warenangebot sind sie beschäftigt. Darüber hinaus können sie auch in Videotheken oder bei Fahrradverleihern tätig sein. thw/Quelle: Arbeitsagentur