Ein Auftritt mit Witz und Charme

Der Homburger Musikpark feilt fleißig an seinem neuen Image als variable Veranstaltungsstätte. Hochwertige Live-Musik von herausragenden Künstlern gab es dann auch am Samstagabend beim Auftritt von Carrousel, einer französisch-schweizerischen Band.

Der Musikpark Homburg verändert sein Gesicht. Wo noch vor Jahren typische Diskotheken-Atmosphäre herrschte, will die Stadt mit dem Instrument ihrer eigenen Kulturgesellschaft einen veritablen Veranstaltungsort etablieren (wir berichteten). Dafür hat man eine ganze Reihe von Konzerten im Bau an der Entenmühlstraße geplant - nach dem Auftritt der Dire-Straights-Tribute Band "Dire Strats" am 30. September gab es am vergangenen Samstagabend mit der Formation "Carrousel" eine ganz andere Musikfarbe. Carrousel ist eine französisch-schweizerische Band. Sie wurde 2007 von Sophie Burande aus der Auvergne und Léonard Gogniat aus der Romandie gegründet. Charakteristisch für Carrousel ist der Gesang im Duett. Und der konnte sich hören lassen. Was Burande und Gogniat, auch getragen von Mathieu Friz an den Tasten und Thierry Cattin am Schlagzeug, auf der Bühne des Musikparks boten, war eine eindeutige Bereicherung des kulturellen Angebots in der Stadt.

Ein bisschen Chanson, ein bisschen Pop, viel Charme, Witz und eine unglaubliche Musikalität waren die Zutaten für eine Hommage an eine Musik, die sich alleine durch ihre Güte und nicht durch Show oder übertriebene Selbstdarstellung zu definieren weiß.

Im Gepäck hatten Carrousel ihre nunmehr dritte Studio-LP, betitelt mit "L'euphorie". Und euphorisch konnte man an diesem Abend im Musikpark schon ein bisschen werden. Schöne Gesangslinien, gefällige, aber nie billige Melodien, Einfallsreichtum in Noten und eine sich immer wieder ändernde Instrumentierung, gerade bei Sophie Burande, sorgten für Vielfalt - ohne dass Carrousel dabei je Gefahr lief, sich in Beliebigkeit zu verlieren. Kurzum: Der Auftritt der Band war schlicht eine richtig schöne Geschichte und ein Gewinn für Homburg .

Gewonnen hat am Samstag auch der Musikpark Homburg . Zwar strömten nicht die Massen, es wird noch Zeit brauchen, bis sich die ehemalige Discothek einen Ruf als völlig neu gestalteter Veranstaltungsort erarbeitet hat. Was aber am Samstag klar wurde: Hier hat Homburg eine Location, die Potenzial hat. Die Akustik ist bestens belastbar, die Inneneinrichtung so flexibel, dass sie sowohl einem Chansonabend als auch einem Rock-Konzert Heimat bieten kann. Das bewies auch der Samstag, als Achim Müller als Verantwortlicher der stadteigenen Homburger Kulturgesellschaft den Musikpark in Teilen und mit viel Auge ein bisschen in ein kleines, französisches Bistro verwandelt hatte. Und: Die Parkplatz-Situation ist entspannt, der Ort weit genug weg von Wohnbebauung - sich beschwerende Anwohner dürften wohl eher die Ausnahme bleiben.

An anderen Orten wie Saarbrücken mit der seiner Garage, Neunkirchen mit der Stumm'schen Reithalle, Kaiserslautern mit Kammgarn oder auch Wiesbaden mit seinem Schlachthof hat die Konversion von Bestandsgebäuden hin zu nachgefragten Veranstaltungsorten in unterschiedlichen Größenordnungen geklappt.

Man darf also gespannt sein, ob die Stadt den anderen Vorbildern nacheifern kann und sich die nötige Zeit nimmt, um zusätzlich zum Kulturzentrum Saalbau einen weiteren Ort zu schaffen, an dem Kultur - und das bedeutet nicht nur Konzerte - das Bild der Stadt über ihre Grenzen hinaus prägen kann. Immerhin: Geld für den Musikpark hat die Stadt bisher genug ausgegeben, jetzt sollte man diese Investition entwickeln.

Zum Thema:

Auf einen Blick Die nächsten Konzerte im Musikpark Homburg : "Bluescompany" am kommenden Samstag, 22. Oktober, Roachford am 29. Oktober, "Sledgehammer" (Tribute an Peter Gabriel ) am 4. November, "Oysterband" am 27. November, "Tres Hombres" (Tribute an ZZ Top ) am 10. Dezember, Comedy mit Frank Sauer ("Der Weg ist das Holz") am 14. Januar, die Tony McLoughlin Band am 21. Januar und "Space Oddity" (Tribute an David Bowie ) am 11. Februar. Konzertbeginn ist jeweils um 20 Uhr. thw