Edelstahl schützt die Grabplatten

Edelstahl schützt die Grabplatten

2500 Euro hat der Förderverein ausgegeben, um die Grabplatten mittels einer Edelstahl-Konstruktion vor Regenwasser-Einfluss zu schützen. Derzeit sucht man einen Finanzier für notwendige Pflegearbeiten an der Klosterruine Wörschweiler.

An der Wörschweiler Klosterruine tut sich was: Gestern stellte Ortsvorsteher Reinhold Nesselberger (SPD ), gleichzeitig auch Vorstandsmitglied im Förderverein der Klosterruine, neue Edelstahl-Abdeckungen über den aufwendig restaurierten Grabplatten vor. Mit einem Finanzaufwand von rund 2500 Euro sollen die historischen Rückblicke auf die Geschichte des Klosterberges so vor Witterungseinflüssen geschützt werden. "Wir wollen verhindern, dass sich Regenwasser hinter den Grabplatten sammelt und diese so beschädigt", erläuterte Nesselberger gestern Morgen.

Der Ortsvorsteher ordnete die neuerliche Weiterentwicklung in einen größeren Kontext von noch anstehenden Arbeiten auf dem Klosterberg ein. Die sollen sich vor allem um das Nerother Haus drehen. "Wir werden in Kürze das große Fenster an der Vorderfront wieder durch ein Holztor ersetzen, so wie es ursprünglich war. Zusätzlich wollen wir auch das Haus komplett streichen." Ob Letzteres noch in diesem Jahr geschehe, stehe noch nicht fest. Alle diese Maßnahmen seien mit dem Landeskonservator abgestimmt und vom Förderverein der Klosterruine Wörschweiler finanziert.

Also alles im grünen Bereich hoch ober auf Wörschweilers Wahrzeichen? Für Reinhold Nesselberger fast ein bisschen zu grün. Denn der Rasen, der die Überreste des Klosters so malerisch umgibt, benötige dringend mal einen Schnitt. Doch die Antwort auf die Frage, wer für diese und andere Pflegearbeiten zuständig ist, brachte den Ortsvorsteher gestern einigermaßen in Rage. Bislang sei die kreiseigene Beschäftigungsgesellschaft Aquis aktiv gewesen und habe sich um die Pflege der Anlage mit gekümmert. Diese Kräfte seien aber zwischenzeitlich auf dem Klosterberg nicht mehr im Einsatz. "Man sieht ja deutlich, dass die Pflegearbeiten, die im vergangenen Jahr noch ganz hervorragend geklappt haben, in diesem Jahr nicht mehr funktionieren. Uns fehlt da einfach die Unterstützung von Seiten des Saarpfalz-Kreises." Die einzige Möglichkeit sei also der Einsatz von ehrenamtlichen Kräften aus dem Kreis des Vereins. "Geräte dafür hätten wir schon. Aber die Mitglieder unseres Vereins sind zu einem Großteil ja noch berufstätig. Und da wird es zeitlich schwierig."

Nicht nur zwischen den Zeilen schwang bei Reinhold Nesselberger auch einige Enttäuschung darüber mit, wie die Klosterruine wahrgenommen werde. "Das genau ist das Problem. Wenn ich sehe, was von Reinheim bis Kirkel passiert und wie sich der Kreis hier engagiert, steht das in keinem Verhältnis." Dabei sei der Kreis mit der Stadt und der Familie Lillier Träger der Stiftung.

Von Seiten des Kreises hieß es dazu gestern auf Nachfrage unserer Zeitung: "Generell wurden noch nie routinemäßige Pflegearbeiten im Rahmen der Arbeitsgelegenheiten nach dem zweiten Sozialgesetzbuch durchgeführt. Möglich und durchgeführt wurden an der Klosterruine Arbeiten am Sandsteinmauerwerk." Für die Zukunft sieht man in der Kreisverwaltung die Stadt in der Pflicht: "Grundsätzlich ist dies eine Aufgabe der Kommunen. Der Saarpfalz-Kreis ist hier der falsche Ansprechpartner." Als Option schlug man vor, seitens der Stadt Arbeitssuchende aus dem Bereich des Jobcenters mit einem Lohnkostenzuschuss von maximal 75 Prozent zu gewinnen - wie schon für den Schlossberg und die Innenstadt geschehen.

Zum Thema:

Auf einen Blick Die Abtei wurde 1131 von Graf Friedrich I. von Saarwerden und seiner Gemahlin Gertrud an der Stelle einer römischen Anlage "Gloria Romanorum" als Benediktinerkloster gegründet und von Mönchen aus Kloster Hornbach besiedelt, aber im Jahr 1171 von dem Zisterzienserkloster Villers-Bettnach übernommen. Im Jahr 1558 wurde das Kloster durch den evangelisch gewordenen Herzog von Pfalz-Zweibrücken aufgehoben. Im Jahr 1614 wurde die Anlage infolge eines Unglücksfalls bei einem Brand zerstört. red