Industriegebiet Zunderbaum in Homburg/Kirkel: Druck steigt für Öffnung der Notzufahrt

Industriegebiet Zunderbaum in Homburg/Kirkel : Druck steigt für Öffnung der Notzufahrt

Die „Hintertür“ zum Zunderbaum öffnen - für Homburgs Bürgermeister Michael Forster ist das schon in Kürze unabdingbar, wie er beim CDU-Neujahrsempfang betonte. Wenn die B 423 im Sommer voll gesperrt wird, gibt es auf jeden Fall eine Änderung.

Die seit Jahren diskutierte Öffnung der Notzufahrt am Zunderbaum rückte bei den Neujahrsempfängen in Homburg einmal mehr in den Fokus. Homburgs Bürgermeister Michael Forster (CDU) thematisierte sie beim Neujahrsempfang der CDU-Stadtratsfraktion am Samstag: „An der Öffnung der Zufahrtsstraße zum Zunderbaum geht kein Weg vorbei – gerade auch vor dem Hintergrund, dass in diesem Jahr mit der Erschließung des Industrie- und Gewerbegebietes Erdbeerland begonnen werden soll.“ Er sei sich sicher, dass es keine Verkehrsströme in Richtung Altstadt geben werde, da die Fahrzeuge ja in die andere Richtung gelenkt würden.

Forster sähe die Notzufahrt also gerne geöffnet. Schließlich liegen rund zwei Drittel der Fläche des bisherigen Zunderbaum-Geländes auf Kirkeler Gemarkung, nur rund ein Drittel auf Homburger. Entsprechend verteilen sich die Gewerbesteuereinnahmen. Allerdings werden 100 Prozent des Verkehrs für dieses Areal auf Homburger Gebiet abgewickelt. Forster wollte dager mit den Verantwortlichen sprechen. Doch Kirkels Bürgermeister Frank John (SPD) beharrt auf dem Status quo (wir berichteten).

Und da der in einem städtebaulichen Vertrag geregelt ist, macht auch die Saarland-Bau-und-Boden-GmbH  wenig Hoffnung auf eine Lösung, die nicht zwischen Homburg und Kirkel am Verhandlungstisch zustande kommt. Die SBB hatte das Gelände damals in ein Industrie- und Gewerbegebiet umgebaut. Sie ist Vertragspartner mit den beiden Gebietskörperschaften in Sachen Notzufahrt. SBB-Geschäftsführer Thomas Schuck erinnert, der Vertrag sei damals zustande gekommen, weil das Gebiet zwei Gemeindegrenzen überschreite. „Für uns war bei der Entwicklung entscheidend, dass es bei dieser großen Fläche eine Notzufahrt gibt, falls in der Hauptzufahrt zum Beispiel ein Laster quersteht“, so Schuck. Aus damaligen verkehrlichen Gutachten habe sich ergeben, dass die B 423 in der Lage ist, den Verkehr aus dem Industriegebiet Zunderbaum aufzunehmen, wenn dort die Ampelanlage umgebaut und eine Abbiegespur errichtet wird. Beides geschah. Für die SBB sei das Thema Notzufahrt erledigt gewesen, als man den Öffner für die Schrankenanlage vertragsgemäß an die Gemeinde Kirkel abgegeben habe.

Was das Problem verstärkt: Es sollte eigentlich eine zweite Zufahrt von der B 423 her geben – zum 2. Abschnitt Zunderbaum. Der wurde aber nie realisiert, weil sich keine Interessenten fanden. Laut Stadt ist das Land zwar hier in Verhandlungen mit Firmen. Zum Stand der Dinge konnte das Innenministerium, bei dem das hier eingebundene Liegenschaftsreferat angesiedelt ist, gestern keine Rückmeldung geben.

In jedem Fall droht bald eine Verschärfung der Situation, wenn infolge der „Drittes Ohr“-Bauarbeiten im Sommer die B 423 teils voll gesperrt wird. Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) hat hier vorgesorgt und ersetzt im Frühjahr die bestehende Schranke durch eine elektrische. Rettungsdienste sollen die Notstraße dann bei Einsätzen nutzen können.

Spätestens 2017 hatte man in Homburg realisiert, dass der Abschluss des städtebaulichen Vertrages mit Kirkel wohl keine gute Idee war. Die CDU hatte damals einen Antrag im Stadtrat eingebracht und der Stadtrat danach gefordert, dass Kirkel die Notzufahrt öffnen soll. Hauptargument war, dass so der Schwerlastverkehr über die dann reguläre Zufahrt auf Kirkeler Seite direkt zum Autobahnanschluss Homburg/Bexbach gelangen könnte. Homburgs damaliger OB Rüdiger Schneidewind unterstützte den Vorstoß, erklärte aber, dass man ohne Zustimmung des Kirkeler Gemeinderats an dem Vertrag nicht würde rütteln können.