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Urlaub daheim in Kirkel: Dörfliche Schönheiten bei Nacht

Urlaub daheim in Kirkel : Dörfliche Schönheiten bei Nacht

Ein weiterer Teil unserer Serie „Urlaub dehemm“: Was wäre ein Sommer ohne einen schönen Abendspaziergang? In Italien gehört die abendliche Passeggiata zur Kultur. Warum sollte man das nicht auch mal bei uns ausprobieren?

Ein besonderer Blick vom Schlossberg: Von hier hat man einen großartigen Überblick über das nächtliche Homburg. Foto: Thorsten Wolf
In den Nachtstunden zeigt die Kirkeler Burg ganz beeindruckende Perspektiven und wird ihrem Stellenwert als Wahrzeichen der Gemeinde ohne Mühe gerecht, ein lohnendes Ziel für einen abendlichen Ausflug. Foto: Thorsten Wolf

Was wäre ein Sommer ohne einen schönen Abendspaziergang? Aber warum nicht auch mal eine richtige Tour in den Stunden nach Sonnenuntergang machen? Ganz einfach mal so richtig die Stiefel schnüren und sich auf den Weg machen, die Sehenswürdigkeiten unserer Heimat im Glanz der Nacht zu erkunden. Ziele gibt es in Homburg, Bexbach und Kirkel nun wahrlich genug. Dabei natürlich fast schon ein Muss und ein guter Startpunkt: Der Homburger Schlossberg, am besten erklommen durch die Altstadt. Durch die teils verwinkelten Gassen, die gerade in der Dunkelheit mit ihrer Beleuchtung ein Bild zwischen Romantik und Vergangenheit abgeben, geht es hinauf aufs „Dach“, von dort hat man, gerade wenn jetzt die Nächte sommerlich klar sind, einen wunderbaren Blick über die Stadt, die in einem kleinen Lichtermeer unter den eigenen Füßen funkelt. Ohne Zweifel, die Nacht verändert die Dinge, künstliches Licht betont das eine, Schatten und Dunkelheit das andere. Ob der englische Historiker Henry Thomas Buckle nun die reale Welt oder doch mehr philosophisch-geschichtliche Hintergründe für seinen Satz „Die das Dunkel nicht fühlen, werden sich nie nach dem Lichte umsehen“ hatte, ist nicht überliefert. Aber ganz gleich: Wer sich dem Dunkel auf einer kleinen Nachtwanderung hingibt, der wird im Licht die Welt anders sehen. Das Auf und Ab auf dem Homburger Schlossberg mit seiner Ruine der Hohenburg geben schon mal einen guten Eindruck von dem, was die Nacht aus dem Tag macht: Ein Puzzle aus Hell und Dunkel, mit ganz ungewohnten Betonungen dessen, was wir im Licht der Sonne nur allzu gerne als gewohnt abhaken. So zum Beispiel das große Kreuz am Fuß der Burg. Das verwandelt sich im Schein des künstlichen Lichts, inmitten der nächtlichen Dunkelheit fast schon zu einem kleinen Kunstwerk, vor allem wenn im Hintergrund Homburg wie eine kleine Ansammlung von Edelsteinen auf schwarzem Samt glitzert. Solche Anblicke nimmt man mit – genauso wie den der anderen Burg, die unsere Region prägt, der Kirkeler Burg. Auch die ist gerade nach Einbruch der Nacht ein lohnendes Ziel für eine kleine Wanderung oder einen ausgedehnteren Spaziergang. Ausreichend und effektvoll beleuchtet, gibt das Wahrzeichen der Gemeinde ein beeindruckendes Bild ab. Fast schon abstrakt wirkt das Gemäuer vor dem Hintergrund des Nachthimmel – und deutlich wuchtiger, als man es vom Tage und bevölkert von viele Besuchern, gerade bei den zahlreichen Veranstaltungen, gewohnt ist. In der Nacht, gleichsam entkleidet von Menschen, kann sich der Bau in die Dunkelheit hinaus ausdehnen und wird so zu einem echten Hingucker und Blickfang. Den Weg von der einen Burg-Ruine, der Hohenburg, zur anderen, der Kirkeler Burg, kann man bequem mit dem Auto auf direktem Weg über die Kaiserstraße hinter sich bringen – oder einen kleinen „Umweg“ machen über Alt-Limbach. Auch dort sorgt die Nacht für durchaus ungewohnte und wunderschöne Perspektiven, so auf die Elisabeth-Kirche. Die dominiert mit ihrer effektvollen Beleuchtung den alten Ortskern. Drumherum bietet auch die Ortsdurchfahrt in den Nachtstunden einen wunderbaren Anblick. Die Limbacher Rede von der „schönsten Ortsdurchfahrt“ im Saarland kann man da schon mal nachvollziehen. Mit einer Burg, sei sie nun komplett oder eine Ruine, kann die frühere Heimat des „Ritters von Beckensbach“ dieser Tag nun nicht mehr dienen. Dafür aber mit vielen, sehr traditionellen Ortslagen, so der von Niederbexbach. Wer am Abend durchs auch schon am Tag malerische Dorf spaziert, der hat fast schon das Gefühl, durch die Zeit zu reisen. Wäre da nicht das eine oder andere moderne Auto, dass den nächtlichen Anblick „stört“ - man hätte nicht das Gefühl, dass man sich im Jahr 2017 befindet. So tut die Nacht das, was sie so besonders macht und was sie so besonders gut kann: Sie verwandelt Gewohntes in Überraschendes, setzt effektvoll in Szene, was einem im All-Tag zu oft und leider gar nicht mehr als wirklich sehenswert auffällt. Oder, um es mit den Worten eines Sorbischen Sprichworts zu sagen: „Eine Nacht weiß viel zu erzählen.“ BU 1 (Schlossberg) Vom Homburger Schlossberg aus betrachtet, verwandelt sich die Stadt in der Nacht in ein kleines Lichtermeer, gewohnte Anblicke wie das große Kreuz am Fuß der Hohenburg werden im künstlichen Licht und umgeben von Dunkelheit fast schon zu Kunstwerken.