Mannlich-Gymnasium : Im Diskofieber für einen guten Zweck

Homburger Mannlich-Schüler tanzten zugunsten einer Schule in Bolivien. Insgesamt kamen 1100 Euro zusammen.

Am Christian-von-Mannlich-Gymnasium in Homburg gab es für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe fünf bis acht kurz vor Schuljahresende viel zu erleben: Das Seminarfach „Entwicklungshilfe und Eventplanung“ der Klassenstufe 11 der Schule hatte passend zum Thema des Kurses eine Disko veranstaltet, deren Erlös zu 100 Prozent in einen guten Zweck fließen wird, namentlich „Hände mit Herz”.

Geleitet von Jenny Bettscheider, Englisch- und Erdkundelehrerin am Mannlich-Gymnasium, durchdringt der Kursus nun schon seit einem Jahr die positiven und negativen Seiten von Entwicklungshilfe. Schon kurz nach dem Start des Schuljahres war klar, dass der Kurs mit positivem Beispiel voran gehen wollte und dafür ein Charity-Event plante, um Menschen zu unterstützen, denen es nicht so gut geht. Frei nach dem Motto „Schüler helfen Schülern“ stießen die Schülerinnen und Schüler bei ihren Recherchen schon bald auf die Organisation „Hände mit Herz”, die Hilfe zur Selbsthilfe betreibt und in Bolivien die Kurmi-Wasi-Schule inmitten der Anden mit Spenden finanziert. Diese Schule ist besonders wichtig für arme Kinder, deren Eltern sich kaum einen Schulbesuch leisten können, aber auch für behinderte Kinder, die ebenfalls in der Schule willkommen sind. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, da Behinderung immer noch – vor allem in ländlichen Regionen Boliviens – als „Strafe Gottes“ angesehen wird und diese Menschen meist ein tristes Leben fernab der Gesellschaft führen.

Mit den erwirtschafteten Geldern sollen unter anderem stark renovierungsbedürftige Klassensäle alltagstauglich gemacht werden, Materialien gekauft, aber auch Essen und Lehrer bezahlt werden, damit die Schule am Leben bleiben kann. Nachdem man nun einen geeigneten Empfänger für die Spenden gefunden hatte, überlegte man gemeinsam, welches Event wohl geeignet wäre, um an das Spendengeld zu gelangen. Die Idee, eine Schülerdisko vorzubereiten und durchzuführen, war rasch geboren, und die Verteilung der Aufgaben wie Werbung, Schriftführung und Projektverantwortung verlief demokratisch, sodass bald jeder seine Rolle gefunden hatte. Zuerst überlegte man sich, wie man die für die Vorfinanzierung notwendigen Gelder zusammenbekommen sollte. Die Idee, am Elternabend Sandwiches, Kaffee und Kuchen zu verkaufen und an den wärmeren Tagen der letzten Wochen in den Pausen Wassereis anzubieten, fand schnell Anklang unter den Eltern, Schülerinnen und Schülern. Zudem konnten sich auch noch weitere Unterstützer in der Schule, aber auch in Homburg für das Projekt begeistern und leisteten mit Rat, Tat und finanzieller Unterstützung vorab ihren Beitrag.

Ein weiterer Unterstützer fand sich natürlich in der Unesco-Projektschule selbst, die die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. Hinter der Disko „Dance into the summer“ steckten nun knapp ein Jahr Informationsbeschaffung, Planung sowie viele Zusatzstunden zu Hause. Die Disko selbst fand kurz vor Schuljahresende in der Aula und im Schulgarten des Mannlich-Gymnasiums statt. Auf dem Programm standen ein Tanz- und ein Limbo-Wettbewerb. Außerdem gab es eine so genannte „Fotobooth“ mit lustigen Verkleidungen für einfallsreiche Erinnerungsfotos. Für das leibliche Wohl wurde selbstverständlich auch gesorgt mit Hot Dogs, Käsetoast, Mocktails, und vielem mehr.

„Insgesamt kamen rund 1100 Euro für den guten Zweck zusammen,“ berichtete Doreen Wortington, ihres Zeichens erste Kassiererin, mit großem Stolz. „Es war sehr anstrengend, hat aber Spaß gemacht und wir haben sehr viel für die Zukunft gelernt,“ erklärte Evelyn Vakhmenin, Programmverantwortliche und zweite Vorsitzende der Gruppe. „Und das i-Tüpfelchen ist, dass sich die ganze Mühe gelohnt hat, da wir uns sicher sein können, dass unsere Hilfe in Bolivien auch wirklich ankommt,“ ergänzte Danilo Stepovoj, erster Vorsitzender und stellvertretender Projektverantwortlicher. „Die Rückmeldungen der Besucher sind ebenfalls sehr positiv. Sie haben uns gerne unterstützt, hatten Spaß dabei und wünschen sich mehr solcher Projekte für den guten Zweck. Ich habe tolle Schülerinnen und Schüler und bin stolz auf mein Seminarfach,“ betonte Jenny Bettscheider, die sich im Anschluss an die Disko für dieses rundum gelungene Projekt nochmals ganz herzlich bei ihren Helfern und Unterstützern bedankte.