Die Zukunft des alten Rathauses in Homburg

Historischer Marktplatz : Altes Rathaus, neue Begegnungsstätte

Das Gebäude am historischen Marktplatz in Homburg soll für 1,6 Millionen Euro aufgewertet und saniert werden.

Wie sieht die Zukunft des alten Homburger Rathauses am historischen Marktplatz aus? Mit der Antwort auf diese Frage hat sich der Homburger Stadtrat in der Vergangenheit schon mehrfach befasst (wir berichteten). Nun scheint sich eine Lösung abzuzeichnen. Die firmiert unter dem sperrigen Titel „Investitionspakt soziale Integration im Quartier“. Mit diesem Bundesprogramm sollen Einzelmaßnahmen mit besonderer Bedeutung für die soziale Integration und den sozialen Zusammenhalt finanziell gefördert werden. Als solche Einzelmaßnahme soll die Sanierung des alten Rathauses am Marktplatz verstanden werden – und als Teil des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) „Altstadt Homburg“ im Programmbereich „Städtebaulicher Denkmalschutz“.

Schon die Vielzahl der Begrifflichkeiten kann einen verwirren. Doch scheint sich für die Stadt in diesem Begriffsdickicht, bei einer entsprechenden Aufnahme in das Bundes-Förderprogramm, eine schmackhafte, finanzielle Förderung abzuzeichnen. So übernimmt der Bund 75 Prozent der förderfähigen Kosten, das Land weitere 15 Prozent. Fände das alte Rathaus also Eingang in den „Investitionspakt soziale Integration im Quartier“, dann käme auf Homburg nur ein überschaubarer Eigenanteil zu.

Was soll nun konkret mit dem alten Rathaus geschehen? Entstehen soll am Ende ein „Begegnungszentrum altes Rathaus“. Seitens der Verwaltung formulierte man das Ziel anlässlich der letzten Sitzung des Homburger Stadtrates im Jahr 2018 so: „Das alte Rathaus soll in seiner Funktion als Ort der Bildung und Begegnung zu einer generationenübergreifenden Gemeinbedarfseinrichtung im Sinne eines Identifikationspunktes weiterentwickelt werden. Schon jetzt ist die ansässige Stadtbibliothek mit ihren Angeboten zum Lesen, zum Umgang mit Medien aller Art, mit ihren Veranstaltungen und Projekten ein etablierter Ort der sozialen Integration, der ausbaufähig ist.“ Und: „Die Nutzung der Räumlichkeiten des bisherigen Stadtcafés für das kulturelle Leben, mit Veranstaltungen der Stadt und anderer hat sich gut entwickelt.“ Konkret stellt man sich ein Konzept vor, das sich den vergangenen Jahren schon in Erbach mit dem „Haus der Begegnung“ und der Stadtteilkonferenz Erbach bewährt hat.

So soll analog dazu eine „Altstadtkonferenz“ einberufen werde, „an der sich möglichst viele relevante Akteure im Quartier beteiligen sollen. Die Arbeit dieser Konferenz soll den Zusammenhalt im Quartier durch Vernetzung fördern“, so das zuständige Amt für Jugend, Senioren und Soziales der Stadt Homburg. Das Ziel: ein Ort für Aktionen wie Vorträge, Sitzungen, Workshops, Sprechstunden, offene Treffs. Die Pläne sehen zudem eine Personalie vor, ein Integrationsmanager soll als direkter Ansprechpartner vom neu einzurichtenden Quartiersbüro aus die integrierende Arbeit mit der ansässigen Bevölkerung fördern. Was aber klar ist: Zur Umsetzung der gesamten integrativen Aufgabenstellung sind die Sanierung und die bauliche Aufwertung des alten Rathauses notwendig. Die Kosten dafür schätzt die Verwaltung gegenwärtig auf rund 1,6 Millionen Euro. Konkret wird es mit diesen Mitteln darum gehen, Brandschutzmaßnahmen, Fenstersanierung, Außenfassade, Balkonsicherung, Elektroinstallationen, Heizung, Deckenerneuerung und neue Fußböden zu realisieren, wie es weiter hieß.

Bei den Homburger Stadtratsfraktionen kamen die Pläne durchweg gut an, das verdeutlichte die nur kurze Aussprache und die einhellige Zustimmung zum Projekt und zum Förderantrag.

Vor die Diskussion stellte Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD) seine Feststellung, dass die Sanierung des Gebäudes beim städtebaulichen Denkmalschutz der Altstadt einer der zentralen Punkte sei. Jürgen Portugall von der CDU betonte, dass es seiner Partei sehr wichtig sei, „dass nun keine Konkurrenz-Situation mit der Hohenburgschule entsteht. Das hat ja vor ein paar Wochen noch ganz anders ausgesehen. Da müssten wir befürchten, dass, wenn wir uns für das alte Rathaus entscheiden, die Hohenburgschule nicht mehr in unserem Zuständigkeitsbereich liegt. Jetzt sieht die Situation ganz anders aus“. Damit reagierte Portugall auf die Information Schneidewinds, dass man die Sanierung der Hohenburgschule auch angehen werde, allerdings mit Mitteln aus einem anderen Förderprogramm.

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