Die Stimme des Blues in Perfektion

Die Stimme des Blues in Perfektion

Paul Millns gastierte mit Band zum wiederholten Mal am Homburger Mannlich-Gymnasium. Knapp 300 Zuschauer kamen. Im musikalischen Gepäck hatte die Band „Blues und Songs“ dabei. Der Altmeister Paul Millns präsentierte sich hochprofessionell und konzentriert.

Knapp 300 Zuschauer verließen zum Ende des Konzertes mit einem frohen Lächeln im Gesicht die Aula des Christian-von-Mannlich-Gymnasiums, nachdem sich Paul Millns gemeinsam mit seiner Band in Höchstform präsentiert hatte, wie es in der Pressemitteilung der Schule heißt.

Im musikalischen Gepäck hatte die Band "Blues und Songs " dabei, was sich eigentlich als Programmansage nicht weiter spektakulär anhört. Spektakulär ist auch vordergründig der falsche Ausdruck für das, was es zu hören gab. Aber so verwurzelt, persönlich sympathisch, hochkompetent spielfreudig, kongenial kooperativ wie sich diese Band präsentierte - immer verpflichtet dem musikalischen Genuss und dem schönen gemeinsamen Ton in ruhiger Grundatmosphäre - war am Ergebnis gemessen dann doch - auch ohne Effekthascherei - spektakulär.

Der Altmeister Paul Millns - ja so darf man ihn, der seinen 70. bereits einige Zeit hinter sich hat, ruhig nennen - präsentierte sich hochprofessionell, konzentriert. Gewohnt witzig in den mit feinem englischem Humor gewürzten Ansagen, stark bei Stimme, souverän an den Tasten seines Flügels und in seiner Rolle als Bandleader.

An seiner Seite sorgten drei weitere Mitmusiker für den Wohlklang: Am elektrischen Standbass, manchmal auch am Akkordeon oder als Background-Sänger Ingo Rau, ausgezeichnet mit einem warmen weichen Klang und immer passenden tieftönigen Akzenten - auf der Bühne der heimliche Chef in der Koordination des Soundteppichs. Für diesen grundlegenden Basisklang jeder Band unentbehrlich ist der Mann hinter den Trommeln. Dort ist mit Vladi Kempf einer zu finden, der Schlagzeug spielt, anstatt auf die Trommel zu prügeln, der kleine Klingeltöne ebenso wie wuchtige Kaskaden zu einem lockeren Ganzen verwebt. Ein Vergnügen schon, ihm zuzusehen, wie er seine variantenreichen feinen Akzente zu setzen versteht.

Für Homburg und überhaupt neu im Lineup der Band zeigte sich der Stuttgarter Gitarrist Uwe Metzler dann auch mit neuen Soundfarben, weniger mit einem gewohnheitsmäßig sägenden Blueston, als vielmehr mit einer singenden Klangaussage. Schöne eigene Vorstellungen kamen auf diesem Weg zum gewohnten Millns-Sound dazu, ein sehr gelungener, dezent modernerer, im Klang bereits sehr routiniert wirkender Einstand des aus vielen weiteren Bands bekannten Musikprofis. Klasse.

Ein wenig vom Ruhm der Musiker abschneiden durfte sich für diesen Abend die Arbeitsgemeinschaft "Events und Veranstaltungen" des Mannlich-Gymnasiums, die das komplette Umfeld von der technischen Realisierung bis hin zur Organisation der Mahlzeiten fehlerfrei und kompetent bewältigt hatte, damit schon vor dem Konzert das besagte frohe Lächeln auf die Lippen der Bandmitglieder zaubern konnte.