Die Stadt und der Müll

Die Stadt Homburg räumt auf, was andere einfach in die Gegend werfen. Trotz aller Bemühungen sieht es an vielen Stellen nicht wirklich sauber aus, etwa auf dem Schlossberg und in der Innenstadt. Die Verwaltung appelliert daher an alle, nicht achtlos zu sein und ihren Abfall wieder mitzunehmen oder in den Mülleimern zu entsorgen.

Da sucht man beim Neujahrsspaziergang oder auch einfach an einem x-beliebigen Tag im Jahr ein bisschen frische Luft und schöne Aussicht, doch daraus wird so richtig nichts. Denn beim Schauen und Laufen fällt der Blick auf leere Flaschen, zerknautschte Zigarettenschachteln, weggeworfene Pappbecher und aktuell auch auf aufgeweichte und zermantschte Überreste vom Silvesterfeuerwerk. Das ist auf dem Homburger Schlossberg genauso wie an vielen Stellen in der Stadt. Dennoch ärgern sich die Bürger immer wieder neu darüber.

Die Stadt kennt das Problem. Und räumt ihm auch mit erheblichem finanziellen Aufwand hinterher - trotzdem sammelt sich der Unrat, und es wächst der Unmut. Man habe, sagt Pressesprecher Jürgen Kruthoff, generell Geld in die Hand genommen, um für mehr Sauberkeit zu sorgen. Ordnungskräfte machten regelmäßig Rundgänge, in der Regel seien sie auch zweimal, im Sommer dreimal pro Woche auf dem Schlossberg, bei gutem Wetter teilweise täglich. Wenn sie Gruppen dort antreffen, die zum Beispiel picknicken, dann forderten sie diese auf, den Müll wieder mitzunehmen.

Zudem gebe es zwei Reinigungstrupps vom Baubetriebshof (BBH), die in unterschiedlichen Stadtbezirken regelmäßig unterwegs seien. Darüber hinaus bestehe eine Müllfeuerwehr im Rahmen der Aktion saubere Stadt, die schnell eingreife, wenn sie informiert werde, wenn Abfall irgendwo abgelagert wurde. Für Hinweise aus der Bevölkerung sei die Stadt dankbar.

Zusätzlich sind seit Mai vergangenen Jahres vier Arbeiter unterwegs, die ebenfalls für mehr Sauberkeit sorgen sollen, Schwerpunkt sei zudem die Pflege von Grünflächen mit Blick auf die Verkehrssicherheit. Angeleitet würden die Vier von einem Vorarbeiter aus dem Baubetriebshof.

Finanziert werden diese Maßnahme teilweise vom Jobcenter , sie sei aber befristet auf zwei Jahre. Anfangs zahle das Jobcenter noch 75 Prozent der Gehälter, das reduziere sich, bis dann im letzten halben Jahr die Stadt die Kosten komplett übernehme. Neben dem Bemühen ums verstärkte Aufräumen steht ein Appell: Der Schlossberg mit dem Blick über die Stadt sei ein attraktiver Ort, betont Kruthoff, doch das habe eben auch seine Schattenseiten: Hier werde, gerade bei gutem Wetter, gerne gepicknickt oder Party gemacht.

Dagegen spreche im Grunde nichts. Doch wer zum Beispiel Flaschen nach oben transportiere, der könne sie doch auch im leeren Zustand wieder mit hinunternehmen. Leider sei das oft nicht der Fall, häufig würden die Flaschen sogar den Hang hinuntergeworfen, so dass sie unten zerspringen. Das Mitbringen und Hinterlassen von Abfall werden leider immer beliebter. Zudem nehme das gezielte Abladen und Liegenlassen von Unrat teilweise zu.

Die Stadt komme mit den Aufräumarbeiten an ihre Grenze. Kruthoff: "Am saubersten wäre die Stadt, wenn jeder vorbildlich mit dem Thema umginge." Viele tun das ja auch, manche aber eben nicht, und die fallen unangenehm auf.

Gerade nach den Silvesterfeiern sei viel Müll stehen geblieben, auch in der Innenstadt. Er habe ja noch Verständnis dafür, dass die Feiernden nicht nach jeder abgeschossenen Rakete suchten, doch die größeren Blöcke der Batterien seien häufig ebenfalls nicht weggeräumt worden. Es sei für manche selbstverständlich, dass die Stadt die Hinterlassenschaften entferne. Diese Haltung sei nicht in Ordnung.

Am 2. Januar sei auf dem Schlossberg noch nicht gleich sauber gemacht worden, da alle Kollegen in den Winterdienst abgerufen worden seien, so Kruthoff weiter. Wenn der Schnee getaut sei, stehe hier die nächste Reinigungsaktion an. Generell könne man eben nicht immer überall in der Intensität sauber machen. Trotzdem sei es nicht so, dass wochenlang nichts getan würde. Es werde regelmäßig kontrolliert, schon wegen der Erfahrung, dass Menschen größere Hemmungen habe, ihren Müll auf saubere Flächen abzukippen.

Eine andere Sache soll in den nächsten Wochen angegangen werden im Zusammenhang mit neuem Stadtmobiliar und einem einheitlichen Bild: neue Mülltonnen in der Innenstadt, da hier viele der alten Gefäße unansehnlich seien.

Zum Thema:

Müll findet sich in Homburg leider an vielen Stellen: ob auf dem Schlossberg (Foto links) oder auch in der Kirchenstraße (Zweites Bild von links). Manchmal sehen selbst die Mülleimer selbst schon wenig ansehnlich aus wie etwa am Ilmenauer Platz oder an der Talstraße (ganz rechts); einige der Gefäße sollen demnächst ausgetauscht werden. Fotos: Thorsten Wolf/Ulrike Stumm/SZ-Redaktion

Hintergrund Wer der Stadt Verschmutzungen melden möchte oder aber kaputte Straßenlaternen und Ähnliches, kann dies unter der kostenlosen Servicenummer 08 00-6 64 24 00 tun, im Rathaus, Tel. (0 68 41) 10 10, oder über die Homburg App - mehr dazu unter www.homburg.de . ust