"Die Not schreit uns ins Gesicht"

Homburg. Anfang und Ende zugleich waren am vergangenen Sonntag die thematischen Schwerpunkte des großen Festgottesdienstes in der evangelischen Stadtkirche in Homburg: Zum einen startete das Hilfswerk "Brot für die Welt" in das 50. Jahr seines Bestehens, und das neue Kirchenjahr begann mit dem ersten Advent

Homburg. Anfang und Ende zugleich waren am vergangenen Sonntag die thematischen Schwerpunkte des großen Festgottesdienstes in der evangelischen Stadtkirche in Homburg: Zum einen startete das Hilfswerk "Brot für die Welt" in das 50. Jahr seines Bestehens, und das neue Kirchenjahr begann mit dem ersten Advent. Zum anderen war der Gottesdienst auch der Schlusspunkt der 40-jährigen Dienstzeit von Eberhard Cherdron, dem Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche der Pfalz (wir berichteten). Musikalisch umrahmt durch das Homburger Vokalensemble unter der Leitung von Carola Ulrich, Bezirkskantor Stefan Ulrich an der Orgel und einer Band konnten Sabine Jung, Pfarrerin beim Diakonischen Werk der Pfalz, und der protestantische Pfarrer des Saarländischen Rundfunks, Hermann Preßler, zahlreiche Gläubige zum Gottesdienst begrüßen. Dieser wurde aufgrund seiner Bedeutung als zentrale Auftaktveranstaltung im Saarland und der Pfalz auch im Rundfunk übertragen. Nach einer kurzen Einführung durch Jung und Preßler in die Aktion "Brot für die Welt", die in diesem Jahr unter dem Motto "Es ist genug für alle da" läuft, einem Eingangsgebet von Dekan Fritz Höhn und einer kurzen Vorstellung von drei beispielhaften Hilfsprojekten thematisierte Eberhard Cherdron in seiner letzten Predigt die gegenwärtige Notwendigkeit eines Hilfswerkes wie "Brot für die Welt". So machte er klar: "Nach Not und Elend braucht man nicht zu suchen, sie schreien uns ins Gesicht." Cherdron erinnerte an die Anfänge der Hilfsaktion vor 50 Jahren. "Damals wollte die evangelische Christenheit in Deutschland etwas von der Hilfe zurückgeben, die ihnen in der Nachkriegszeit widerfahren war." Und auch heute müsse man nicht nach der Not suchen, so Cherdron weiter. "Mehr als 920 Millionen Menschen leiden Hunger in dieser Welt." Nach Cherdrons Predigt eröffnete Gordon Emrich, zuständiger Landespfarrer für Diakonie, offiziell mit einem Spendenaufruf die 50. Auflage der Aktion. Im Anschluss an den eigentlichen Gottesdienst gab ein kleiner Empfang in der Stadtkirche auch Vertretern des Landes und der Stadt die Gelegenheit, zum einen das Hilfsprogramm zu würdigen, zum anderen dem scheidenden Kirchenpräsidenten Lob und Anerkennung für die Arbeit der vergangenen Jahre zu zollen. Staatssekretär Wolfgang Schild setzte die Aktion "Brot für die Welt" in einen Kontext mit den Wirren der gegenwärtigen Finanzkrise und sprach von "einer Welt in Unordnung". Für die Stadt war es am Beigeordneten Winfried Anslinger, "Brot für die Welt" als eines der wichtigsten Kirchenwerke einzuordnen.