Die Nikolausmischung stimmte

Er ist Geschichte, der diesjährige Homburger Nikolausmarkt. Zehn Tage lang stand die Altstadt ganz im Zeichen der Vorweihnacht, in dieser Zeit ging es für die Traditionsveranstaltung darum, im Chor der Weihnachts- und Nikolausmärkte in der Region mit hörbarer Stimme aufzutreten.

. Wer sich beim gerade vergangenen Nikolausmarkt vom Charme der Homburger Vorweihnacht auf dem historischen Marktplatz bezaubern ließ, der konnte den Eindruck gewinnen: Homburg hat sich klar und deutlich positioniert.

Einen nicht unbeträchtlichen Anteil an der beeindruckenden Resonanz, also einer großen Besucherschar, hatten da mit Sicherheit - und das passt ins Bild - die Auftritte von Schulchören: Die Grundschulen Sonnenfeld, Langenäcker und Luitpold sowie das Gymnasium Johanneum hatten ihre kleinen Sängerinnen und Sänger entsandt. Und wo Kinder sind, da sind auch Eltern, Omas, Opas, Tanten und Onkel.

Doch nicht nur dieser recht clevere Schachzug der Veranstalter sorgte für ordentlich Treiben, auch das sonstige Programm sollte vor allem eines tun: jedem Besucher über die zehn Tage hinweg ein stimmiges Angebot machen.

Norbert Zimmer von der stadteigenen Homburger Kulturgesellschaft äußerte sich dazu: "Es sind natürlich nicht nur die Kinderchöre , die den Ansturm auslösen. Ich denke, die Mischung macht es einfach. Für die älteren Herrschaften haben wir Chöre und Blaskapellen aus der Gegend mit traditioneller, klassischer Weihnachtsmusik eingeladen. Aber wir wollen auch die jüngeren Besucher dazu animieren, auf dem Nikolausmarkt zu bleiben und nicht nur einen Glühwein zu trinken und dann wieder zu verschwinden." Dies erreiche man als Veranstalter, indem man auch Musik präsentiere, die den jugendlichen Geschmack treffe.

Dieses Konzept, ergänzte Christoph Neumann als Geschäftsführer der Kulturgesellschaft, habe in diesem Jahr zu einem sehr guten Zuspruch geführt. "Von den Besucherzahlen her war das ein supertoller Markt. Mit Blick auf die Tage unter der Woche hatten wir da in der Vergangenheit schon Nikolausmärkte, die deutlich schlechter besucht waren. Das muss man ganz ehrlich sagen. Und dieser Erfolg ist eben auch dem Programm geschuldet. Denn die Menschen kommen genau deswegen - und nicht wegen blinkender Nikolaus-Mützen."

Der namensgebende Nikolaus selbst wurde seit dem vergangenen Jahr - und als Teil der Veränderungen im Konzept des Marktes - mit seinen Auftritten in der Veranstaltung reduziert.

Hatte Hans Eisel in der Figur des Bischofs bis einschließlich 2012 noch jeden Tag sein Gastspiel gegeben, so gilt seit 2013 eher das Motto "weniger ist mehr". Christoph Neumann: "Wir haben irgendwann gemerkt, dass die Kinder nicht mehr wegen des Nikolaus' kamen, sondern einfach nur noch, weil er Süßes dabei hatte. Das war mir zu inflationär. Die Spannung war einfach weg."

So sei der Entschluss gefallen, Darsteller Hans Eisel nur noch an vier Tagen eine Bühne zu bieten. "Indem wir den Nikolaus ein bisschen ,wegnehmen', machen wir ihn auch wieder kostbarer. Und dann freuen sich die Kinder auch wirklich über den Mann mit der Bischofsmütze und kommen extra seinetwegen hier auf den Markt."