Die Musikschule Homburg erreicht mit ihren Angeboten 660 Schüler

Angebote in Kitas und Schulen : Musikschule geht verstärkt außer Haus

Die Musikschule Homburg erreicht mit Unterricht im Haus, in Kitas und an Schulen insgesamt gut 660 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Stadt plant in diesem Jahr mit einem Zuschuss von 705 0000 Euro.

Auch in der Musik geht es ums Zählen, für den richtigen Takt zum  Beispiel – oder die passenden Notenlängen. Doch wer eine solche Einrichtung wie die Musikschule Homburg leitet, der muss sich auch noch mit ganz anderen Zahlen beschäftigen. Die hat Carola Ulrich, Leiterin der Einrichtung, zum Gespräch mitgebracht. Und sie betont:  An Nachwuchs fehle es nicht. Es gebe in einigen Fächern sogar Kinder, die auf der Warteliste stehen. Konkret schlüsselt sich das so auf: 341 Schüler lernen im Haus an der Schongauer Straße 1 Geige, Klavier, Flöte und Co. Das ist eine ziemlich konstante Größe. 2017 wurden (Stand März) 366 Kinder und auch einige Erwachsene hier unterrichtet. 2015, im Umzugsjahr von der Innenstadt nach Erbach, kam man auf 320 Schülerinnen und Schüler.

Das ist aber nur die eine Seite, denn auch auf die Musikschule wirken sich die Veränderung der Schul- und Arbeitswelt aus. „Wir gehen heute mehr außer Haus“, sagt Carola Ulrich. Der Grund: Kinder und Jugendliche bleiben heutzutage länger in der Schule. Das hängt am Ganztagsunterricht, den es jetzt verstärkt gibt,  oder der Nachmittagsbetreuung, die angeboten wird, weil immer häufiger beide Elternteile arbeiten. Oder aber auch ganz einfach daran, dass gerade beim verkürzten Weg zum Abitur viele Unterrichtsstunden bis in den Nachmittag reichen.

Dadurch würde sich der Unterricht an der Musikschule bis in den späten Abend hinein erstrecken. Deswegen ist man an den Schulen präsent: Mit Musiktheater an der Luitpold- und der Sonnenfeldschule, mit einer Cajon-Projekt an der Langenäckerschule – jeweils einmal pro Woche. Insgesamt 55 Kinder erreiche man so zusätzlich.

Und die Schule setzt noch früher an, sie schickt Lehrer in derzeit vier Kindertagesstätten. 272 Kinder werden so jede Woche in musikalischer Früherziehung unterrichtet – und zwar immer alle, die diese Kita besuchen. Finanziert werde dies von der Stadt sowie durch Benefizveranstaltungen. Parallel wird ein Angebot für kleine Kinder in der Musikschule angeboten, das beginne mit dem Musikgarten in unterschiedlichen Phasen für Unter-Vierjährige, setzt sich dann fort für die etwas Älteren. Aber: Wenn Mütter früher wieder arbeiten, sei der Weg in die Einrichtungen wichtig, gerade, um dann die Vier- bis Sechsjährigen zu erreichen. „Sonst bekommen wir diese Kleinen nicht mehr.“ Dass die Kinder kommen, darüber ist Ulrich froh, schließlich sei dies der Nachwuchs.

Auch im Schulbereich plant sie eine Ausweitung. Ab März werde die Musikschule in der Oberlinschule, einer „Förderschule für geistige Entwicklung“, präsent sein. Gestemmt wird dies mit Partnern, laufen soll das Projekt hier erst einmal ein Jahr lang, konkret geplant ist Unterstützung beim Singkreis und musikalisches Arbeiten etwa mit Rhythmusübungen für eine etwas kleinere Gruppe.

Die grundlegenden Bedenken vor einigen Jahren, dass man Kinder angesichts der längeren Betreuungszeiten gar nicht mehr erreiche, hätten sich also nicht bewahrheitet. Es habe sich eingependelt, sagt Ulrich. Viel mehr sei für die Schule  nicht zu stemmen. Schließlich unterrichten die Lehrer eine festgelegte Stundenzahl.

19 Lehrerinnen und Lehrer sind derzeit an der Musikschule tätig, vier davon als Honorarkräfte, die anderen haben einen Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes; nicht alle besetzen allerdings eine ganze Stelle.

Von der Stadt Homburg gibt es alljährlich einen Betriebskostenzuschuss für die Musikschule, bekanntlich ist diese eine gemeinnützige GmbH. Für dieses Jahr seien 705 000 Euro vorgesehen. In dem Betrag seien die Abschreibungen und auch die  Zinsen enthalten – es müssen Kredite für den Neubau bedient werden (siehe Infobox). „Wenn man diese abzieht, wird es noch weniger“, so Ulrich weiter.

Angesichts der Kosten, aber auch wegen des Raums selbst, der als Herzstück der Musikschule gilt, wird immer wieder diskutiert, ob man die Aula  nicht noch breiter nutzen könne als bisher. Carola Ulrich verweist hier auf den Beschluss des Aufsichtsrates, dass Veranstaltungen, die hier stattfinden, immer etwas mit der Musikschule zu tun haben müssen. Es müssten Kooperationen sein, aber auch Benefizkonzerte zugunsten der Schule seien möglich. „Wir wollen nicht unter uns bleiben. Die Türen sind schon offen“, unterstreicht sie. Dass hier Vielfalt möglich ist, macht Carola Ulrich auch an Beispielen aus dem Programm für die nächsten Monate fest. So gebe es etwa eine Kooperation mit dem Landesverband zur Förderung von Menschen mit Autismus, was in einem Konzert am 2. April mit dem Pianisten Michael Christensen münde. Zudem komme zum Beispiel am 24. Mai Liedermacher und Autor Frederik Vahle zu einem Kinderkonzert in die Aula. In Zusammenarbeit mit dem Förderverein „Freunde des Homburger Sinfonie Orchesters“ präsentiere man am 17. März das besondere Konzert mit den „Jugend musiziert“-Bundespreisträgern Amelie Schröder (Querflöte) und Filip Jacob (Klavier). Im Rahmen von „Hom Buch on Tour“ lese am 11. März Professor Sven Gottschling in der Aula.

Neben all diesen Kooperationsprojekten hat Carola Ulrich auch noch ein ureigenes  Musikschule-Projekt mitgebracht. Wir wollen, kündigt sie an, einen Chor gründen für Schüler, Lehrer, Eltern, Gäste, Freunde. Montags jeweils um 20 Uhr soll dieser dann immer proben unter der Leitung von Rainer Oster.

Wer Näheres über Ensembles, Unterricht, Konzerte an der Musikschule wissen möchte, findet Infos im Internet unter www.musikschule-homburg.de. Man kann sich auch ans Sekretariat wenden. Silvia Böhm erreicht man unter Tel. (0 68 41) 6 42 04, Fax (06841) 17 29 41  oder per  E-Mail musikschule@homburg.de

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