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Die Liebe zur Biosphäre geht in der Lammwoche durch den Magen

Die Liebe zur Biosphäre geht in der Lammwoche durch den Magen

Homburg/Blieskastel. Der Biosphären-Gedanke, er ist auch ohne Reservat schon lange in der Region lebendig. Die Bliesgau-Lammwoche etwa lebt ihn auf ihre Weise schon seit Jahren. Zum siebten Mal findet sie vom 9. bis 18. Oktober statt. Und zeigt, wie Natur und Kultur verschränkt, wie Stadt und Land miteinander verzahnt werden können

Homburg/Blieskastel. Der Biosphären-Gedanke, er ist auch ohne Reservat schon lange in der Region lebendig. Die Bliesgau-Lammwoche etwa lebt ihn auf ihre Weise schon seit Jahren. Zum siebten Mal findet sie vom 9. bis 18. Oktober statt. Und zeigt, wie Natur und Kultur verschränkt, wie Stadt und Land miteinander verzahnt werden können. Elf Spitzenköche der Region servieren in ihren Restaurants Lammgerichte. Die Lämmer - zwischen 80 und 140 werden es sein - stammen alle aus dem Bliesgau, von den Schäfereien Ernst (Seelbach) und Uhl (Webenheim). Wer sich dabei nur auf ein gutes Mahl freut, greift zu kurz. Denn die Idee von Rudolf Schwarz, der sich selbst "Kunstschäfer" nennt, greift tiefer. Natürlich ist der kulinarische Aspekt dabei. "Es hat mich immer geärgert, dass das Lammfleisch schlecht zubereitet und nicht als Delikatesse erkannt wurde", sagt Schwarz. Vor sechs Jahren war er deshalb mit drei Köchen in die Lammwoche gestartet. Heute sind es elf - von Bitche, Zweibrücken, über Saarbrücken, St. Wendel-Bliesen bis Bliesmengen-Bolchen. In St. Ingbert werden Chefkoch Ludwig Braun vom "Goldenen Stern" und Erik Dauphin von der "Alten Brauerei" Lammgerichte zubereiten. So weit die kulinarische Seite. Ziel der Lammwoche ist es laut Schwarz aber darüber hinaus, eine Verbindung zwischen Kochen und Kunst herzustellen. Den Lebensraum des "Lebensmittels Lamm" in die Esskultur einzubeziehen. Der Flyer "Sieben Stationen einer imaginären Biosphärenwanderung" will das erläutern. Darin wird unter anderem auf die Bliesgau-Landschaft, den Naturschutz und die bildende Kunst eingegangen. Unter dem Kapitel Kochkunst wird der Wiener Peter Kubelka zitiert, für den Kochen "ein kommunizierendes Medium" ist, "Botschaften, die im Mund gelesen werden". Mit der Kunst kommt auch Werner Deller ins Spiel. Der Geschäftsführer der k4-Galerie in Saarbrücken und Eigentümer der St. Ingberter Alten Baumwollspinnerei ist mit dabei, wenn es um die Lammwoche geht. Um Kochen mit Kunst zu verbinden, wird es eine Ausstellung in der k4-Galerie geben. Wenn die Wollspinnerei zur neuen ersten St. Ingberter Kunstadresse geworden ist, könnte die Kunst zur Lammwoche auch in St. Ingbert ansiedeln, sagt Schäfer Schwarz. Diesmal wird der Künstler Arpad Dobriban, der bei Kubelka Student war, vom Beginn der Woche an bis 9. November seine Werke unter dem Titel "Zwischenraum" zeigen. Der in Ungarn geborene Künstler hat sich in vielen Fotografien mit der Darstellung von Nahrungsmittel befasst. Die Lammwoche wird vom saarländischen Umweltministerium, vom Biosphären-Reservat und dem Naturschutzbund unterstützt. mwi/mbe