Ferien: Die letzten Urlaubstage auskosten

Ferien : Die letzten Urlaubstage auskosten

SZ-Serie „Dahemm“: Noch ist der Sommer nicht zu Ende und es gibt viele  lauschige Fleckchen in der Natur, die man erkunden kann. Und an einem Regentag geht das dank eines Online-Angebotes der Stadt auch von der Couch aus.

Nein, so ein richtiger Hochsommer-August war das bis jetzt wirklich nicht. Eher eine ungefragte Achterbahnfahrt zwischen heiß und kalt, blau und grau, nass und trocken. Am vergangenen Freitag sorgte heftigster Platzregen bei alle denen, die unter freiem Himmel das Wochenende einläuten wollten, für echten Verdruss. Menschen mit Humor nahmen es mit einem lockeren Spruch. „Ist ja die letzte Ferienwoche, das macht es den Kids einfacher, nächste Woche wieder in die Schule zu gehen.“ Kann man so sehen.

Wie gesagt: Wenn man Humor hat. Tatsächlich macht sich beim einen so ein bisschen eine „Das Ende des Sommers ist nah“-Stimmung breit. Für viele Erwachsene endet eben mit den Sommerferien auch die eigene Auszeit, der September hat sich angekündigt. Und irgendwie fühlt sich das Wetter der vergangenen Tage auch eher nach einem rasch aufziehenden Herbst an. Das alles erinnert ein bisschen an den Don Henley-Klassiker „Boys of Summer“ aus dem Jahr 1984. „Die Straßen und der Strand sind wieder leer, es liegt in der Luft, der Sommer ist vorbei. Niemand, der mehr im See ist, oder die Straßen bevölkert – und die Sonne versinkt allein‘. Ich fahre zu Dir nach Hause, obwohl ich weiß, dass Du nicht da bist“, besingt der Eagles-Musiker in seinem größten Solohit allerdings nicht nur das Ende Sommers.

Doch, stopp. Noch ist ja nicht alles vorbei. Und es besteht angesichts der Wetterprognosen und des anstehenden Feiertags am Dienstag ja jetzt auch noch kein Grund, die Flinte ins derzeit viel zu nasse Korn zu werfen. Wetterdienste munkeln, es könnten in der kommenden Woche nochmal so 25 bis 30 Grad werden. Und da lädt ein Feiertag wie Maria Himmelfahrt doch durchaus mal dazu ein, mit einer kleinen Tour durch die nahen Lande noch einmal so richtig die hellste und wärmste Zeit des Jahres auszukosten. Und dazu muss man nicht wirklich weit fahren, in und um Homburg braucht man schon deutlich mehr als zwei Hände, um alle lohnenswerten Ziele aufzuzählen. Dabei hat man ohne Mühe die Qual der Wahl zwischen Natur pur und den Relikten der durchaus bewegten Vergangenheit der Stadt: Closenbruch bei Bruchhof-Sanddorf, das Lambsbachtal bei Kirrberg, die Bliesauen bei Ingweiler, der Karlsberg, der Jägersburger Wald mit seinen Weiheranlagen, das Beeder Biotop – die Liste erlebenswerter Naturzonen ließe sich mit Sicherheit noch deutlich erweitern.

Dem nicht nur gegenüber stehen nicht weniger zahlreiche, bauliche Anziehungspunkte in Homburg und seinen Stadtteilen: die Ruine der Hohenburg auf dem Schlossberg, die Schlossberghöhlen, die Homburger Altstadt, der Beeder Turm, die Klosterruine Wörschweiler, das Römermuseum in Schwarzenacker, die Merburg in Kirrberg, die Gustavsburg in Jägersburg.

Hand aufs Herz: Wer hat sich sich all diese Sehenswürdigkeiten und Natur-Ruhezonen schon alle angeschaut und sie erlebt? Angesichts des Angebotes kann man ja schon mit dem alten Sprichwort fragen: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

Wer sich nun, was durchaus eine gute Idee ist, dazu entschließt, in den letzten Tagen des Sommers vor der eigenen Haustür noch ein bisschen Urlaubsgefühl einzufangen, der kann seine Route mit einem noch recht neuen „Werkzeug“ planen. Auf der Internetseite der Stadt Homburg findet sich unter dem recht sperrigen Link „http://www.homburg.de/index.php/tourismus-neu/sehenswertes/360-grad-virtueller-rundgang“ die Möglichkeit, einige Ausflugsziele schon mal vorab in einem virtuellen Rund-Um-Blick zu erleben.

Dabei sind nicht nur viele der üblichen Sehenswürdigkeiten Teil dieses ungewöhnlichen Erlebnisses, auch Orte wie die Uniklinik, die Kirche St. Andreas Erbach, die Beeder Fischerhütte, der Stadtpark, die Eisenbahnstraße, der Marktplatz und auch der Kletterpark werden in 360-Grad-Ansichten vorgestellt.

Wer Natur pur erleben will, der ist am Jägersburger Möhlwoog genau richtig, hier herrscht weniger Betrieb als an den beiden anderen Weihern des Naherholungsgebiets Jägersburg. Foto: Thorsten Wolf

Und wenn sich nun die Wetterdienste irren und es in der kommenden Woche dann doch nicht so sommerlich wird wie angekündigt, dann kann man all diese schönen Plätze der Stadt auf diesem Weg ganz bequem so auch von zu Hause aus erkunden – von der Couch aus und vielleicht bei einem Gläschen Glühwein.