Die jüdischen Wurzeln der Bibel

Homburg. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in Deutschland viele Synagogen. Nationalsozialisten zerstörten Schaufenster jüdischer Geschäfte, demolierten die Wohnungen jüdischer Bürger, töteten und misshandelten ihre Bewohner. "Seit 2004 gedenkt die Homburger Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in einem ökumenischen Gottesdienst der Geschehnisse vom 9

Homburg. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in Deutschland viele Synagogen. Nationalsozialisten zerstörten Schaufenster jüdischer Geschäfte, demolierten die Wohnungen jüdischer Bürger, töteten und misshandelten ihre Bewohner. "Seit 2004 gedenkt die Homburger Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in einem ökumenischen Gottesdienst der Geschehnisse vom 9. November 1938, die auch in Homburg ihre menschenverachtende Dynamik entfalteten", erklärt Pfarrer Klaus Beckmann. Auch in diesem Jahr lädt der ACK, gemeinsam mit der Stadt Homburg, am Sonntag, 9. November, um 18 Uhr zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Protestantische Stadtkirche ein. "Für die Ökumene im biblischen Verständnis gehört auch das Judentum dazu", erläutert Pfarrer Beckmann.In einer Erklärung stellen Oberbürgermeister Karlheinz Schöner und Pfarrer Beckmann gemeinsam fest: "Dieses Gedenken dient nicht allein dazu, den Opfern von damals die Ehre zu erweisen, die christliche Mitbürger ihnen seinerzeit schuldig blieben, sondern vor allem und sehr aktuell zur Mahnung." Sie weisen darauf hin, dass die Gefahren für Recht, Freiheit und Demokratie, Angriffe gegen die Menschlichlichkeit "heute anders daher kommen, anderen Parolen folgen als 1938. Doch sind freiheitliche Besitzstände auch heute nicht selbstverständlich und für alle Zeit gesichert." Und fordern: "Wir sind jeden Tag neu herausgefordert, für Menschlichkeit, Recht und Freiheit Courage zu beweisen." Mit dem Gottesdienst soll nicht nur an den Holocaust erinnert werden: "Wir wollen auch klarmachen, welches humane Potenzial in der biblisch-jüdischen Überlieferung steckt", so Beckmann.Abiturientinnen und Abiturienten des Christian-von-Mannlich-Gymnasiums präsentieren während des Gottesdienstes Ergebnisse des Projektes "Was fehlte uns Menschen, wenn wir die jüdische Bibel nicht hätten?". Die Schüler untersuchten Texte aus dem Alten Testament. "Wir haben uns gefragt, welcher Blick dadurch auf aktuelle Konflikte eröffnet wird, beispielsweise im Umgang mit Menschen mit Behinderung, Kriminellen und Fragen der Macht", so der Pfarrer, der von der Mitarbeit und dem Interesse der Schüler begeistert ist. Wie in den vergangenen Jahren, schließt sich an den Gottesdienst in der Stadtkirche wieder ein Schweigemarsch zur Ruine der Synagoge in der Klosterstraße an.

Auf einen BlickDer ökumenische Gottesdienst beginnt um 18 Uhr in der Protestantischen Stadtkirche. Gastprediger ist Professor Hans-Peter Schwöbel von der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung Mannheim. Die musikalische Gestaltung übernimmt die Städtische Musikschule unter Leitung von Carola Ulrich. Es wirken mit Rainer Oster (Orgel) und Jörg Leyser (Querflöte). klö