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Die große Welt der kleinen Falken

Die große Welt der kleinen Falken

Homburg. Einen etwas anderen Biologie-Unterricht erlebten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a. Im Mittelpunkt einer Unterrichtsstunde kurz vor Ferienbeginn stand ein interessanter Vortrag von Karin Gottfreund-Müller (wir berichteten). Sie berichtete über die Turmfalken-Familie, die sich im vergangenen und in diesem Jahr in der Rosenstraße in Bruchhof eingenistet hatte

Homburg. Einen etwas anderen Biologie-Unterricht erlebten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a. Im Mittelpunkt einer Unterrichtsstunde kurz vor Ferienbeginn stand ein interessanter Vortrag von Karin Gottfreund-Müller (wir berichteten). Sie berichtete über die Turmfalken-Familie, die sich im vergangenen und in diesem Jahr in der Rosenstraße in Bruchhof eingenistet hatte. Anhand von Bildern erzählte sie den Schülern von Peter, Paul und Mary, dem Turmfalken-Nachwuchs, der in diesem Sommer auf die Welt gekommen und mittlerweile schon wieder ausgeflogen ist. Darüber hinaus hatte sie ein 40-seitiges Büchlein mitgebracht, das sie mit witzigen kleinen Texten sowie vielen Bildern von den Turmfalkenkindern zusammengestellt hatte. "Ich habe Hunderte von Fotos von den Turmfalken gemacht", erzählte Karin Gottfreund-Müller. Sie hat den drei kleinen Turmfalken auch die originellen Namen verpasst, als diese im Juni zum ersten Mal ihre Schnäbel aus dem Mauerloch eines Hauses in der Rosenstraße in Bruchhof gereckt hatten. Von da an beschäftigte sich die Falkenfreundin mit "den fliegenden Jägern der Lüfte", beschäftigte sich mit ihren Angewohnheiten und begleitete die Aufzucht mit dem Fotoapparat. Sie habe sich eigens ein Buch über Falken gekauft, um sich über Brutdauer und die Zeit bis zum Abflug aus Nest zu informieren, erzählte Gottfreund-Müller. "Sind die süß", sagten einige Mädchen beim Anblick der noch weißen, wuscheligen Falkenkinder in ihrem geschützten Mauerloch. "Die sehen aus wie ein Wollknäuel", meinte eine andere Schülerin. "Wie ein Schneebällchen", fügte Karin Gottfreund-Müller hinzu und deutete auf die putzmunteren Falken-Babys. Die Schüler erfuhren, dass ein Falke kein eigenes Nest baut, zwischen vier bis sechs Eier legt und diese annähernd 28 Tage ausbrütet. Aufgabe der Turmfalken-Eltern ist es, nach dem Ausbrüten für Nahrung zu sorgen. "Was fressen die Falkenbabys?", kam die Frage aus der Runde. "Mäuse, Insekten wie Heuschrecken und Käfer, aber auch Gras", antwortete Karin Gottfreund-Müller. Während das Männchen fast immer unterwegs auf Nahrungssuche sei, verbringe das Weibchen viel Zeit am Nest. Bevor die kleinen Falken ausfliegen und ihr sicheres Mauerloch verlassen, müssen sie vorher noch einige Flugübungen machen. Anhand verschiedener Fotos sahen die Schülern Einzelheiten der Nahrungsaufnahme sowie erste Flugversuche der drei Falken. "Die sehen aus wie Engelsflügel", meinte eine Schülerin angesichts der weit ausgebreiteten Flügel. Mittlerweile haben die Falken ihr Mauerloch in der Rosenstraße in Bruchhof verlassen. "Ich hoffe, dass sie im nächsten Jahr wieder kommen", betonte Karin Gottfreund-Müller. "Ich habe hunderte Fotos von Turmfalken gemacht."Karin Gottfreund-Müller