Die große Verlockung der Macht

Homburg · Tausende Briefe sprechen eine klare Sprache: Trotz ihrer Grausamkeit eroberten Hitler, Stalin und Mussolini die Herzen unzähliger Frauen, weiß die Hobbyhistorikerin Iwona Wiemer zu berichten. Eine wichtige Rolle spielte die große Macht.

 Iwona Wiemer widmet sich auch dem Film-Genre, hier eine Filmszene aus „Der Untergang“: Juliane Köhler als Eva Braun, Bruno Ganz als Hitler und Heino Ferch als Architekt Speer. Foto: Constantin

Iwona Wiemer widmet sich auch dem Film-Genre, hier eine Filmszene aus „Der Untergang“: Juliane Köhler als Eva Braun, Bruno Ganz als Hitler und Heino Ferch als Architekt Speer. Foto: Constantin

Foto: Constantin

. Einem spannenden Thema, nämlich der Macht, widmet sich die Hobbyhistorikerin Iwona Wiemer in ihrem neuen Vortrag, den sie unter den Titel "Das stärkste Aphrodisiakum der Welt: die Macht" stellt. Die gebürtige Polin lebt seit vielen Jahren mit ihrer Familie in Homburg und gewährt immer wieder Einblicke in die Welt der Geschichte, die es ihr angetan hat. Besonders den Frauen gilt ihr Augenmerk. Zuerst weckte das Schicksal der einstigen polnischen Adelsfamilie um Exil-König Stanislaus Leszczynski das Interesse an historischen Dingen. In ihrem jüngsten Vortrag, den sie auf Einladung der Volkshochschule Homburg hält, gewährt sie spannende Einblicke in die Welt der Mächtigen, die in der Geschichte eine Rolle spielten.

Die drei Diktatoren des Zweiten Weltkriegs wurden der Öffentlichkeit dargestellt als einsame Wölfe, die auf das eigene Glück, also Frau und Kinder verzichteten, "um sich für Vaterland und Volk zu opfern", so Wiemer in ihren Ausführungen. In der Tat wimmelte es nur so von Frauen in der Umgebung von Stalin, Hitler und Mussolini. Nur die Auserwählten durften direkte Nähe zum Diktator genießen.

Geträumt von den Diktatoren haben aber unzählige Frauen, wie Tausende Briefe adressiert an diese es eindeutig zeigen. Im Jahr 1933 bekam Hitler über 5000 Briefe , 12 000 im Jahr 1934. Die Briefe , zum großen Teil mit eindeutigen Angeboten, sind bis heute in den Archiven aufbewahrt.

Man fragt sich, ob die große Nähe zum Diktator auch das große Glück bedeutete. Nadja, die Frau von Stalin, hat sich mit 31 Jahren das Leben genommen. Clara Petacci ging mit 33 Jahren zusammen mit Mussolini in den freiwilligen Tod. Beide wurden erschossen. Eva Braun versuchte sich während ihrer Beziehung zu Hitler zwei Mal das Leben zu nehmen. Nach 33 Stunden als Frau Hitler entschied sie zusammen mit ihrem Mann freiwillig, das Leben zu beenden. Ihr folgten nicht nur Magda Goebbels , die ihre sechs Kinder mit in den Tod nahm, sondern auch viele andere Frauen, die Hitler nie getroffen hatten. Auch sie fanden das Leben ohne den Führer nicht lebenswert und begangen Selbstmord. Es gibt keine Statistiken, aber es sollen Tausende sein. Nein, die drei Diktatoren waren keine einsamen Wölfe, stellt Wiemer fest. Im Schatten der Macht versteckten sie die Ehefrauen, Geliebte, Freundinnen, Bewunderinnen und eigenen Kinder.

Die Macht bescherte manchen Frauen im Schatten der Diktatoren ein luxuriöses, aber kein glamouröses Leben, dessen Ausgang zu dem freiwilligen Tod führte, dieses Fazit zieht die Homburgerin bei ihren Ausführungen.

Einzelheiten sind zu erfahren im VHS-Vortrag am kommenden Dienstag, 16. Februar, 18.30 Uhr, in der Hohenburgschule Homburg , VHS-Raum.

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