Die Gampper klopft auf den Busch

Im Hof der Gustavsburg sorgten Margret Gampper und ihr Bühnenpartner Bernd Möhl am Piano bei Kunst im Museum für Unterhaltung pur bei Kleinkunst und Wilhelm Busch. Es gab neue Sichtweisen auf alte Krisen.

Einen schönen Sommerabend erlebten die Besucher bei einem überaus humorvolles Kleinkunst-Programm in der Reihe "Kultur im Museum" im Hof der Gustavsburg in Jägersburg . Mit lustigen, teilweise frechen Versen sowie dazu passenden Musikstücken begeisterte Margret Gampper mit Pianist Bernd Möhl das überwiegend weibliche Publikum bei ihrem Auftritt "Auf den Busch geklopft - Ein Wilhelm-Busch-Album im Spiegel der Kleinkunst " . Unter der Regie von Ela Otto rezitierten die durch ihren Humor und Charme bekannte Margret Gampper sowie ihr kongenialer Bühnenpartner Bernd Möhl Originaltexte von Wilhelm Busch .

Einige Werke wurden auch auf bekannte Melodien gesungen, durch spritzige Dialoge und eigene komödiantische Beiträge ergänzt. Mit ihren Beiträgen hielten Gampper und Möhl wie Busch dem Publikum einen Spiegel vor, in welchem man sich heute noch sehen kann. Unterlegt mit Musik von Georg Kreisler , Otto Reutter , Schubert, Beethoven, Mozart oder den Comedian Harmonists lieferte das Duo mit seinen musikalisch wie gedanklich originellen Assoziationen neue Sichtweisen der von Wilhelm Busch aufgezeigten Krisen .

Er könne an diesem Abend ganz besondere Gäste begrüßen, die zum ersten Mal in der Reihe Kultur im Museum dabei seien und Ausschnitte aus den mit spitzer Feder und feinen Worten skizzierten Werken von Wilhelm Busch präsentierten, versprach Christoph Neumann, Geschäftsführer der Homburger Kulturgesellschaft, dem Publikum einen kurzweiligen Abend. Wegen des schönen Wetters hatte man die Veranstaltung kurzerhand in den Hof der Gustavsburg verlegt. Gut anderthalb Stunden lang klopfte das Duo Gampper/Möhl mit Gedichten, Liedern und frechen Dialogen auf den Busch. Als Margret Gampper zu Beginn als Witwe Bolte zu Möhls zündendem Piano-Jazz mit Kopftuch und hölzerner Schöpfkelle "bewaffnet" den Hof betrat, um die beiden Lausbuben Max und Moritz zu suchen, hatte sie die Lacher schon auf ihrer Seite. Wer kennt sie nicht, die fromme Helene, die beiden Lausbuben Max und Moritz , den Vetter Franz, Julchen Knopp oder Tobias Knopp?

Alle bekamen an diesem Abend ihr Fett weg: Die unartigen Kinder, das prüde Bürgertum, die Kirche und die Presse. Während Gampper die skizzierten Bilder der Geschichte wie früher die Moritatensänger an einer Staffelei umschlug, bauten sie und ihr plauder- und reimfreudiger Pianist Bernd Möhl die jeweiligen Geschichten durch überraschend stimmige Zwischentitel aus. An der Reaktion der Besucher konnte man feststellen, dass die von Wilhelm Busch mit spitzer Feder skizzierten alltäglichen, durch Naivität, Dummheit, Eitelkeit, Scheinheiligkeit, Hochmut und Bosheit verursachten kleinen Katastrophen auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren zu haben scheinen.