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Die Fakultät begrüßt ihre "Neuen"Ab heute beginnt ein neuer Lebensabschnitt für die Studenten

Die Fakultät begrüßt ihre "Neuen"Ab heute beginnt ein neuer Lebensabschnitt für die Studenten

Homburg. Für über 200 Studenten der Human- und Zahnmedizin begann am Freitagmorgen am Homburger Universitätsklinikum der Ernst des studentischen Lebens. Im Hörsaal der Anatomie war es an Professor Michael Menger, dem Dekan der medizinischen Fakultät, die Studienbeginner zum Wintersemester 2008/2009 zu begrüßen und ihnen einen ersten Eindruck ihrer zukünftigen Heimat zu vermitteln

Homburg. Für über 200 Studenten der Human- und Zahnmedizin begann am Freitagmorgen am Homburger Universitätsklinikum der Ernst des studentischen Lebens. Im Hörsaal der Anatomie war es an Professor Michael Menger, dem Dekan der medizinischen Fakultät, die Studienbeginner zum Wintersemester 2008/2009 zu begrüßen und ihnen einen ersten Eindruck ihrer zukünftigen Heimat zu vermitteln. Unter den "Neuen" befanden sich auch Johannes Bay aus Homburg, Jennifer Stemler aus Nanzdietschweiler in der Nähe von Kusel und Janne Wellens aus Heinsberg bei Aachen. Letztere repräsentierte die nicht kleine Zahl von Studenten, die - nicht immer dem eigenen Wunsch entsprechend - über die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) den Weg ins Saarland auf sich nehmen mussten. "Es hätte auch gerne eine andere Universität sein dürfen", gestand Wellens vor Beginn der Eröffnungsveranstaltung freimütig. "Meine erste Wahl wäre Göttingen gewesen." Auch Homburg selbst hat als Wohnort augenscheinlich wenig Attraktivität für die junge Studentin: Genau wie viele andere auch, die nicht aus dem Saarland stammen, hat sie sich Saarbrücken als neues Zuhause ausgesucht - wohl nicht zuletzt auf Grund des vermeintlich größeren Angebotes an möglichen Aktivitäten jenseits des Lernens. Der Heimat treu geblieben ist Johannes Bay aus Erbach. Im Rahmen des Wahlverfahrens der ZVS hatte er Homburg als Wunsch-Uni angegeben. "Ich denke, das ist ganz praktisch, zumindest in den ersten Semestern." Neben dem Standortvorteil ist es für Bay auch der Ruf der medizinischen Fakultät, der ihm die Wahl Homburgs schmackhaft gemacht hat. "Früher habe ich gedacht, dass die Uni nicht so gut sei. Aber wie ich inzwischen weiß ich, ist der Ruf von Homburg gar nicht so schlecht." Auch für Jennifer Stemler aus Nanzdietschweiler fiel die Wahl auf Homburg mit Blick auf die Nähe zur Heimat. "Zwar hätte mir eine andere Uni auch nichts ausgemacht, aber ich wollte schon gerne hierher." Homburgs Bürgermeister Klaus Roth kam die Aufgabe zu, den neuen Studenten die Kreisstadt als durchaus lohnenswertes Lebensumfeld schmackhaft zu machen. Und er würdigte, auch mit Blick auf die vermeintlich große Konkurrenz anderer Universitäten wie Freiburg oder Heidelberg, die Leistungen des Uni-Standortes Homburg. "Es sind nicht immer die großen Namen, die das bringen, was man sich erwünscht." thw Homburg. Der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Michael Menger, lässt es sich nicht nehmen, jedes Jahr die neuen Homburger Medizin-Studenten persönlich zu begrüßen. Was ist ihm wichtig? "Die jungen Leute haben erst mal alle die Schule hinter sich, das heißt, die müssen begreifen, dass nun ein ganz anderer Lebensabschnitt anfängt. Man ist nun für sich selbst verantwortlich, muss sich Dinge selbst erarbeiten und wird nicht mehr am Händchen geführt. Das Studium hat mit den herkömmlichen Schul-Erfahrungen nichts mehr zu tun, ab jetzt muss man sich selbst aktiv um die Ausbildung bemühen." Was unterscheidet Medizin-Studenten voneinander? "Die Ausbildung verläuft anfangs für alle gleich, doch mit der Zeit bilden sich deutlich persönliche Vorlieben heraus", betont Dekan Menger, "der eine möchte Hausarzt in Bexbach werden, die andere möchte Genforschung in den USA betreiben. Diesen unterschiedlichen Interessen müssen wir als Hochschullehrer Rechnung tragen. Das erfordert, dass wir auch zu Mentoren der Studenten werden, die ihnen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen." Erinnert sich Professor Menger noch an seinen ersten Tag als Medizin-Student? "Nein, den habe ich vergessen. In den 70er Jahren war ohnehin alles sehr anonym, man wurde weder begrüßt noch zu seiner Promotion beglückwünscht. Die Urkunde holte ich mir damals im Sekretariat ab."maaMeinung

Erste Kontakte ins Saarland

 Jennifer Stemler
Jennifer Stemler
 Johannes Bay
Johannes Bay
 Janne Wellens
Janne Wellens

Von SZ-Redakteurin Christine Maack Du Armer. Du hast Deinen ZVS - (=ZwangsVerSchickungs-) Bescheid vier Mal gelesen, und immer noch stand nicht drauf: Heidelberg, Berlin, München . . . Sondern: Universität des Saarlandes, Homburg. Du hast zur Deutschlandkarte gegriffen und festgestellt, dass das praktisch in Frankreich ist, und zwar an dem Ende Frankreichs, wo wirklich überhaupt nichts los ist. Und jetzt stehst Du hier in Homburg und fragst Dich: Warum nur? Entweder, Du fährst dann zwei bis vier Semester lang jedes Wochenende heim ins Reich und wechselst dann die Uni, ohne je einen Saarländer kennengelernt zu haben. Oder Du freundest Dich mit dieser netten Spezies Mensch an, gehst nach drei Monaten zum ersten Mal zu einem von ihnen Schwenkbraten grillen, verschiebst Deinen Besuch bei Mama, um den Jazzfrühschoppen nicht zu verpassen, und irgendwann merkst Du, dass es Dich ärgert, wenn Deine Verwandten über das Saarland lästern. Spätestens dann ist es Zeit zu gehen - oder für immer in Homburg zu bleiben.