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Deutsch-polnisch-ukrainisches Freundschaftskonzert in Homburg im Forum

Besuch aus Polen und der Ukraine : Die Freundschaft musikalisch gefeiert

Bei einem deutsch-polnisch-ukrainischen Konzert im Saalbau brachten die Gäste den Zuhörern ein Stück ihrer Heimat näher. Auch der Bexbacher Schubertchor wirkte mit.

Einmal mehr stand Homburg ganz im Zeichen mitreißender Musik. Im Kulturzentrum Saalbau glänzten kürzlich der weltweit gefeierte Trompetenvirtuose Gábor Boldoczki aus Ungarn und seine Musikpartner mit barocker Klangpracht. Als „fabelhaft“ wurde dies kommentiert. Ähnlich äußerte sich die Geigerin Aleksandra Kowalska-Hnateyko von der Deutschen Radiophilharmonie über das „Deutsch-Polnisch-Ukrainische Freundschaftskonzert“, das zeitgleich im Homburger Forum lief, zu dem Landrat Theophil Gallo und die Deutsch-Polnische Gesellschaft eingeladen hatten.

Es war ein Höhepunkt im Rahmen der Europawoche und bevor es in Homburg zu Gehör gebracht wurde, war es kurz zuvor in der Ludwigskirche in Saarbrücken zu erleben. Anlass war der Besuch aus dem ukrainischen Pustomyty, dem jüngsten Partnerkreis des Saarpfalz-Kreises, mit Landrätin Halyna Hytschka, sowie aus dem polnischen Partnerkreis Przemysl mit dem stellvertretenden Landrat Marek Kudła, schreibt die Kreisverwaltung zu den Hintergründen. Landrat Gallo sei es ein besonderes Anliegen, die internationalen Beziehungen zu vertiefen. Dazu hatte ihm der saarpfälzische Kreistag im Mai des vergangenen Jahres durch einen Grundsatzbeschluss seine Unterstützung zugesichert. Ein weiterer Gast war der Landrat des Kreises Łańcut, Adam Krzyszton, der auch den polnischen Landkreistag mit vertrat. Anlass genug, dass in Saarbrücken neben der Oberbürgermeisterin Charlotte Britz auch die ukrainische Generalkonsulin Alla Polyova und die ehemalige Abgeordnete im europäischen Parlament, Doris Pack, als Vorstand der Deutsch-Französischen Stiftung für kulturelle Zusammenarbeit, anwesend waren.

Die Delegation reiste mit weiteren, außergewöhnlichen musikalischen Gästen an, um nicht zuletzt auf eine besondere Art und Weise ihre Verbundenheit mit dem Saarpfalz-Kreis zum Ausdruck zu bringen und gleichzeitig den Menschen hier ein Stück ihrer Heimat, ein Stück Tradition näher zu bringen.

Zu Beginn des Konzertes in Homburg stimmte der Bexbacher Schubert-Chor im Verein mit den vielen Besuchern im Sitzungssaal die Nationalhymnen der beteiligten Länder an. In der bunten Programmvielfalt setzte sodann jedes der beteiligten Ensembles seine eigenen künstlerischen Schwerpunkte.

Das nationale Ensemble der ukrainischen Banduristinnen „Schöne Saiten“ erlaubte in schmucker Nationaltracht und mit seiner musikalischen Leiterin Oksana Shalai als Vorsängerin Einblicke in die melodienselige ukrainische Folklore. Sie wurde auf den schwebenden Klängen der großen Saiteninstrumente vorgetragen, aber auch mit betörendem Stimmencharme der Mädchen aus dem Rayon Pustomyty um Lviv, dem früheren galizischen Lemberg.

Bei dem „P&P Quintet“ aus Lemberg erlebte man stimmliche Virtuosität auf höchstem Niveau. Was war mehr zu bewundern, die kaum zu überbietende Intonationssicherheit im A-cappella-Gesang, wie sie von den professionell ausgebildeten Sängern in den orthodoxen Gottesdiensten ihrer Lemberger Stammkirche „Apostel Petrus und Paulus“ ausgeübt wird, die stilistische Gewandtheit zwischen altslawischem Kirchengesang und karibischer Ausgelassenheit in Pop-Arrangements oder die mitreißende Bühnenshow ohne Noten und ohne instrumentale Stütze?

In den Vertonungen des Engelsgrußes nach Lukas aus der Ukraine, aus Polen und aus dem deutschsprachigen Raum bewunderte die Geigerin aus Saarbrücken im Bexbacher Schubert-Chor „das feine Zusammenspiel der Chorstimmen mit der Klavierstimme, vor allem die sprechende Agogik“ in den Gesängen von Vavilov, Gołaszewska und Schubert.

Als sich wie schon zuvor in der Saarbrücker Ludwigskirche das „P&P Quintet“ zum Finale unter die „Schubertianer“ mischte, gipfelte das über zweistündige Programm mit einem letzten Höhepunkt auf. Das mitreißende polnisch-ukrainische Volkslied „Hej Sokoły“ (He, ihr Falken) und das schmachtende, 1898 im ukrainischen Odessa entstandene „O sole mio“ (Du meine Sonne) des Neapolitaners Edoardo di Capua.

Dass der Besuch der Delegationen insgesamt so reibungslos verlief, war, so Landrat Gallo, der hervorragenden Vorbereitung und Organisation durch Violetta Frys zu verdanken, die als Partnerschaftsbeauftragte des Saarpfalz-Kreises verantwortlich tätig ist.

Gallo weiter: „Der Besuch unserer Freunde aus Polen und aus der Ukraine und insbesondere der kulturelle Austausch hat bei allen Beteiligten einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mir wird es weiterhin, auch als Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, ein besonderes Anliegen sein, dass sich die Menschen unserer gemeinsamen europäischen Region mehr und mehr begegnen und sich kennen und schätzen lernen.“

Der Austausch werde fortgesetzt, kündigte er an. „Und beim nächsten Mal auch unsere französischen Partner aktiv mit einbeziehen. Wir sind alle Europäer“, unterstrich dann auch Landrat Gallo, bei dem Landrätin Hytchka sich mit der Übergabe eines ukrainischen Friedenssymbols bedankte.