Der Turnspaß mit der Maus

Bei der 27. Auflage des Salto-Cups der Saarländischen Turnerjugend (STJ) waren am Sonntag 517 Jungturner aus 29 Vereinen mit großer Begeisterung bei der Sache. Vom Einturnen mit „Toni Turnmaus“ bis hin zum Finale mit dem beliebten Vereinsspiel.

 Der achtjährige Nils aus Beckingen beim Salto.
Der achtjährige Nils aus Beckingen beim Salto.
 Die acht Jahre alte Jana vom ATSV Saarbrücken zeigt den jungen Zuschauerinnen ihren Gleichgewichtssinn.
Die acht Jahre alte Jana vom ATSV Saarbrücken zeigt den jungen Zuschauerinnen ihren Gleichgewichtssinn.

Schon das gemeinsame Einturnen mit Maskottchen "Toni Turnmaus" ist am Sonntagmorgen ein großer Spaß. Danach können sie sich nach Herzenslust austoben: hoch hinaus auf dem Mini-Trampolin, geschicktes Balancieren über den Schwebebalken, ein kräftiger Satz beim Standweitsprung, Fahrt aufnehmen beim Wendesprint und vieles mehr. Die mehr als 500 Kinder im Sportzentrum Homburg-Erbach sind sichtlich begeistert. Doch gegen Mittag müssen sie dann kurz mal innehalten. Denn der krönende Abschluss beim 27. Salto-Cup der Saarländischen Turnerjugend (STJ), dem größten Kinder-Turnwettbewerb des Saarlandes, steht unmittelbar bevor: Das beliebte Vereinsspiel, bei dem jeder der jungen Teilnehmer im Alter von sechs bis zwölf Jahren noch mal alles für seine Equipe aus sich herausholt. Die Jungs vom TV Beckingen können das große Finale kaum erwarten, überbrücken mit Schlachtrufen die Wartezeit. "Zicke zacke, zicke zacke", stimmt Trainer Christian Braun kurzerhand an, der Beckinger Nachwuchs lässt aus Leibeskräften ein "Hey, hey, hey!" durch die Halle schallen. Danach präsentieren die Beckinger den Kindern, Trainern sowie Eltern und Zuschauern auf der gut besuchten Tribüne noch mehr von ihrem Gesangsrepertoire, was von allen begeistert aufgenommen wird.

Gleiches galt für die Übungen zuvor. Mit viel Spaß, Freude und Ehrgeiz zeigten die 517 Jungturner aus 29 saarländischen Vereinen beim Salto-Cup ihr sportliches Repertoire. Für viele war es das erste Erlebnis dieser Art. "Das ist ein sehr schöner Wettkampf für Kinder, die noch keine Erfahrung gemacht haben. Viele merken dabei: Du, das ist ja gar nicht so schlimm", schilderte Julia Hanus, Trainerin beim TV Saarlouis , einen Hauptaspekt.

"Ich fand es gut. Das frühe Aufstehen war schwer. Als wir aber zusammen getanzt haben, war ich wach", blickte die siebenjährige Lea Kröhnert vom TV Jägersburg auf eine gelungene Premiere. Und ihre Trainerin Stephanie Petker verriet: "Wir sind jetzt das zweite Mal da, weil es den Kindern letztes Jahr so viel Spaß gemacht hat. Da waren wir zu fünft, diesmal schon zu acht." Fiona Posner, neun Jahre alt, kam mit dem TuS Wiebelskirchen. "Vor allem der Parcours mit den Stäben über Hindernisse hat mir gut gefallen", sagte sie. Und Julie Heinz (ebenfalls neun Jahre, TuS Wiebelskirchen) ergänzte: "Ich fand es auch schön. Mir hat das Trampolin am besten gefallen." Stephanie Petker, Trainerin des TV Jägersburg, meinte: "Ehrgeiz und Ansporn waren bei unseren Kids noch größer. Die Hauptsache ist aber, dass die Kinder Spaß haben und zeigen können, was sie das ganze Jahr geübt und gelernt haben."

Einen gelungenen Einstand erlebte auch Florian Schuler, wobei der 27-Jährige, der seit April STJ-Vorsitzender ist, fast aufgeregter als so manches Kind war: "Ich war vorher ja schon als Helfer dabei. Wenn du aber auf einmal in der Verantwortung stehst, macht dich das schon nervös. Erst jetzt, wo endlich alles läuft, bin ich relativ entspannt." Die Resonanz stimmte Schuler zufrieden, auch wenn rund 80 Kinder weniger als im Vorjahr da waren. Es sei aber ein genereller Trend: "Wir merken, dass die Eltern ihre Kinder nicht mehr so häufig bei Wettkämpfen anmelden, natürlich auch, weil die Kinder selbst nicht wollen."

Dabei bereitet der Salto-Cup viel Freude. Einige derer, für die es altersbedingt der letzte Start war, reagierten enttäuscht. "Klar, bin ich traurig. Es war auch heute wieder sehr schön", sagte etwa Felix Brossette vom TV Beckingen. "Der Salto-Cup ist immer ein besonderes Ereignis. Hier geht es eben nicht um Leistung, es geht um den Spaß", traf der Zwölfjährige den Nagel auf den Kopf. Allerdings gab es am Sonntag auch einen Punkt, den der Nachwuchs nicht so toll fand. "Nur so als kleine Kritik", sagte die elfjährige Hanna Teusch vom TV Saarlouis : "Die Luft ist leider ziemlich schlecht hier drin. Sonst war alles gut." Doch das lässt sich mit Blick auf den nächsten Salto-Cup bestimmt verbessern - ansonsten zeigten die vielen strahlenden Kindergesichter, dass es auch diesmal eine tolle Veranstaltung für sie war.