Der Rabe und das Rumpelstilzchen

Homburg. "Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß"

Homburg. "Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß". Wer kennt nicht die berühmten Zeilen aus einem der bekanntesten Märchen der Gebrüder Grimm? Beim Gastspiel des Puppenpalastes Michael Henne erlebten kleine und große Besucher in der Aula des Saarpfalz-Gymnasiums in Homburg eine Aufführung, die sich jedoch nicht ganz an die Originalvorlage des Märchen-Klassikers hielt. Komplettiert wurde das Märchen vom Rumpelstilzchen vom Kasper und dem Raben Carlos, der sich als Zauberer präsentierte, indem er seinen roten in einen gelben Schnabel verwandeln konnte. Er habe mittlerweile das neu inszenierte Stück vom Rumpelstilzchen etwa 2000 Mal von Hamburg bis hinunter zum Bodensee gespielt, erklärte der 31-jährige Michael Henne im Gespräch mit unserer Zeitung, der alle Sprechrollen selbst übernimmt. Aufgeführt wurde das Rumpelstilzchen in fünf Szenen mit nostalgischen, von Hand gefertigten Holzfiguren in prächtigen Kostümen und mit einer lebhaften, von Vater Norbert Henne hergestellten Kulisse. Das Publikum setzte sich vor allem aus Kleinkindern im Alter von zwei bis sieben Jahren zusammen, die in Begleitung von Mama, Papa oder den Großeltern ins Saarpfalz-Gymnasium gekommen waren. Obwohl die Spielweise sich nicht als ganz märchengetreu erwies, hatten die Kinder nach anfänglicher Zurückhaltung doch ihren Spaß. Sie durften mitmachen und klatschen. "Habt ihr alle Angst vor dem kleinen Männlein mit der krummen Nase?", fragte der Kasper ins Publikum. "Seid ihr Angsthasen?", fügte er hinzu und erhielt lediglich ein etwas kleinlautes "Nein" aus den Reihen der Kinder. "Keine Angst, das Männchen kommt nicht runter von der Bühne", beruhigte er die Gemüter. "Ich hatte ein bisschen Angst vor dem Rumpelstilzchen", meinte die vierjährige Sarah nach der Aufführung. Die Kinder erlebten das Märchen vom Rumpelstilzchen, lernten die fleißige und geschickte Müllerstochter Marie kennen. Wegen der Lügengeschichten und der Schulden ihres bösen Vaters sollte sie für den König Stroh zu Gold spinnen, um dem Kerker zu entgehen. Mithilfe des kleinen Männleins und dem Versprechen, ihm ihr erstgeborenes Kind zu geben, schaffte sie es und heiratete den König. Doch Rumpelstilzchen forderte seinen Lohn. Mithilfe des Müllersburschen Hans und den Kindern gelang es ihr, den Namen des Männleins zu erfahren und ihr Kind zu behalten. Neben dem Rumpelstilzchen hatte Michael Henne mit dem Rotkäppchen noch ein weiteres Märchen im Programm, das in der Aula des Homburger Saarpfalz-Gymnasiums erstmals aufgeführt wurde. "Habt ihr Angst vor dem kleinen Männlein mit der krummen Nase?"Michael Henne