Der Mann an der Orgel

Homburg. Seit fünf Jahrzehnten spielt Herbert Krick die Orgel in der Klinikkirche. Anlässlich seines 50-jährigen Organistendienstes verlieh ihm Pfarrer Klaus Sutter im Rahmen einer Alphornmesse am vergangenen Sonntag in der Klinikkirche eine von Bischof Karl-Heinz Wiesemann unterschriebene Urkunde der Diözese Speyer. Für die musikalische Gestaltung sorgten die Alphornbläser der Hofgässler

Homburg. Seit fünf Jahrzehnten spielt Herbert Krick die Orgel in der Klinikkirche. Anlässlich seines 50-jährigen Organistendienstes verlieh ihm Pfarrer Klaus Sutter im Rahmen einer Alphornmesse am vergangenen Sonntag in der Klinikkirche eine von Bischof Karl-Heinz Wiesemann unterschriebene Urkunde der Diözese Speyer. Für die musikalische Gestaltung sorgten die Alphornbläser der Hofgässler. Krick habe mit seinem Orgelspiel und seinem Gesang "zur Lebendigkeit der Gottesdienste" beigetragen, so Sutter: "Musik ist die Sprache des Himmels". Der 1944 als "Siedlerbub" im damaligen Landeskrankenhaus geborene Krick hatte schon sehr früh eine Beziehung zur Klinikkirche.Als 1959 die Heilig-Geist-Schwestern zusammen mit dem damaligen Klinikpfarrer Dr. Golsong das Krankenhaus verließen, wurden die Messdiener - darunter auch Herbert Krick - für die Gestaltung der Messfeiern wichtig. Nach dem altersbedingten Ausscheiden des Organisten waren das Harmonium in der Kapelle und die Orgel in der Kirche verwaist. Neben der ehemaligen Leiterin der Krankenpflegeschule, Oberin Bukowski, spielte auch Kricks Bruder Paul vor allem in den Sonntagsgottesdiensten die Orgel. Etwa ab 1960 hat er seine ersten musikalischen Gehversuche am Harmonium in der Kapelle gemacht, vor allem an Freitagabenden, sonntags in der Frühmesse um sechs Uhr sowie bei den Maiandachten. In einer Maiandacht ist er 1961 einer jungen Besucherin aus dem Sonnenfeld aufgefallen. "Und die ist seit 45 Jahren meine Frau", stellte Krick fest. Er könne sich noch gut daran erinnern, dass seine Mutter, wenn sie sonntags gegen halb sechs aus dem Haus ging, ihn ermahnt habe, aufzustehen und nachzukommen.

"Ich habe es geschafft, nach einer Katzenwäsche noch vor ihr in der Kapelle zu sein", schmunzelte er. An einem Sonntagmorgen war die Kapelle wegen Anstreicherarbeiten geschlossen; die Frühmesse war in der Kirche. Die Orgel dort habe aber ein Fußpedal gehabt, das brummte. "Wie zitterten da die Füße, aber irgendwie hat es doch geklappt. Pfarrer Zimmermann war jedenfalls zufrieden", erinnert sich Krick.

Ab 1965 übernahm er offiziell die gesamten Organistendienste. In der 70er und 80er Jahren half er zudem als Pater Christ's "15. Nothelfer" regelmäßig in St. Fronleichnam aus. Das hieß für ihn: um sechs Uhr Frühmesse in der Klinik, um acht Uhr Frühmesse in St. Fronleichnam, um neun Uhr das Hochamt in der Klinik und um 10.45 Uhr das Hochamt in St. Fronleichnam. Vorabendmessen gab es zwar noch nicht, aber nicht selten waren samstags noch eine oder zwei Hochzeiten oder Kindtaufen zu spielen. In den 50 Jahren hat Krick den bisher fünf Pfarrern Alfred Zimmermann, Gerhard Schick, Toni Anna, Klaus Sutter und Raymond Rambaud und fast ebenso vielen Kaplänen bei der Gestaltung der Gottesdienste geholfen. "Es hat mir fast immer Freude gemacht und es macht mir auch heute noch Spaß, die Orgel zu spielen und für Freude bei den Gottesdienstbesuchern zu sorgen", erklärte Krick.

Auf einen Blick

Der Gottesdienst zum 50-jährigen Organistendienst von Herbert Krick in der Klinikkirche auf dem Gelände des Uniklinikums Homburg wurde von Pfarrer Klaus Sutter und Diakon Helmut Vogelgesang gestaltet. Musikalisch umrahmt wurde die Alphornmesse von den Alphornbläsern der Hofgässler Kirrberg in der Besetzung Herbert Stäudel, Alfons Heck und Peter Schuster. Im Rahmen des Gottesdienstes wurde Herbert Krick für seine langjährige Tätigkeit als Organist mit der Urkunde der Diözese Speyer ausgezeichnet. re