Der Hubertushirsch ist bis heute noch „im Dienst“

Der Hubertushirsch ist bis heute noch „im Dienst“

Der Jägermeister-Schriftzug mit dem Hubertushirsch stammt von Heinrich Lau. Die Darstellung von Schloss Karlsberg in der Homburger Bahnhofshalle ebenso. Einblick in das vielseitige Werk gibt die aktuelle Schau.

Er muss ein wirklich sehr angenehmer Mensch gewesen sein, so erzählen es jedenfalls all diejenigen, die ihn kannten - der Maler Heinrich Lau ist vielen Homburgern noch in guter Erinnerung. Fast 100-jährig starb der Künstler vor 18 Jahren und hinterließ eine große Zahl von Bildern. Bernhard Bonkhoff, Pfarrer im Ruhestand, hat nun einige Werke Laus zusammengetragen und über die Stiftung für Kultur und Umwelt der Kreissparkasse Saarpfalz eine Ausstellung initiiert, die im Kundenfoyer der Hauptgeschäftsstelle in der Talstraße zu sehen ist. Am Montagabend eröffnete die Schau mit Grußworten von Landrat Theophil Gallo und einer Würdigung sowie Einführung durch Bonkhoff. Für die musikalische Untermalung sorgte das Ensemble des Zupforchesters '78 St. Ingbert mit volkstümlichen Stücken, auf Zither, Harfe, Hackbrett und Ziehharmonika gespielt.

"Heinrich Lau war oft bei uns zu Gast", erzählte Pfarrer Bonkhoff von seiner persönlichen Verbindung zu dem Maler , der allerdings auch grafisch tätig war. Sein berühmtestes Werk hat wohl jeder schon mal gesehen: "Kaum jemand weiß noch, dass der Jägermeister-Schriftzug mit dem Hubertushirsch von Heinrich Lau stammt", sagte Bonkhoff. Auch für Homburger Firmen hat Lau Designs erstellt, so etwa Bierdeckel für Karlsberg. Die große Darstellung von Schloss Karlsberg in der Homburger Bahnhofshalle ist ebenso von ihm wie das zwölf Meter breite Panorama-Fresko im Wasserwerk, eine Ansicht Homburgs vom Schwarzenbacher Stich aus gesehen.

"Wenn man ein Geburtstagsgeschenk brauchte, ging man in die Obere Allee, oben unters Dach - da war der große Schrank mit den tiefen Schubladen, wo alles feinsäuberlich gelagert war", erinnerte sich der Pfarrer an Gemälde-Käufe. Oft habe er den Maler auch beim Spazierengehen am Waldrand getroffen: "Das Fahrrad lehnte am Baum, er saß auf seinem Schemel und hatte die Augen so etwas zugekniffen. Mit dem Pinsel fixierte er einen Punkt auf der Leinwand - und dann entstand ein Bild." Lau gehörte mit dem Jahrgang 1899 zu denjenigen, die das Pech hatten, beide Weltkriege mitmachen zu müssen. Selbst während seiner Soldatenzeit malte er Bilder, die zum Teil in der Ausstellung zu sehen sind - französische Landschaften und Dörfer. In der Nachkriegszeit wurde er Sprecher der Homburger Künstler, "weil er so friedfertig und freundlich war", so Bonkhoff.

In seinen Bildern könne man das Homburg von früher entdecken. Es sei bescheidener gewesen, habe aber etwas für die Pflege der Kultur getan: "Vor allem hatten wir damals das Stadtmuseum und die Räume für Kunstausstellungen - etwas, das in Homburg bis heute fehlt", übte der Laudator Kritik am Hier und Jetzt.

Vier von fünf Enkeln Laus besuchten die Vernissage, sie bestätigten die Einschätzung Bonkhoffs: "Er war so zurückhaltend und bescheiden. Wir haben nur gute Erinnerungen an den Opa", sagte Anne Renard.

Die Ausstellung ist bis einschließlich Donnerstag, 24. November, während der Öffnungszeiten im Kundenfoyer der Kreissparkasse zu sehen.