Den Berg sicher erkunden

Eine Stahltreppen-Konstruktion schließt neuerdings die Lücke im Wegenetz des Homburger Schlossbergs. Sie befindet sich an genau der Stelle, wo früher eine Holztreppe für Soldaten und Bedienstete bereitstand.

Wer sich bislang auf einen ausgedehnten Rundweg über und durch die Ruine der Hohenburg auf dem Homburger Schlossberg machte, der hatte ein logistisches Problem. Denn im Wegenetz gab es eine Lücke im mittleren Bereich des historischen Bauwerks, hinauf und hinab in Richtung Hornwerk, im Bereich des Ravelin I. Diese Lücke ist nun mittels einer Stahltreppen-Konstruktion geschlossen. Vorbei sind damit die Zeiten, in denen Besucher auf mehr oder minder ungesicherten Pfaden wandeln mussten und sich mitunter auch dem Risiko eines Sturzes aussetzten.

"Es ist uns in den vergangenen drei Jahren gelungen, wichtige Lücken im Wegesystem zu schließen", ordnete Michael Emser, der zuständige Leiter für Museums- und Denkmalpflege bei der Homburger Stadtverwaltung, grundsätzlich die neuerliche Investition von 20 000 Euro in das Gesamtkonzept der Erschließung der Ruine ein. "Damit schaffen wir für Besucher, die nach Homburg kommen und in der Regel immer zuerst den Schlossberg anlaufen, Attraktivität. "Gerade Familien mit Kindern sind von dieser Anlage begeistert - weil sie, ohne auf Führungen warten zu müssen, einfach mal den Berg erkunden können."

Den neuen Auf- und Abgang zum Mittelbereich der Festungsanlage habe man in Absprache mit dem Landesdenkmalamt genau an der Stelle installiert, wo auch früher eine Holztreppe den Soldaten und Bediensteten des Festungsbetriebs zu Vaubans Zeiten zur Verfügung gestanden habe. "Wir wollten deswegen genau an dieser Stelle den Rundweg komplettieren."

Beim Termin vor Ort zusammen mit Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind und dem zuständigen Beigeordneten Raimund Konrad gab's gestern aber nicht nur gute Neuigkeiten. Denn: Für die Beschäftigungsgesellschaft Aquis des Saarpfalz-Kreises markiert die Unterstützung dieses Bauprojektes das Ende der Aktivitäten auf dem Schlossberg. Und was dies bedeutet, verdeutlicht nicht zuletzt der Arbeitseinsatz von Martin Thiele und seinem Trupp bei der Verwirklichung des Treppenbaus. "Wir haben die Zugänge zur Stahlkonstruktion gebaut."

Für solche Arbeiten steht nun erstmal niemand mehr zu Verfügung. Und hier sah Raimund Konrad im Gespräch mit unserer Zeitung durchaus Probleme bei der Unterhaltung der Ruine auf die Stadt zukommen. "Da müssen wir uns etwas einfallen lassen!" Denn, so Konrad: "Alleine die dauernde Pflege hier oben, das ist schon eine Herausforderung."

Die wird die Stadt stemmen müssen, bei leeren Kassen. Vor diesem Hintergrund betonte Schneidewind die große Bedeutung der Aufwertung der Schlossberg-Ruine durch die Treppen-Konstruktion. "Wir wollen die Hohenburg erfahrbar und erlebbar machen." Dies sei für Homburg als Tourismus-Ziel sehr wichtig. "Wir arbeiten trotz schwieriger Haushaltslage Stück für Stück, so wie es gerade irgendwie finanziell möglich ist."