Das Webenheimer Bauernfest ist eröffnet

Ozapft is : Beim Webenheimer Bauernfest geht’s rund

Bei der 98. Auflage der Traditionsveranstaltung beginnt an diesem Montagmorgen die Stuten- und Fohlenschau an der Rennbahn.

„Eigentlich mache ich das nicht so oft. Das ist meistens Sache der Bürgermeister oder Ortsvorsteher“, stapelte Landrat Theophil Gallo zunächst tief. Dann setzte er zwei satte, genaue Schläge unter der Aufsicht der Bierkönigin an, und das erste offizielle Fassbier des 98. Webenheimer Bauernfestes lief in die Krüge. Mit den Böllerschüssen der Schützen war dann auch weithin hörbar, dass in der Bliesaue wieder das traditionelle Webenheimer Fest gefeiert wird.

Zehn Tage lang steht Webenheim wieder im Zeichen der Traditionsveranstaltung, laut dem veranstaltenden Reiterverein Bliestal das älteste Fest des Saarlandes. Landrat Gallo nannte es eine „große Ehre“, Schirmherr des Bauerfestes sein zu dürfen: „Das ist auch eine wichtige Veranstaltung für die Biosphäre und für den Tourismus in der Region“, unterstrich der Landrat. Es sei eine gute Tradition, dass die Bauern ein Fest feiern: „Es gibt keine bessere Würdigung der Arbeit der Landwirte als ein solches Fest“, stellte der Schirmherr heraus. Der Landrat des Saarpfalz-Kreises würdigte zudem das Engagement von Festzelt-Wirt Kai Grunder: „Ein solches Fest sucht seinesgleichen in der gesamten Region“, ging er auf das Alleinstellungsmerkmal des Webenheimer Festes ein. Und weil der Schirmherr auch immer für das Wetter zuständig sei, werde er noch daran arbeiten müssen, so Gallo. Denn der erste Festabend war eher verregnet, nicht unbedingt bestes Festwetter. Aber man ließ sich die Stimmung nicht vermasseln, schließlich „haben wir ein ruhiges Jahr hinter uns“, wie der Präsident des Reitervereins, Ralf Schunck, in seiner Eröffnungsrede anmerkte.

Damit meinte er nicht zuletzt auch den Zustand der Rennbahn, die – abgesehen von ein paar Wildschwein-Besuchen mit ihren Spuren – bestens für den Rennsonntag präpariert sei. Der Reitervereinspräsident dankte auch den vielen ehrenamtlichen Helfern für ihr großes Engagement im Vorfeld der Festivitäten und den vielen Sponsoren, ohne die man das Fest nicht durchführen könne. Ralf Schunck sprach von der „Zielgeraden zum 100. Bauernfest“ in zwei Jahren, auf der man sich befinde. Er stellte die Höhepunkte des Festes wie etwa Handwerker- und Bauernmarkt, das Schlachtfest und auch die pferdesportlichen Veranstaltungen sowie den großen Vergnügungspark heraus: „Der Reiz unseres Festes ergibt sich aus den ganz unterschiedlichen Elementen.“ Und nachdem Schunck das 98. Webenheimer Bauernfest offiziell eröffnet hatte, prosteten sich die Vertreter aus Politik und Wirtschaft auf der Bühne (allerdings mit nur spärlich gefüllten Krügen) zu.

Mit dabei auch der zuständige Minister für die Landwirtschaft, Reinhold Jost, die neue zweite Beigeordnete der Stadt Blieskastel, Lisa Becker (Grüne), sowie der designierte Bürgermeister der Stadt Blieskastel, Bernd Hertzler (SPD).

Zuvor hatte man den klassischen Festrundgang über den Platz absolviert. Neu in diesem Jahr war eine Show unmittelbar vor der Eröffnung: Jugendliche und Erwachsene der Webenheimer Werkstätten hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen. Mit einer ganz starken Choreografie wurden die Gäste in den Bann gezogen. Da gab es Elemente aus der klassischen Festzelt-Polka-Musik wie auch fetzige Rockklänge. Es war eine Freude zuzusehen, wie die Tanzgruppe „We move“ das Festzelt rockte. Eine prima Show einer tollen Gruppe, die sicherlich nicht zum letzten Mal über die Bühne des Traditionsfestes wirbelt.

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Handwerker- und Bauernmarktes. Das Wetter war optimal, nicht zu heiß und auch kein lästiger Regen. Über 65 Markthändler hatten rund um die Reithalle und um das Festzelt herum ihre Stände mit Produkten aus der näheren oder auch etwas weiteren Umgebung aufgebaut.

Von interessierten Leuten stets umringt waren in Webenheim die ausgestellten Landmaschinen. Foto: Erich Schwarz

Vor allem Familien mit Kindern nutzten das Angebot, gab es doch viele Tiere zu bestaunen und zu erleben. Auch die Traktoren und landwirtschaftlichen Geräte, ob modern oder historisch, sind immer ein Besuchermagnet.

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