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Das Maifest in Homburg ist abgesagt

Kostenpflichtiger Inhalt: Das Maifest in Homburg ist abgesagt : Start des Musiksommers ist völlig offen

Die Coronakrise wirkt sich auf die Homburger Freiluftveranstaltungen aus. Das Maifest ist bereits abgesagt. Die Jazzfrühschoppen sollen später beginnen.

Wann lässt die aktuelle Entwicklung der Corona-Epidemie welche Form der Lockerung von Einschränkungen zu? Die Antwort auf diese Frage beschäftigt derzeit medienwirksam echte und selbsterklärte Experten. An der Basis, dort wo man über das fast schon mystische Datum „nach Ostern“ hinaus planen muss, herrscht vor diesem Hintergrund vor allem eines: Unsicherheit. Soll man große Veranstaltungen weiter planen – und sie dann doch kurzfristig absagen zu müssen? Oder sagt man ab und wird dann von aufgehobenen Beschränkungen „überrascht“. Was derzeit klar scheint: Der Mai wird wohl als Veranstaltungsmonat ausfallen.

Hier hat die Stadt Homburg schon entsprechend reagiert und das Maifest abgesagt. Und auch der Homburger Musiksommer wird nicht wie geplant am Wochenende 29./30. Mai starten – so zumindest die Einschätzung von Raimund Konrad, ehrenamtlicher Kulturbeigeordneter der Stadt und als Vorsitzender der Interessengemeinschaft Homburger Altstadt Veranstalter des Musiksommers. Dies bedeute aber keine generelle Absage der Konzertreihe mit „Querbeat“ am Freitagabend und Jazzfrühschoppen am Samstagmorgen für 2020.

„Wir stehen Gewehr bei Fuß und können jederzeit in das Programm einsteigen“, verdeutlichte Konrad im Gespräch mit unserer Zeitung. „Alle Verträge sind abgeschlossen.“ Aber er rechne eben nicht damit, dass die Auflagen den geplanten Auftakt Ende Mai möglich machten. „Wir können nur hoffen, dass wir später im Jahr einsteigen können.“ Dass Konrad diese Entwicklung außerordentlich bedauert, das konnte man ihm anhören. „Wir haben für dieses Jahr ein tolles Programm. Da tränen einem jetzt die Augen.“ Zu diesem Programm zählte Konrad natürlich auch den ursprünglich geplanten Auftakt mit dem Pasadena-Roof-Orchestra zum Start des Jazzfrühschoppens.

Für ihn selbst als Veranstalter sei die Situation „ärgerlich“, für die Musiker hingegen „dramatisch“. Immerhin werde man die Bands, deren Konzerte nun möglicherweise aufgrund von Corona-Einschränkungen in diesem Jahr ausfielen, für 2021 bevorzugt bei der Programmplanung berücksichtigen. Was nun für ihn bleibe, so Konrad, sei die Hoffnung, doch noch im Laufe des Sommers in die Konzertreihe einsteigen zu können. „Wir warten die Situation noch ab und werden dann kurzfristig entscheiden. Realistisch betrachtet sehe ich die ersten Konzerte im Juni noch in Gefahr. Ob und mit welchen Auflagen wir dann eventuell starten können, ist offen. Vielleicht können wir die ersten Konzerte noch ans Ende im September anhängen, wenn die Wetterlage es erlaubt.“ Für Konrad gilt damit, was für viele Veranstalter gilt: das Prinzip „Hoffnung“.

In Sachen Homburger Maifest ist diese zwischenzeitlich begraben. Wie Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff am Dienstag auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte, habe man sich seitens der Stadt dazu entschlossen, die Veranstaltung abzusagen. Damit bleibt es in der Innenstadt vom 22. bis zum 24. Mai ruhig. „Das Maifest wird abgesagt, unabhängig davon, ob zu diesem Zeitpunkt wieder Veranstaltungen möglich sein sollten. Dies liegt in erster Linie daran, weil die Planungen bereits weit im Vorfeld erfolgen mussten und die Lage und die Entwicklung der Auflagen bis Ende Mai noch zu ungewiss sind.“ Dies sei mit den Beteiligten des Festes auch größtenteils bereits kommuniziert, erklärte Kruthoff. „Hier war es der Stadtverwaltung Homburg aufgrund dieser vorausschauenden und rechtzeitigen Absage möglich, die Kosten so gering wie möglich zu halten und den Partnern des Maifestes trotz der Absage wenigstens Planungssicherheit zu geben.“

Sinnbildlich werden in diesem Jahr die Becher des Maifestes leer bleiben, die Veranstaltung ist abgesagt. Foto: Thorsten Wolf

In Sachen Musiksommer, hier ist die Stadt Partner der Interessengemeinschaft Homburger Altstadt, war Kruthoff gegenüber unserer Zeitung ganz auf der Linie von Raimund Konrad. „Was den Musiksommer betrifft, dieser ist immerhin bis in den September geplant, wollen wir aktuell eine generelle Absage vermeiden und in diesem Fall eher auf einzelne Veranstaltungstage verzichten.“ Je nachdem, wie sich die Situation und die Einschränkungen entwickele, müsse man dann sehen, ob einzelne Konzerte zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden könnten. „Sollten verschiedene Einschränkungen, gerade was das Zusammentreffen größerer Personengruppen betrifft, noch längerfristig gelten, müssen wir entscheiden, ob Konzerte unter Auflagen und mit entsprechenden Kontrollen durchgeführt werden können oder in diesen Fällen doch aus Sicherheitsgründen besser abgesagt werden sollten. Eine endgültige Entscheidung zu diesem Thema wird aber erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.“