"Das Haus braucht eine Zukunft"

Homburg. Ende August gab die Diözese Speyer bekannt, das Kardinal-Wendel-Haus in Homburg mittelfristig aus Kostengründen zu schließen (wir berichteten). Nun hat sich der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), einer der bisherigen Nutzer des Jugendhauses, als zukünftiger Teil einer noch zu gründenden Trägergesellschaft positioniert

Homburg. Ende August gab die Diözese Speyer bekannt, das Kardinal-Wendel-Haus in Homburg mittelfristig aus Kostengründen zu schließen (wir berichteten). Nun hat sich der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), einer der bisherigen Nutzer des Jugendhauses, als zukünftiger Teil einer noch zu gründenden Trägergesellschaft positioniert. In einer Pressekonferenz gestern stellten Felix Goldinger, Diözesanvorsitzender des BDKJ im Bistum Speyer, Pfarrer Andreas Sturm, der Diözesan-Präses des BDKJ im Bistum Speyer, und Sarah Engels, die BDKJ-Vorsitzende im Dekanat Saarpfalz, die aktuellen Überlegungen vor. Diese gründen auf der Absicht, das Kardinal-Wendel-Haus weiterhin im Grundsatz als Jugendhaus zu führen, dann allerdings nicht mehr in der Trägerschaft des Speyerer Bistums, sondern in der eines Trägerkreises unter maßgeblicher Mitwirkung des BDKJ. "Uns war nach der Entscheidung des Bischofs zur Schließung dieses Hauses wichtig, dass wir klarmachen, dass es das nicht gewesen sein kann. Das Haus war fast 50 Jahre lang für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ein ganz wichtiger Fokus im Bistum", verdeutlichte Andreas Sturm die Intentionen des BDKJ. "Uns war klar: Das Haus braucht eine Zukunft." Welche Bedeutung diese Zukunft für den BDKJ hat, verdeutlichte auch Sarah Engels, als sie den Stellenwert der Einrichtung für die katholische Jugendarbeit skizzierte. "In diesem Hause lernen wir, wir feiern unseren Glauben. Hier haben wir die Möglichkeit mitzugestalten und mitzuprägen." Dies gäbe dem Haus einen besonderen Charakter im Vergleich zu anderen gemeinschaftlichen Einrichtungen. Eben dieser Charakter soll nun durch eine neue Trägerschaft erhalten werden, Felix Goldinger beleuchtete die Denkansätze so: "Unsere Idee ist es, einen Trägerkreis zu gründen, der mit uns zusammen die Zukunft des Hauses sichert. Welche Rechtsform das Ganze haben soll, ist für uns aber noch nicht klar." Am 6. Oktober soll ein erstes Treffen mit potenziellen Partnern die Idee vorantreiben. In Zahlen bedeutet dies, dass durch einen möglichen neuen Trägerverbund immerhin 200 000 Euro jährlich für die Unterhaltung und weitere 50 000 Euro als Rücklage für Baumaßnahmen erbracht werden müssen. Auch denkt man über die Ansprache neuer Nutzergruppen nach. Als potenzielle Partner nannten die BDKJ-Verantwortlichen auch Kreis und Kommune. Und zumindest letztere gab sich im Grundsatz gesprächsbereit. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte Homburgs Oberbürgermeister Karlheinz Schöner: "Wir werden ein Gesprächsangebot keinesfalls ausschlagen. Immerhin haben wir in Homburg mit Musikschule, Volkshochschule und Jugendhaus drei Themen, die auf eine gebäudemäßige Lösung warten."

Auf einen BlickDas Kardinal-Wendel-Haus in Zahlen: Einweihung 1962, seit dem Umbau 2003 bietet die Einrichtung 88 Betten, sechs Tagungsräume, Bibliothek, ein Außengelände mit Sportmöglichkeiten, einen Speisesaal für 90 Personen sowie eine hauseigene Kapelle. Derzeit arbeiten dort zehn fest angestellte Mitarbeiter und zwei Auszubildende. thw