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Das alte Stadtbad in Homburg wird jetzt abgerissen

Um die 380 000 Euro an Kosten : Jetzt wird das Stadtbad abgerissen

Seit Ende 2014 ist das alte Homburger Hallenbad bereits geschlossen. Der Abriss war schon lange beschlossene Sache. Heute soll es nun losgehen, zunächst wird im Inneren des Gebäudes gearbeitet.

Schön waren für die meisten Homburger zuletzt nur noch die Erinnerungen an das alte Stadtbad. Ende November 2014 wurde es bereits geschlossen, seitdem steht das Gebäude ungenutzt da und bietet einen recht trostlosen Anblick. Der Abriss war schon lange eine beschlossene Sache, doch die Umsetzung wurde aus verschiedenen Gründen immer wieder verschoben.

Im vergangenen Februar hatte es dann eine Entrümplungsaktion gegeben. Viele dachten schon: Jetzt ist es soweit. Doch dabei ging es nur um die „losen Dinge“, eher Sperrmüll, also so etwas wie Tische, Stühle, ein altes Fahrrad, das noch im Keller stand.

 Jetzt geht es heute, am Montag, wirklich los. Das hatte die Stadt bereits angekündigt, nachdem der Stadtrat den Weg frei gemacht hatte, um den Auftrag für die Arbeiten zu vergeben (wir berichteten kurz).

Wer jetzt am Forum nach Abrissbirnen und schwerem Gerät Ausschau hält, der wird dies zunächst vergebens tun. Denn in der ersten Phase wird erst einmal im Inneren des Gebäudes gearbeitet, teilte die Stadtpressestelle auf Anfrage mit. Die gefundenen Schadstoffe müssten entfernt werden. Da stehe viel Kleinarbeit an. Das werde die meiste Zeit in Anspruch nehmen.

Zum Hintergrund: Im alten Hallenbad wurden Stoffe verbaut, die heute als Schadstoffe gelten und besonders entsorgt werden müssen. Das war festgestellt worden, als ein Schadstoffkataster erstellt worden war als Teil des  Leistungsverzeichnisses für die Abrissarbeiten. Auch das war übrigens ein Grund für die  zeitlichen Verzögerungen. Unter anderem mussten die im Gebäude verbauten Stoffe nämlich beprobt werden. Ziel: ein Konzept, das vorgibt, wie mit den Stoffen umzugehen ist, erläuterte die Stadt zu einem früheren Zeitpunkt. Und sie erklärte auch, warum die überhaupt ins Bad kamen. In den Jahren, als das Hallenbad erbaut wurde, sei es erlaubt gewesen, diese Materialien zu verwenden. Teilweise habe man diese Stoffe hinter Kacheln entdeckt – sie seien dadurch also abgeschirmt gewesen. Für die Besucher habe keine Bedrohung bestanden. In den 70er Jahren sei zum Beispiel Asbest verwendet worden. Der werde aber nur dann gefährlich, wenn er in die Luft gerate. So lange man das Material in Ruhe lasse, sei es eher ungefährlich.

Erst im zweiten Abschnitt der jetzt startenden Abrissarbeiten wird es dann auch außen am Gebäude  losgehen, so die Pressestelle zum Zeitplan. Zum Abschluss werde dann die Oberfläche hergestellt, so werde zum Beispiel auch das kleine Wasserbecken am Eingang entfernt. Entstehen soll Schotterrasen, der auch für Veranstaltungen genutzt werden könne, ohne dass genau feststehe, was hier passiere, so die Auskunft auf Nachfrage.  Es war bislang immer die Rede davon gewesen, dass die Flohmarktfläche erweitert werden könnte (wir berichteten). Der Trödelmarkt habe ja durch den Neubau des Kindergartens am Forum auch etwas an Platz verloren.

Auch das ist wohl der Grund dafür, dass man mit den Arbeiten in drei bis vier Monaten – bis Anfang April – fertig sein will, je nachdem wie das Wetter mitmacht. Denn ab Mai stehen die in der Regel sehr Besucher starken  Flohmärkte an. Während der Arbeiten  werden größere Bereiche der Wiesenfläche um das Bad für Fußgänger gesperrt. Der Fußweg entlang der B423 sowie die Zufahrt zum Parkplatz vor dem Stadtbad bleiben offen. Kosten soll der reine Abriss nach Informationen der Stadt knapp 300 000 Euro, dazu kommen Leistungen wie die Planung des Abrisses und die Erstellung des Schadstoffkatasters, die sich auf rund 80 000 Euro belaufen. Das Bad war nach der Schließung an die städtische Homburger Parkhaus- und Stadtbusgesellschaft (HPS) verkauft worden. Nun müsse die HPS den Kaufpreis von 800 000 Euro abzüglich der Abrisskosten an die Stadt zahlen, fließen sollen also gut 400 000 Euro.

Warum es so lange gedauert hat, bis das Bad verschwindet – ursprünglich sollte der Abriss im Frühjahr 2017 über die Bühne gehen – , lag neben der Planung und Beprobung auch an einem Kunstwerk: Das Mosaik des Homburger Künstlers Willi Spiess hing nämlich in der Milchbar des Stadtbades. Die Frage nach dem neuen Standort war nicht einfach, so war etwa der Saalbau im Gespräch. Eine Idee, die letztlich verworfen wurde.  Heute ist es  auf dem Homburger Campus zu finden, im zweiten Bauabschnitt des Großprojektes „Innere Medizin“, genannt I-Med, am Uniklinikum. Anfang Dezember lief der Umzug, das Mosaik hängt schon etwas länger im dortigen Hörsaalbereich. Die offizielle Eröffnung der I-Med 2 wird mit dem Neujahrsempfang gefeiert.