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Das ändert sich bei der Müllabfuhr

Das ändert sich bei der Müllabfuhr

Homburg/Bexbach/Kirkel. Müll macht jeder, so viel steht fest - und jeder wird ihn auch im kommenden Jahr wieder los. Nur an der Art, wie die Gebühr dafür berechnet wird, ändert sich so einiges. Hintergrund für die ganze Umstellung ist das erklärte Ziel des Entsorgungsverbands (EVS) Saar, dass weniger Wertstoffe in der grauen Tonne landen, als das bisher der Fall ist. Deswegen wird ab 1

Homburg/Bexbach/Kirkel. Müll macht jeder, so viel steht fest - und jeder wird ihn auch im kommenden Jahr wieder los. Nur an der Art, wie die Gebühr dafür berechnet wird, ändert sich so einiges. Hintergrund für die ganze Umstellung ist das erklärte Ziel des Entsorgungsverbands (EVS) Saar, dass weniger Wertstoffe in der grauen Tonne landen, als das bisher der Fall ist. Deswegen wird ab 1. Januar 2011 die Restmüllmenge maßgeblich mitbestimmen, wie viel jeder einzelne zahlt. Die Kommunen hatten die Wahl, den Müll zu wiegen oder die Gebühr danach zu bestimmen, wie oft die Tonne geleert wird. Letzteres Prinzip gilt für fast alle saarländischen Kommunen, auch für Homburg, Bexbach und Kirkel, teilt der EVS mit. Teurer soll es nicht werden, nur anders, versichert das Unternehmen. "Belohnt werden die Leute, die sich auf das System einlassen", sagt Marianne Lehmann von der Stabsstelle Kommunikation beim EVS. Mittlerweile stehen auch Einzelheiten fest, zudem wurde Anfang Oktober genau errechnet, wie viel es kosten wird: Dabei wird eine Basisgebühr angesetzt, in der unter anderem zehn Mindestleerungen enthalten sind. 117,34 Euro fallen pro Jahr für die 120-Liter-Tonne an, 197,24 Euro für den 240-Liter-Behälter. Für jede zusätzliche Leerung werden 6,74 Euro für die 120-Liter- und 13,48 Euro für die 240-Liter-Tonne berechnet. Der Grund für diese zehn vorgegebenen Leerungen ist simpel. Es seien bundesweit Daten darüber erhoben worden, wie viel Restmüll anfällt, erläutert Lehmann. Durch die Vorgabe solle erreicht werden, dass der "echte" Restmüll auch wirklich in der grauen Tonne landet - und nicht einfach irgendwo. Die Müllabfuhr behält ihren 14-Tage-Rhythmus bei, erläuterte Homburgs Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff zum Vorgehen. Die Tonne kann also in der Praxis entweder nach zwei oder vier Wochen rausgestellt werden. Spürbar billiger werde es nur dann, wenn der Müll pro Jahr weniger als 19 mal abgefahren werde, ab der 20. Leerung komme das mit dem neuen System schon teurer, führt Kruthoff ein Rechenbeispiel für die 120-Liter-Tonne an. Bislang zahlte ein Bürger in Homburg für dieses Gefäß bei 14-tägiger Abfuhr 179,04 Euro jährlich. Das beinhaltete in der Regel 26 Leerungen. Man müsse also zwingend sechs bis sieben Leerungen einsparen, um billiger wegzukommen. Um den Bürgern das Trennen zu erleichtern, wurden saarlandweit Wertstoffzentren gebaut. Hier sollen Papier, Glas und vieles mehr bequem abgegeben werden können, unabhängig vom Wohnort. Im Saarpfalz-Kreis soll es mehrere solcher Zentren geben, das in Blieskastel wird Ende Oktober eröffnet. In Homburg ist man noch nicht so weit. Hier wurde zwar mittlerweile die Auftragsvergabe für das Wertstoff-Zentrum auf einem Gelände vor der Haupteinfahrt auf das ehemalige Bundeswehrdepot am Zunderbaum unter Dach und Fach gebracht, mit dem Bau wurde bislang allerdings nicht begonnen, bestätigte Kruthoff gestern. Dennoch hält die Stadt daran fest, dass Ende des Jahres alles fertig sein soll. Das könnte knapp werden, immerhin ist eine Bauzeit von 60 Arbeitstagen vorgesehen (wir berichteten). Infos gibt es in einer Broschüre und auf der Internetseite des EVS. Beratung bietet der Kundenservice, Tel. (06 81) 5 00 05 55.

HintergrundGroßbehälter können nicht in das neue Gebührensystem einbezogen werden, da sie von zahlreichen Personen genutzt werden und so eine individuelle Zuordnung des enthaltenen Mülls nicht möglich ist, teilt der EVS mit. 60-Liter-Abfallsäcke zur Entsorgung überschüssiger Müllmengen sind bei den Kommunen für sechs Euro erhältlich. Sperrmüll kann bis zu einer Menge von zwei Kubikmetern kostenlos an den EVS Wertstoff-Zentren abgegeben werden. Ansonsten wird eine bestimmte Menge Sperrmüll gegen eine Gebühr von 15 Euro auf Abruf abgeholt. Bei 120-Liter-Biotonnen fallen ab 2011 pro Jahr bei 22 Mindestleerungen 35,04 Euro an. Jede Zusatz-Leerung kostet 1,59 Euro. Bisher zahlte man in Homburg bei 26 Leerungen 36,96 Euro jährlich. Wer ein Schloss für seine Mülltonne möchte, kann dies gegen Gebühr beim EVS beantragen. ust