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Coronavirus: Infizierter Oberarzt vom Universitätsklinikum Homburg spricht über Krankheit

Kostenpflichtiger Inhalt: Erster Corona-Patient im Saarland spricht über seine Gesundheit und Quarantäne : „Meiner Familie und mir geht es sehr gut“

Das Universitätsklinikum Homburg hat ein kurzes Interview mit dem ersten Corona-Patienten im Saarland veröffentlicht. Der Oberarzt spricht darin über seine Gesundheit und die Quarantäne, in der er sich aktuell befindet.

Am Dienstag, dem 3. März, war es soweit: Das Saarland hatte seinen ersten Coronavirus-Fall. Der betroffene Mann ist Oberarzt am Homburger Universitätsklinikum (UKS) und arbeitet dort in der Kinderklinik. Bis am Montag zuvor arbeitete er dort noch, direkt nach Bekanntwerden seiner Erkrankung wurde er dann in Quarantäne versetzt.

Gesundheitsamt und UKS haben seitdem die Liste seiner Kontaktpersonen abgearbeitet - bislang sind alle Personen darauf negativ auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Die zwei neuen Fälle im Saarland, die am Freitag bekannt wurden, stehen vermutlich nicht mit dem Oberarzt in Verbindung.

Das UKS veröffentlichte am Freitagabend ein kurzes Interview mit dem Oberarzt. Er befindet sich aktuell zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn noch in häuslicher Quarantäne, weist allerdings laut UKS keine klinischen Symptome mehr auf.

„Meiner Familie und mir geht es sehr gut“, heißt es in der Mitteilung. Weder er selbst, noch seine Frau oder sein Sohn, würden Symptome aufweisen, die mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht werden. Seine Symptome beschreibt der Oberarzt als sehr mild: „Ich habe mich am Tag des positiven Testergebnisses für ca. 24 Stunden etwas unwohl gefühlt, mit ganz leichten Gliederschmerzen und einer gewissen Schlappheit, dabei allerdings weder Fieber noch Husten.“ Im Laufe des Folgetages seien diese Symptome dann schon wieder verschwunden.

In häuslicher Quarantäne muss die Familie für 14 Tage bleiben. In dieser Zeit fänden regelmäßige Abstrichuntersuchungen statt, mittels derer festgestellt werden soll, ob noch Ansteckungsgefahr besteht und ob Frau und Sohn weiterhin nicht infiziert sind. Darüber hinaus, so der Oberarzt in der Mitteilung, müsse ein Tagebuch geführt werden, in dem Temperatur und mögliche andere klinische Symptome festgehalten werden sollen.

Für Lebensmittel sei trotz Quarantäne dank „großartiger“ Unterstützung von Freunden und Kollegen ausreichend gesorgt.

Der Öffentlichkeit rät der Oberarzt zu „angemessener Gelassenheit“. Es sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich „eine umfassende Beurteilung der Situation vorzunehmen“. Vor allem ältere Menschen und Personen mit Grunderkrankungen sollten aber „geeignete Vorsichtsmaßnahmen“ treffen, da es bei ihnen gehäuft zu schweren Verläufen komme.

Bei einer möglichen Infizierung sollte man mit seinem Hausarzt oder dem lokalen Gesundheitsamt Kontakt aufnehmen und sich dort informieren und beraten lassen. Ausdrücklich loben tut der Homburger Oberarzt das Krisenmanagement im Saarland: „Soweit ich dies von hier beurteilen kann, macht das Krisenmanagement bei uns im Saarland einer hervorragenden, unaufgeregten und professionellen Job. Das sollte man auch nicht vergessen.“

Im Saarland gibt es seit Freitag drei Coronavirus-Fälle. Neben dem Oberarzt vom UKS sind ein Mitarbeiter von SAP in St. Ingbert sowie eine 65-jährige Frau aus dem Regionalverband Saarbrücken betroffen. Bundesweit steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle aktuell stark an. Im Laufe der Woche hat sie sich mehr als verdoppelt auf nunmehr ca. 670 Fälle (Stand 14.10 Uhr, 7. März).