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Coronavirus am Uniklinikum (UKS) in Homburg: Zelte an der Notaufnahme

Schutz vor dem Coronavirus : Notaufnahme im Zelt am Uniklinikum in Homburg

Am Uniklinikum (UKS) in Homburg betreten Patienten der Zentralen Notaufnahme nun zuerst Zelte, nicht mehr direkt das Klinikgebäude. So sollen in der Corona-Krise „frühzeitig Hochrisikopatienten“ erkannt und isoliert werden.

„Um unsere Patientinnen und Patienten optimal versorgen zu können, haben wir aktuell drei Zelte vor der eigentlichen Notaufnahme aufgebaut, in denen die erste medizinische Einschätzung erfolgen kann“, erklärt Sebastian Ewen, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme. Seit Dienstag klärt ein Team aus Ärzten, Pflegekräften und Medizinstudenten unterm Zeltdach wesentliche Fragen: „Wie dringlich ist die Behandlung? Wie ist der Schweregrad der Verletzung? Besteht das Risiko einer Infektion mit Covid-19?“

Das Personal fragt Notfallpatienten gezielt nach Symptomen, die auf die Lungenkrankheit Covid-19 hindeuten könnten. So könnten „frühzeitig Hochrisikopatienten identifiziert und entsprechend isoliert werden“, heißt es in einer Mitteilung des Uniklinikums. Besteht ein Corona-Verdacht, werden die Betroffenen separat untergebracht – sollte es nicht schnell gehen, der Patient etwa direkt in den OP-Saal müssen. Man halte nun insgesamt sechs Isolationszimmer in unmittelbarer Nähe der Zentralen Notaufnahme vor, sagt Ewen. In den Zimmern warten mögliche Corona-Patienten auf ihr Testergebnis. Die gesamte Struktur der Notaufnahme sei der gegenwärtigen Situation angepasst worden, heißt es aus Homburg.

Für andere Kranke und Beschäftigte soll ein „potentielles Infektionsrisiko möglichst klein“ gehalten werden, begründet das UKS die Erstbeurteilung vor dem Klinikgebäude. Das Konzept werde von sämtlichen Kliniken des Uniklinikums getragen, sagt Ewen. Am Mittwochabend zählte das Uniklinikum insgesamt 28 Corona-Infektionen, neben 16 Patienten waren zwölf Beschäftigte betroffen. Zehn der erkrankten Patienten müssen beatmet werden.

In einer der Kliniken in Homburg hatte es am 20. März den ersten Todesfall im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus im Saarland gegeben. Nach SZ-Informationen handelte es sich um einen Patienten von über 80 Jahren, der unter schweren Vorerkrankungen litt. Das Virus wurde bei ihm nach dem Tod festgestellt. Vor gut einem Monat war auch die erste Infektion in der Region bei einem Oberarzt des Uniklinikums nachgewiesen worden. Der Mediziner soll sich auf einem Ärztekongress in Frankfurt angesteckt haben.