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Corona-Virus: Absagen von Veranstaltungen in Homburg noch nicht sicher

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Virus: Auswirkungen für Homburg : Kein generelles Veranstaltungsverbot

Die Stadt Homburg will sich derzeit noch nicht festlegen, ob ab der kommenden Woche wegen des Corona-Virus Veranstaltungsangebote gekippt werden. Ob der Keramikmarkt stattfindet, ist derweil nicht sicher.

Die Auswirkungen des Corona-Virus (Covid-19/Coronavirus Sars-Cov-2) werden zunehmend deutlich. Und das nicht nur anhand der aktuellen Verdachts- und Fallzahlen im Saarland, denn: Nicht nur kaufen Menschen hamsterartig alles, von Toilettenpapier über Nudel bis hin zu Desinfektionsmittel, als stünde die Apokalypse unmittelbar bevor. Vielmehr werden auch zunehmend Veranstaltungen abgesagt. Und das trifft eben nicht nur die, die sich jenseits der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn definierten 1000-er-Grenze bewegen. Schon am vergangenen Wochenende fielen in Homburg einige Veranstaltungen dem Virus zum Opfer, so der Auftritt des Homburger Frauenkabaretts im Saalbau.

Nun war in der Stadt zu hören, dass man in der Verwaltung darüber nachdenke, grundsätzlich alle städtischen Veranstaltungen bis nach Ostern abzusagen. Auf Nachfrage unserer Zeitung korrigierte Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff dieses Gerücht und präzisierte das, was derzeit Stand der Entwicklung in der Homburger Stadtverwaltung ist. Dabei machte er grundlegend klar: „Aktuell gibt es keine generelle Festlegung.“ Vielmehr, so Kruthoff weiter, würden zumindest alle Veranstaltungen, die in dieser Woche geplant seien, auch stattfinden. „Davon gehen wir derzeit aus.“ Allerdings: „Die Ausstellungseröffnung mit Werken von Norbert Weber am kommenden Montag ist abgesagt. Die Ausstellung selbst wird aber gezeigt, so dass diese während der Öffnungszeiten besucht/besichtigt werden kann.“ In diesem Zusammenhang prüfe man derzeit allerdings, ob man „zur Zeit der Eröffnung am Montag, 16. März, um 18.30 Uhr, also außerhalb der eigentlichen Öffnungszeiten, öffnen soll, um denjenigen, die die Absage nicht mitbekommen haben, den Besuch der Ausstellung zu  ermöglichen.“ Hier erfolge eine weitere Information.

Wie es über die laufende Woche hinaus aussehen wird, dazu konnte Jürgen Kruthoff am Dienstag nichts im Detail sagen. „Eine nähere Festlegung in Abstimmung mit anderen Behörden wird im Laufe der Woche getroffen.“ Anders lautende Gerüchte seien falsch. „Was ‚geplant‘ ist, kann ich derzeit auch nicht sagen.“

Damit ist klar, dass die Stadt zumindest noch in dieser Woche und bei den Veranstaltungen, die sie selbst als Veranstalter, Ausrichter oder Hausherr zu verantworten hat, mit dem Instrument der Absage zurückhaltend umgeht. Und damit scheinen die Ausstellung „Phantastische Welten“ in den Schlossberghöhlen, das Theatergastspiel „Fisch zu viert“ im Homburger Saalbau, das Maffay-Märchen „Tabaluga und Lilli“ im Saalbau, das Konzert der Eagles-Tribute Band Igels im Musikpark und das Konzert für Flöte und Klavier in der städtischen Musikschule wohl gesichert.

Was darüber hinaus ab der kommenden Woche geschehen wird, das wird nun von der weiteren Entwicklung der Lage rund um das neue Corona-Virus abhängen. Immerhin stehen in der näheren Zukunft ab Beginn der kommenden Woche einige Veranstaltungen, auf dem Terminkalender. So der Abschluss der Homburger Lesezeit mit Ilja Richter am Dienstag, 17. März, im großen Ratssaal des Homburger Forums, die große Live-Multivisionsshow „Kanada und Alaska“ von Reiner Harscher im Kulturzentrum Saalbau, ebenfalls am Dienstag, und das Homburger Meisterkonzert mit Renaud Capuçon (Violine) und Guillaume Bellom (Klavier) am Donnerstag, 19. März. Ob und welche Veranstaltungen stattfinden oder abgesagt werden müssen, das wird die nähere Zukunft zeigen.

Mit Sicherheit der „größte Brocken“ im Veranstaltungskalender und auch in Sachen Besuchern der Termin, der Jens Spahns 1000-er-Grenze sicher überschreiten wird, ist der Keramikmarkt am Samstag, 4. April, und Sonntag, 5. April. Dieser Markt eröffnet in der Region den Frühling und zieht in jedem Jahr und ganz gleich bei jedem Wetter Tausende von Besuchern aus Nah und Fern an.

Unbenommen vom Handeln der Stadt ist das anderer Veranstalter. So hat die Pfarrei Heilig Kreuz ihren „Abenteurland“-Gottesdienst an diesem Sonntag abgesagt.

Im Homburger Forum, Sitz der Homburger Stadtverwaltung und des Saarpfalz-Kreises, dreht sich derzeit vieles darum, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Foto: Thorsten Wolf

Unterdessen hat die saarländische Landesregierung auf die Lage reagiert. „Ab sofort empfiehlt die Landesregierung allen Veranstaltern im Saarland, keine Events mehr mit mehr als 1000 Besuchern durchzuführen“, erklärte Regierungssprecher Alexander Zeyer am Dienstag. Möglicherweise wird aus dieser Empfehlung noch eine Anweisung. In Bayern wurden derweil bereits Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen generell untersagt.