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Corona-Krise: Ausgehbeschränkungen werden nicht überall eingehalten

Kostenpflichtiger Inhalt: Folgen der Corona-Krise im Kreis : Ordnungsdienst im Saarpfalz-Kreis will härter durchgreifen

Die Ordnungsämter in Homburg, Bexbach und Kirkel ziehen Bilanz: Die Ausgehregeln, um Corona-Ansteckungen zu vermeiden, werden nach gesittetem Auftakt nicht mehr überall gut umgesetzt. Homburg will die Gangart verschärfen.

Unvernünftige Bürger, die trotz der Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus auf Tuchfühlung gingen, gar spezielle Parties feierten: Das Saarland und der Bund haben solchen Umtrieben, die potenziell die Infektionsrate in der Bevölkerung und damit die Gefahr gerade für Ältere und Vorerkrankte klettern ließen, in der vergangenen Woche einen Riegel vorgeschoben. Seitdem gelten strenge Regeln.

Wie haben sich die verschärften Richtlinien in Homburg, Bexbach und Kirkel ausgewirkt? Hält man sich speziell an die Ausgehbeschränkungen? In Homburg zunächst schon, dann wieder nicht. So habe der sechs Mitarbeiter umfassende Ordnungsdienst bei seinen jüngsten Kontrollen „leider festgestellt, dass es immer noch eine Reihe von - vor allem jungen - Menschen gibt, die sich regelmäßig und in größeren Gruppen trifft“, so Stadtsprecher Jürgen Kruthoff. Die Gruppen auf dem Schlossberg, im Stadtpark sowie auf dem Parkplatz des früheren Freibads in der Brunnenstraße habe man ermahnt und aufgefordert, die Orte zu verlassen. Für die kommenden Tage würden die Kontrollen nun verstärkt. Außerdem kündigt der Ordnungsdienst an, dass es künftig nicht bei Ermahnungen bleiben wird, sondern bei Zuwiderhandlungen Anzeigen gefertigt werden. Auch die Polizei, so eine Absprache zwischen der Stadtverwaltung und der Polizeiinspektion Homburg, werde sich an diesen Kontrollen beteiligen. Zusätzlich ändere die Stadt die Zufahrtsregelung auf der Schlossberghöhenstraße. So gelte die Sperrung für die Auffahrt zum Schlossberg für nicht berechtigte Personen von 18 bis 8 Uhr und nicht, wie bisher, ab 22 Uhr. Außerdem werde auf der Schlossberghöhenstraße eine Schranke installiert.

Bis zu diesen Überraschungen sah es einige Tage ruhig aus, hatte Stadtsprecher Jan Emser noch am Mittwoch mitgeteilt. Nur in Einzelfällen hatte man da einige Tage kleinere Personengruppen angetroffen. „Diese konnten meist unproblematisch angesprochen und entsprechend sensibilisiert werden. Die Betroffenen zeigten überwiegend Verständnis für die Kontrollen und gaben an, die Aufforderungen zu befolgen. Daher war die Androhung von Sanktionen oder eine Verhängung von Bußgeldern oder Strafen nicht erforderlich“, hatte Emser geschildert.

Der Ordnungsdienst überwacht auch, ob Ladenöffnungszeiten und Betriebsuntersagungen eingehalten werden, ob Flächen, die gesperrt wurden – wie Spielplätze –weiter gesperrt sind. Und ob etwa Außenbestuhlungen abgebaut wurden. Derzeit habe das Ordnungsamt auch mit der Zustellung von Quarantäne-Verfügungen zu tun. Emser erklärt hierzu: „Das Gesundheitsamt des Saarpfalz-Kreises stellt die Notwendigkeit einer Quarantäne fest und bittet die Ortspolizeibehörde der Kommune als zuständige Stelle für die Gefahrenabwehr darum, diese auszusprechen. Die Ortspolizei erlässt in diesen Fällen eine Quarantäne-Verfügung, die der betroffenen Person von einem Amtsboten zugestellt wird. Aus Sicherheitsgründen erfolgt die Zustellung mittels Einwurf in den Briefkasten.

In Kirkel zeigt man sich derweil sehr zufrieden, wie gut die Bürger die behördlichen Einschränkungen umsetzten. Laut Bürgermeister Frank John (SPD) zeige dies: „Das soziale Miteinander funktioniert, sonst wären entsprechende Meldungen bei uns eingegangen.“ Man habe insbesondere mit Gaststättenbetreibern gesprochen, und „da gab es eine sehr große Bereitschaft, Dinge zu regeln. Man hat Einsicht gezeigt, teils selbst Maßnahmen ergriffen“. Einlass durch die Hintertür und Partys bis in die Nacht waren hier also kein Thema.

Der Bexbacher Bürgermeister Christian Prech (CDU) zieht nach den ersten Tagen ebenfalls ein positives Fazit. Sein Ordnungsamt fahre in den Abendstunden – auch vor der Verschärfung der Regelungen – von Montag bis Freitag und vereinzelt an Samstagen Kontrollen bis 21 Uhr. Seit Inkrafttreten der verschärften Regelungen kontrolliere man samstags bis 21 Uhr verstärkt. „Feiernde Jugendliche wurden bisher nicht angetroffen. Bei Jugendlichen in größeren Gruppen haben wir die Gruppen aufgelöst und mit ruhigen Gesprächen an die Vernunft appelliert, die Polizei musste nicht zur Amtshilfe gerufen werden“, sagt Prech. Zurzeit habe sich die Lage diesbezüglich beruhigt, trotzdem kontrolliere man weiterhin das gesamte Stadtgebiet bis in die Abendstunden. „Wir sind sehr stolz auf unsere Bürger, sowie die Jugendlichen, die sich an die Ausgangsbeschränkungen halten“, unterstreicht der Bürgermeister.