Chansons abseits der Hitparade

Homburg. Schöne, stimmungsvolle Lieder, feine Musik und erlebnisreiche Ausflüge in sein schriftstellerisches Werk servierte Peter Horton seinem Publikum im Sitzungssaal des Forums. Neben Horton als Hauptakteur des Abends glänzten aber auch Andreas Keller mit seiner Percussion und die deutsch-bulgarische Sängerin Slava Kantcheff

Homburg. Schöne, stimmungsvolle Lieder, feine Musik und erlebnisreiche Ausflüge in sein schriftstellerisches Werk servierte Peter Horton seinem Publikum im Sitzungssaal des Forums. Neben Horton als Hauptakteur des Abends glänzten aber auch Andreas Keller mit seiner Percussion und die deutsch-bulgarische Sängerin Slava Kantcheff.

Der Konzertabend, betitelt "In eigener Sache", eröffnete den zweiten Teil des vierten Gitarrenland-Festivals, veranstaltet vom Saarpfalz-Kreis und dem Landkreis Kusel, wo die drei Konzertabende des ersten Teils stattgefunden hatten.

Nicht immer wurden die Gastgeber der Gitarrenland-Festivals durch die Besucherzahlen verwöhnt, aber der Abend im Homburger Forum ließ Wolfgang Weigel richtig strahlen. "Ich bin beeindruckt von dieser Publikums-Kulisse", sagte Weigel zu Beginn mit Blick auf fast 300 Leute, die alle Peter Horton, Andreas Keller und Slava Kantcheff erleben wollten.

Ein Hitparaden-Stürmer ist Peter Horton längst nicht, aber sein Publikum schätzt ihn nach wie vor. Immerhin hatte er Österreich zwei Mal beim Grand Prix de la Chanson vertreten und in Deutschland mit angenehmen, tief gehenden Chansons Freunde schöner Musik für sich gewonnen.

Eines dieser Chansons hatte Peter Horton im Programm für seinen Auftritt in Homburg. "Wenn du nichts hast als die Liebe" war immer noch so schön und eingängig wie 1975, als die gleichnamige Schallplatte sehr gefragt war.

So nachdenklich dieses wundervoll melodische Stück war, so bissig konnte Peter Horton auch sein. "Erbonkelchens Tod" war eine sarkastische Abrechnung mit der Sorte Menschen, denen das zu erwartende Erbe Onkel oder Tante plötzlich wichtig erscheinen lässt. Wortspielereien und Aphorismen gehören zum Schriftsteller Peter Horton, der im Forum auch in diese Facette seines Werkes Einblicke gewährte.

Bei seinem Stück von 1975 spielte Peter Horton seine gute alte Gitarre, meist aber griff er zu einer für ihn in der Schweiz gefertigten E-Gitarre, zu deren Entstehung er natürlich auch noch eine Geschichte parat hatte. "Er hat nichts von seinem Charme und seiner Brillanz verloren", meinte Bernhard Becker über den Auftritt von Peter Horton. Becker gefielen aber auch die beiden Akteure, die mit Horton nach Homburg gekommen waren. Das war zum einen der Schlagzeuger Andreas Keller, der sich meist darauf beschränkte, die Gesangsbeiträge gefühlvoll zu begleiten. "Skin deep" war das erste Stück nach der Pause, und das war der große Moment des Andreas Keller. Ein brillantes Feuerwerk war diese Percussion. Schließlich setzte Slava Kantcheff einen weiteren Glanzpunkt an diesem Abend.

 Der bekannte österreichische Sänger und Schriftsteller Peter Horton (links) gastierte mit seinem Programm "In eigener Sache" im Homburger Forum. Mit ihm sangen und musizierten Slava Kantcheff und Andreas Keller (rechts). Der Abend gehörte zur Reihe Gitarrenland-Festival. Foto: Michael Schneider
Der bekannte österreichische Sänger und Schriftsteller Peter Horton (links) gastierte mit seinem Programm "In eigener Sache" im Homburger Forum. Mit ihm sangen und musizierten Slava Kantcheff und Andreas Keller (rechts). Der Abend gehörte zur Reihe Gitarrenland-Festival. Foto: Michael Schneider

Ein Erlebnis war nicht zuletzt "My Way", bekannt geworden durch Frank Sinatra. Während Peter Horton den englischen Text sang, brachte Slava Kantcheff den französischen Originaltext "Comme d'habitude" als Kontrast dazu. Die Zuhörer bereuten keine Minute des Zuhörens an diesem Abend im Forum.