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CDU ist klarer Sieger im Wahlkreis

CDU ist klarer Sieger im Wahlkreis

Die Christdemokraten gewinnen insgesamt sieben Prozent hinzu und liegen dabei auch im Saarpfalz-Kreis in allen Kommunen deutlich vorn.

So groß die Spannung im Vorfeld der Landtagswahl auch war, als um 18 Uhr die Prognose bei ARD und ZDF auflief, war quasi alles entschieden. So deutlich war das Ergebnis, dass sich dann bei der ersten Hochrechnung um 18.19 Uhr verfestigte. Da war auch klar, dass es die Grünen nicht schaffen würden - und dass es kein Linksbündnis im Saarland geben würde. Es wird also bei der großen Koalition bleiben - mit einer deutlich erstarkten CDU.

Im Wahlkreis Neunkirchen, zu dem auch der Saarpfalz-Kreis gehört, kam die CDU auf 43,1 Prozent, das sind 7,4 Prozent mehr als bei der Wahl 2012. Die SPD erreichte 29,7 Prozent (minus 1,6). Die Linken strichen 11,2 Prozent ein (minus 4,0). Die Grünen wählten lediglich 3,4 Prozent (minus 1,0). Die FDP schaffte gerade einmal 2,8 Prozent (plus 1,7). Die AfD holte im Wahlkreis 6,4 Prozent (siehe unsere Grafik).

Auch speziell im Saarpfalz-Kreis gab es ein klares Ergebnis: In allen sieben Kommunen ist die CDU deutlich stärkste Kraft. In Homburg kam sie auf 40,0 Prozent, die SPD auf 27,6, die Linken auf 11,3 Prozent. In St. Ingbert holte die CDU 42,8 Prozent, die SPD 27,2, die Linken 11,7 Prozent. Auch in Blieskastel waren die Christdemokraten mit 41,3 Prozent klar vorn, vor der SPD mit 28,4 und den Linken mit 10,8 Prozent. Überraschung in Kirkel: Dort siegte die CDU mit 36,9 Prozent, die SPD kam auf 34,9 Prozent. Hier kamen die Grünen mit 5,2 über die Fünf-Prozent-Hürde, das schafften sie im Kreis ansonsten nur noch in Homburg (5,1 Prozent). Die FDP blieb im Saarpfalz-Kreis überall deutlich unter vier Prozent. Die AfD holte ihr bestes Ergebnis in Homburg mit 8,7 Prozent, gefolgt von Blieskastel mit 7,9 Prozent. Die genauen Ergebnisse aus den Kommunen veröffentlichen wir in unserer Dienstagsausgabe.

Im Rathaus Homburg, wo gestern kein Wahlbüro für die Bürger eingerichtet war, kamen doch einige Mandatsträger zusammen. Einer der Ersten, die sich zum Wahlergebnis äußerten, war Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD). Er gratulierte fair der CDU und hatte kritische Worte für seine Partei übrig: "Ich bin der festen Überzeugung, dass uns die Diskussion um Rot-Rot geschadet hat." Das Ergebnis müsse man akzeptieren, andererseits sei sicher gestellt, dass die Sozialdemokraten mit an der Regierung blieben. "Für die Stadt Homburg wird sich nichts ändern. Die große Koalition ist gut für Homburg", ist sich Schneidewind sicher.

Stefan Pauluhn (SPD) wird zwar dem nächsten Landtag ebenfalls erneut angehören, doch vom SPD-Ergebnis ist er enttäuscht: "Es ist weniger, als wir uns erhofft haben", gestand er ein. Dennoch habe die SPD eine unglaubliche Aufholjagd hingelegt. Vor drei Monaten sei man noch bei 24 Prozent gestartet. Er selbst habe sich angesichts seiner vielen Wahlerfahrungen ohnehin Zurückhaltung auferlegt. "Ich war nicht ganz so euphorisch." CDU-Kreischef Stephan Toscani war gestern Abend einfach "glücklich und dankbar für den tollen Wahlerfolg. Es war klarer Wählerwille, dass Annegret Ministerpräsidentin bleibt und die große Koalition die solide Arbeit fortsetzen kann.

Bei der CDU, die sich im Hotel Stadt Homburg getroffen hatte, herrschte dagegen eitel Sonnenschein, auch bei Landtagskandidat Markus Uhl, der zwar mit einem aussichtslosen Listenplatz ins Rennen gegangen war, der aber das politische Ziel Berlin hat. Gefragt nach dem bundespolitischen Aspekt der Landtagswahl im Saarland, sagte Uhl: "Wenn es einen ,Schulz-Zug' gab, dann ist der jetzt gestoppt."

"Die SPD hat sich natürlich mehr ausgerechnet, das war ein ordentlicher Wahlkampf", zeigte sich Landrat Theophil Gallo (SPD) einigermaßen überrascht vom Abschneiden seiner Partei. Als Grund für das unerwartet gute Abschneiden der CDU, "auch dort hat man einen guten Wahlkampf gemacht", begründete Gallo zum einen mit dem Amtsbonus der Ministerpräsidentin, aber auch mit politischen Erfolgen wie der Neuregelung des Bund-Länder-Finanzausgleichs.