CDU Homburg will Sanierung der Hohenburgschule vorantreiben

Kostenpflichtiger Inhalt: Nutzungskonzept für alte Gebäude in Homburg : Hohenburg soll in den Fokus rücken

CDU-Ratsfraktion fordert Gesamtkonzept für die Nutzung städtischer Gebäude. Pläne für altes Rathaus wackeln.

Wie soll es weitergehen mit der Hohenburgschule und den beiden ehemaligen Rathäusern am historischen Marktplatz und in der Kaiserstraße 41? Mit dieser Frage befasste sich in der vergangenen Woche der Homburger Stadtrat. Impuls dafür war ein Antrag der CDU mit dem Ziel, ein Gesamtkonzept für die Nutzung städtischer Gebäude auf den Weg zu bringen. Die konkrete Forderung hier: die derzeitigen Planungen für die zukünftige Nutzung des alten Rathauses am Marktplatz als soziokulturelles Begegnungszentrum einzustellen.

Zum Hintergrund: Unter Federführungen von Homburgs hauptamtlicher Beigeordneter Christine Becker (SPD) wurden Pläne entwickelt, das alte Rathaus im Rahmen einer Sanierung mit einer ganzen Vielzahl von neuen Funktionen zu belegen. Raimund Konrad, CDU-Stadtratsmitglied und ehrenamtlicher Beigeordneter für Kultur, ergänzte in der Sitzung: „In unserem Antrag geht es darum, den Fokus im Management städtischer Gebäude auf die Hohenburgschule zu richten. Derzeit läuft ja ein Förderantrag der Stadtverwaltung beim Wirtschaftsministerium für die Sanierung des alten Rathauses am Marktplatz – der im Wesentlichen eine Umnutzung des Gebäudes beinhaltet.“ Dieses Verfahren, so Konrad, wolle man mit dem CDU-Antrag „ad acta“ legen. Grundsätzlich biete das alte Rathaus zu wenig Raum für die angedachten neuen Verwendungen. Gerade mit Blick auf den möglichen Wegfall von wichtigen Rückzugs- und Funktionsräumen für Musiker während des Homburger Musiksommers sah Konrad dessen Zukunft gefährdet. „Das würde das Ende des Musiksommers und vieler weiterer Veranstaltungen auf dem Marktplatz bedeuten. Ich möchte ganz besonders unterstreichen, dass es dort ohne diese Räume nicht geht.“

Konrads Forderung: die schon zugesicherte, erhöhte Förderung einer Sanierung des alten Rathauses auf die Hohenburgschule umzulegen und stattdessen die energetische Sanierung des alten Rathauses mit Mitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) umzusetzen. Die exklusive, erhöhte Förderung für die Sanierung eines einzigen Objektes im Rahmen des Altstadtsanierungskonzepts hingegen sollte für die Hohenburgschule verwendet werden – um hier ein echtes Kultur- und Begegnungszentrum einrichten zu können. Als Nutzungen und Nutzer hier nannte Konrad die Volkshochschule, ein neues städtisches Archiv mit Kreisarchiv, das Begegnungszentrum für Senioren sowie, wenn es der Stadtrat entsprechende beschließe, Räume für einen Quartiermanager. „Es gäbe auch ausreichend Räume für kulturelle Vereine und eventuell auch für ein kleines Stadtmuseum, in Verbindung mit einem Siebenpfeiffer-/Wirth-Museum.“

Christine Becker erwiderte, dass man gegenwärtig auch die Hohenburgschule im Visier habe. „Da wird derzeit ein Gutachten erstellt. Es wird eine Machbarkeitsstudie erstellt. Und ich denke, danach sollten wir überlegen, wie wir in dieser Sache weitergehen.“ Das Konzept für das alte Rathaus am Marktplatz habe man mehrfach vorgestellt. Dieses sehe, so Becker, nicht vor, dass irgendeine der bisherigen Nutzungen wegfalle. „Auch der Musiksommer ist nicht gefährdet.“ Nicht möglich sei es, die gegenwärtig auf das alte Rathaus ausgerichtete Förderung, hier lägen schon entsprechende Zusagen vor, auf die Hohenburgschule umzuleiten. Eben die Förderung für die Umnutzung und Sanierung des Rathauses betrage 90 Prozent, „und ich weiß jetzt wirklich nicht, wer da auf diese Mittel verzichten will“. Mit 1,5 Millionen Euro beziffert an dieser Stelle die Verwaltung die zu erwartenden Kosten für die Sanierung des Gebäudes am historischen Marktplatz. Wenn man nun auf die Förderung in Höhe von 90 Prozent verzichte, dann sei das Geld weg – und nicht absehbar, wie man dann eine Sanierung noch umsetzen könne.

Im ganzen Verfahren mahnte CDU-Fraktionssprecher Stefan Mörsdarf mehr Transparenz der Verwaltung hinsichtlich der Antwort auf die Frage, was den eigentlich beantragt wurde „und was letztendlich daraus wird“.

Wilfried Bohn, Fraktionssprecher der SPD, zeigte sich überrascht von der nun angestoßenen Diskussion. „Es war klar: Es wird sich beim alten Rathaus wenig ändern, die, die jetzt schon drin sind, werden drin bleiben. Es kann nur sein, dass an der einen oder anderen Stelle etwas dazukommt.“ Das sei für ihn mit Blick auf Stadtratsentscheidungen aus der Vergangenheit beschlossene Sache, nicht verstehen könne er deswegen, dass diese Beschlüsse nun einkassiert werden sollten. „So kann man keine verlässliche Politik machen.“

Am Ende einigte man sich darauf, mit einer Besichtigung des alten Rathauses und einer Weitergabe aller Planungen bei den Stadtratsmitgliedern für mehr Wissen um das Projekt zu sorgen und alle weiteren Entscheidungen auf die November-Sitzung zu verschieben.

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