Neujahrsempfang: CDU drückt beim Tourismus aufs Tempo

Neujahrsempfang : CDU drückt beim Tourismus aufs Tempo

Stadtratsfraktion spricht sich beim Neujahrsempfang auch deutlich für die Straßengroßprojekte aus.

Untreueverfahren, Verkehrsprojekte, Einzelhandel und Tourismusförderung: Es war ein bunter Strauß an Themen, der beim Neujahrsempfang der Homburger CDU-Stadtratsfraktion im voll besetzten Saal des Hotels Stadt Homburg am Samstagmorgen geflochten wurde. Der neue Fraktionschef Stefan Mörsdorf, der 2018 den jetzigen Bürgermeister Michael Forster im Amt beerbt hat, ging denn gleich zu Beginn seiner Rede auf das Negativthema Nummer eins der vergangenen Jahre ein, die bevorstehenden Gerichtsverfahren gegen den amtierenden Oberbürgermeister, dessen Vorgänger, sowie gegen den bisherigen Bürgermeister. Mörsdorf: „Wo man hinkommt, wird man auf die Untreueverfahren angesprochen, dass man meinen könnte, man wohne in ,Saarlermo’“. Es mache seit längerem nur wenig Spaß, wenn man parteipolitisch aktiv sei, eine gute Sachpolitik mache, die aber permanent in den Hintergrund gedrängt werde, da Homburg über die Stadtgrenzen hinaus in einem ganz schlechten Licht stehe. „Ich bin froh, dass die gerichtliche Aufarbeitung Ende Januar endlich beginnt“, so Mörsdorf. So lange nicht alle Vorwürfe definitiv geklärt seien, werde es von CDU-Seite keine Vorverurteilungen geben. „Wir warten ab, dann werden wir Konsequenzen ziehen müssen.“ Dabei werde man bei allen die gleichen Maßstäbe anlegen, ganz gleich welcher Couleur.

Der neue Fraktionschef machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung, dass dieses unliebsame Thema alle anderen Vorhaben in der Stadt überschatte. Zum Beispiel das Thema Tourismus. Auf diesem Gebiet habe Homburg einiges zu bieten und werden in den nächsten Jahren noch zulegen. Mörsdorf meinte damit die „touristische Erschließung des Schlossberges, das klingt besser als Aufzug“. Man investiere hier vor allem Fördergelder aus Saarbrücken. „Wenn uns die Umsetzung gelingt, haben wir ein touristisches Pfund. Wir werden Gas geben und hoffen, dass das Projekt in der Homburger Bevölkerung nach Fertigstellung positiver gesehen wird.“ Mit dem Musiksommer verfüge die Stadt bereits über ein Highlight, das viele Menschen in die Stadt locke. In diesem Zusammenhang lobte er ausdrücklich den ehrenamtlichen Kulturbeigeordneten Raimund Konrad für dessen Einsatz.

Weiteres wichtiges Thema, das die Schlagzeilen des Jahres 2018 beherrscht habe, seien die geplanten Straßenbauprojekte. Mit dem Ausbau des A 6-Anschlusses Homburg-Bexbach gehe es voran. Bei der neuen Ost-Anbindung habe sich der Stadtrat für die vermeintlich bestmögliche Variante entschieden, mit der man die Menschen am meisten entlasten könne. Bliebe die „unendliche Geschichte“ der B-423-Umgehung. Seit 1974 werde hier geplant, jetzt sei es Zeit, die Pläne in die Tat umzusetzen, damit es endlich zu einer Entlastung der Bürger kommen könne. In Hinblick auf die Kritiker der Straßenbaumaßnahme meinte Mörsdorf: „Nicht nur diekenigen sind im Recht, die am lautesten schreien.“

Nach der geplatzten Enklerplatz-Bebauung werde die CDU ihr Augenmerk nun verstärkt auf die Verwirklichung des Vauban-Carrees richten, dem er „sehr gute Erfolgsaussichten“ bescheinigt. Als „städtebauliches Pfund“ bezeichnete Mörsdorf die geplante Sanierung der Hohenburgschule – ebenfalls mit Fördergeldern. Hier stehe man zeitlich unter Druck, er sei aber optimistisch, dass „wir das bis Ende 2022 schaffen“.

Mörsdorfs Vorgänger, Neubürgermeister Michael Forster, griff in seiner Rede die Autobahnpläne auf. Beim Ausbau des A 6-Anschlusses sei man ein großes Stück weitergekommen. Die Planungsreife sei erreicht, das Land könne zeitnah die Arbeiten ausschreiben und dann beginnen. Forster machte auch deutlich, dass seiner Auffassung nach die drei Straßenprojekte allesamt wichtig seien, da sie nur gemeinsam zu einer Entlastung der Bürger beitragen könnten. Landtagspräsident Stephan Toscani versprach, dass das Land die Kommunen im Rahmen des Saarlandpaktes ab 2020 entscheidend entlasten werde. 20 Millionen Euro flössen dann jährlich. Davon profitiere auch Homburg, das derzeit zu den am meisten verschuldeten saarländischen Kommunen zähle. „Aus eigener Kraft könnte die Kreisstadt eine Entschuldung nicht schaffen“, so Toscani.

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