Bunt gemischt in die Zukunft

Mit einem weit greifenden Programm hat das Homburger Sinfonieorchester sein Neujahrskonzert bestritten. Mit Walzern bis hin zu Filmmusik spielten die Musiker quasi ein Best-of der zurückliegenden Jahre.

Auf der Bühne ein gut aufgelegtes Homburger Sinfonieorchester, im Saal kaum noch ein freier Platz: Die erste von zwei Aufführungen des Homburger Neujahrskonzerts im Kulturzentrum Saalbau am gestrigen Sonntag konnte schon von Beginn an Punkten. Ohne Zweifel, die Veranstaltung hat sich mit den Jahren vor allem auch zu einem gesellschaftlichen Event entwickelt - auch begründet im Fehlen eines eigentlichen städtischen Neujahrsempfangs.

Dass aber dessen Charakter auch beim traditionellen Konzert mitschwingt, das verdeutlicht in jedem Jahr die kurze Ansprache des Homburger Oberbürgermeisters. Und Rüdiger Schneidewind wandte sich noch vor dem ersten Ton mit einer eindringlichen Botschaft an die Gäste der Vormittagsvorstellung. "Das Jahr 2016 hat leider nicht so einfach begonnen. Ich möchte heute morgen gar nicht näher auf die Problemlagen eingehen. Nur eines vielleicht: Schwierige Themen sind nicht mit einfachen Lösungen zu regeln. Deswegen darf man nicht einfachen Parolen von Extremisten verfallen, egal von welcher Seite. Ich bin mir sicher, dass die starken demokratischen Kräfte in Deutschland und Europa diese Probleme am ehesten lösen können."

Nach diesen, durchaus bedeutungsschweren Worten zu Beginn war es dann an Jonathan Kaell, dem musikalischen Leiter des Homburger Sinfonieorchesters, gemeinsam mit seinem Musikerinnen und Musikern und einem facetten- und abwechslungsreichen Programm ins neue Jahr zu starten. Eben das Programm beschrieb Michael Schurig, der erste Vorsitzende des Orchesters, so: "Wir beginnen mit einer wunderschönen Ouvertüre von Offenbach, spielen mit Strauss' ‚An der schönen Donau' den schönsten aller Wiener Walzer . Es ist aber auch einen französischen Walzer zu hören, der vom Charakter her ganz anders ist." Der Morgen solle, wie Schurig ausblickte, aber auch gefühlsbetonte Stücke, so von Lehar, bringen, die den beiden Gesangssolisten - Elisabeth Wiles (Sopran) und Carlos Moreno Pelizari - Raum ihre Kunst verschaffen sollten. Und auch derzeit absolut Angesagtes sollte erklingen, so der "Imperial March" aus Star Wars. Schurig: "Darauf freue ich mich am meisten." In der Summe, und auch das verdeutlichte Schurig im Gespräch mit unserer Zeitung, sei das Neujahrskonzert auch ein "Best of" der zurückliegenden Jahre, "die besten Stücke aus der Vergangenheit sollen heute noch mal wiederholt werden." Der Titel des Konzertes, "Jubiläumsrevue", wies dabei deutlich in die nahe Zukunft. Denn: 2016 feierte das Homburger Sinfonieorchester sein 50-jähriges Bestehen - und das gebührend. "Am 22. Mai findet aus diesem Anlass im Sportzentrum Erbach ein großes Konzert als Matinee statt. Aufgeführt wird die Carmina Burana, vom Orchester und einem eigens dafür geschaffenen Projektchor." Damit bildete das Neujahrskonzert den Auftakt für ein besonderes Jahr des Homburger Sinfonieorchesters. Und das soll neben dem Jubiläumskonzert im Mai auch noch einen großen Konzertabend im Saalbau bringen, "da wird das Programm aber noch nicht verraten", blieb Schurig gestern mit einem Augenzwinkern schweigsam.

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