Bürger wollen Friedhöfe retten

Ziel der Bürgerinitiative ist es, so Sprecher Heini Glaser, die Schließung der Friedhöfe „um jeden Preis“ zu verhindern. Gebe es kein geschlossenes Votum gegen die Schließung, strebe man eine Verwaltungsklage an.

Die vorgesehene Teilschließung der vier kleinen Friedhöfe Altbreitenfelderhof, Websweiler, Ingweiler und Wörschweiler sorgt noch immer für Empörung bei Teilen der Bevölkerung in den betroffenen Stadtteilen (wir berichteten mehrfach). Jetzt trafen sich einige Mitglieder der Initiative zur Rettung der Friedhöfe um deren Sprecher Heini Glaser zu einer Infoveranstaltung in der Gustavsburg in Jägersburg , um mit den Fraktionsvorsitzenden der im Stadtrat vertretenen Parteien über das Thema Reduzierung der zugelassenen Grabarten/Ausschluss von Grabbestattungen zu diskutieren.

Michael Forster (CDU ), Gerhard Wagner (SPD ), Georg Weisweiler, Barbara Spaniol (Die Linke ) sowie Christian Hau (parteilos) waren ebenso wie die Ortsvorsteher von Jägersburg , Jürgen Schäfer, und von Wörschweiler, Reinhold Nesselberger, der Einladung der Initiative gefolgt. Zu Beginn hatte Glaser noch einmal die Sachlage ausführlich dargestellt und sich für den Erhalt der Friedhöfe stark gemacht. Ziel der Initiative sei es, "eine Änderung der Friedhofssatzung mit allen Mitteln zu verhindern", appellierte Glaser an die Kommunalpolitiker, geschlossen gegen die Satzungsänderung zu stimmen.

"Ansonsten wird die Bürgerinitiative eine Verwaltungsklage einreichen", kündigte er an. "Wir wollen den Friedhof nicht betreiben, sondern nur eine ehrenamtliche Tätigkeit vollziehen, um der Stadt Geld zu sparen", betonte Ute Stalter. Mit der Kostenaufstellung, die "unser kleiner Friedhof in Altbreitenfelderhof verursachen soll", sei die Bürgerinitiative nicht einverstanden. Es wäre Zeit, endlich mal ein Signal zu bekommen, denn wir wollen nicht länger hingehalten werden", forderte Christel Steitz, einen Schlussstrich zu ziehen: "Es reicht jetzt!". Um der Stadt Geld zu sparen, könnte man zur Pflege der Friedhöfe auch Grünpaten einsetzen, schlug sie eine entsprechende Prüfung vor. Forster erinnerte an den Antrag der CDU-Fraktion, dass die Verwaltung prüfen soll, in welcher Weise Friedhöfe durch private Träger oder durch Einbindung von Grünpaten weitergeführt werden können.

Heini Glaser wies darauf hin, dass sich in Altbreitenfelderhof ein sechs Mann starkes Team bereit erklärt und verpflichtet habe, in den nächsten Jahren ehrenamtlich die Pflege des Friedhofes zu gewährleisten. Diskutiert wurde auch der Kompromissvorschlag, "bedeutende Flächen aus allen bestehenden Homburger Friedhöfen herauszuholen", denn dies wäre dann auch eine Teilschließung und würde die Finanzlage der Stadt entlasten.

"Wir müssen eine Brücke bauen", meinte Weisweiler. "Es muss eine Lösung her", forderte Nesselberger. Während Barbara Spaniol die von der Verwaltung beabsichtigte Teilschließung als "einen Schnellschuss" bezeichnete, wiesen Forster und Wagner auf einen bereits genehmigten und beschlossenen Haushalt hin.