Brandschutz-Problem beim Campingplatz Königsbruch

Bebauungsplan soll her : Brandschutz-Problem beim Campingplatz Königsbruch

Die Stadt Homburg rechnet mit „gewissen Härten“ bei der gerade laufenden Aufstellung eines Bebauungsplans. Einige Häuschen sind vom Abriss bedroht. Mit dem Bebauungsplan sollen die eigentlich illegalen Bestandsbauten um die Weiher nachträglich legalisiert werden.

Bis auf dem Campingplatz am Königsbruch-Weiher zwischen Bruchhof und Waldmohr alles mit rechten Dingen zugeht, dürfte es noch dauern. Heißt: Das letzten Sommer angestoßene Bebauungsplanverfahren, in dessen Zuge die Bauten rund um die Gewässer legalisiert werden sollen, wird wohl nicht mehr in diesem Jahr im Stadtrat behandelt.

Rückblick: Tritt man am Campingplatz Königsbruch durch das Eingangsportal und läuft entlang der Gewässer, fühlt man sich wie im Urlaub. Keine Zelte sind dort aufgeschlagen, die Ufer idyllisch bebaut mit transportablen wie fest installierten Wohnwagen, Kleinwochenend- und großzügigeren Wochenendhäusern, nicht selten üppig begrünt. Allesamt in den letzten Jahrzehnten errichtet, doch nicht alle baurechtlich genehmigt. Und für so manchen nicht nur für ein paar Tage im Jahr Rückzugsort vom Arbeitsstress, sondern mehr oder weniger dauerhafter (Zweit-)Wohnsitz.

Daher hatte der Stadtrat schon im Juli 2018 entschieden, den Flächennutzungsplan des Gebietes zu ändern und über das 19,3 Hektar umfassende Gelände einen Bebauungsplan zu legen, mit der Folge, dass die Bestandsbauten nachträglich genehmigt werden sollen.  Initiiert hatte das der neue Eigentümer des Campingplatzes, der von der Firma Campingplatz Königsbruch betrieben wird, vertreten durch Steven Enkler. Er will auch die Kosten für die Änderung des Flächennutzungsplans übernehmen.

Was ist in der Zwischenzeit geschehen? Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff erklärt, man habe ein privates Unternehmen eingeschaltet. Das Bebauungsplanverfahren, zuletzt auch Thema in der Februar-Sitzung des Stadtrats, laufe seit geraumer Zeit. „Im März/April 2019 wurden insgesamt 86 Behörden und Träger öffentlicher Belange am Bebaungsplanverfahren beteiligt. Viele Behörden haben sich gemeldet, unüberwindbare Hürden sind nach Auskunft der beauftragten Firma nicht zu erkennen.“

Inzwischen seien auch weitere Arbeiten im Rahmen der Umweltprüfung durchgeführt worden. Aktuell werde für das Gelände eine genaue Einmessung erstellt. Sobald diese und ein Brandschutzkonzept abgeschlossen seien, könne nach dem Abarbeiten aller gemeldeten Belange der zweite Verfahrensschritt durchgeführt werden. Doch das Thema Brandschutz werde nach Ansicht der Stadt „recht viel Zeit in Anspruch nehmen, da das Gelände mit den aufstehenden Gebäude in mehreren Jahrzehnten ohne Bebauungsplan so gewachsen ist wie es sich heute darstellt. Ein schlüssiges Brandschutzkonzept dürfte hier sicherlich gewisse Härten mit sich bringen“. Dürfte heißen: Manche Gebäude stehen zu dicht beisammen. Möglicherweise droht einigen Bauwerken der Abriss, weil die Gefahr zu groß ist, dass sich im Brandfall ein Feuer dort ungehemmt ausbreitet.

Der nächste Verfahrensschritt ist laut Kruthoff die Erarbeitung eines abgestimmten Entwurfs, der vom Stadtrat beschlossen werden müsste.  Anschließend würde die Beteiligung von Bürgern und Behörden innerhalb einer vierwöchigen Beteiligungsfrist erfolgen. Konkret würde dieser vom Stadtrat beschlossene Entwurf vier Wochen im Bauamt offen ausgelegt, sodass sich alle Interessierten diesen genau ansehen und dazu äußern können. Abschließend käme es dann zu einer erneuten Entscheidung im Stadtrat.  Eine Prognose, wann diese erfolgen könne, wage Kruthoff derzeit nicht abzugeben.

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