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Bodenständig, bescheiden, schnell

Bodenständig, bescheiden, schnell

In die Amtszeit von Wolf-Ingo Steudel fielen wegweisende Entscheidungen für den Homburger Campus. Bei der Verabschiedung wurde insbesondere aber auch die bescheidende Art des Ärztlichen Direktors in den Reden herausgestellt. Er habe sich großen Respekt erarbeitet.

Das Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg bekommt morgen einen neuen Ärztlichen Direktor. Es ist der 48-jährige Professor Bernhard Schick, der Direktor der Hals-Nasen-Ohrenklinik (HNO) auf dem Homburger Campus. Er übernimmt die Aufgaben von Professor Wolf-Ingo Steudel, der seit dem Jahr 2000 in dieser Funktion tätig war und sich zum Monatsende mit 71 Jahren in den wohl verdienten Ruhestand verabschiedet (wir berichteten). Am Montagabend war nun offizieller Stabwechsel mit Vertretern aus der Saar-Politik, aber auch in Anwesenheit zahlreicher Klinikdirektoren.

Bernhard Schick, 1967 in Marburg geboren, kam im Jahr 2000 nach Homburg , zunächst als leitender Oberarzt in der HNO, 2003 folgte die Habilitation. Wie sein Vorgänger engagiert er sich seit Längerem im Verein der Freunde des Universitätsklinikums. "Auf dem neuen Boden, auf dem ich lande, werde ich gut stehen", freute sich der Steudel-Nachfolger auf seine künftigen Aufgaben im Klinikum, er sei sich sicher, dass er sowohl von den Kollegen in den Klinikleitungen als auch von den Mitarbeitern unterstützt werde. Der künftige erste Mann stand am Montagabend im Personalcasino des UKS jedoch noch nicht im Mittelpunkt des Geschehens. Galt es doch, dem bisherigen Chef, Wolf-Ingo Steudel, gebührend Dank zu sagen und ihn für sein umsichtiges Arbeiten in den vergangenen fünf Jahren zu loben. Verwaltungsdirektor Ulrich Kerle bei der Begrüßung: "Professor Steudel ist Schwarzwälder, Neurochirurg, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKS. Der Schwarzwald steht für Bodenständigkeit, der Neurochirurg für schnelle Entscheidungen, die beiden letztgenannten Ämter für den Mut und die Bereitschaft, neue Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen." Steudels Arbeit der vergangenen fünf Jahre bezeichnete Kerle denn auch als "schnell, zackig und kameradschaftlich". Für ihn seien die Mitarbeiter das wertvollste Gut gewesen.

Staatssekretär Jürgen Lennertz würdigte ebenfalls die Verdienste Steudels, gerade vor dem Hintergrund zahlreicher Großinvestitionen und Richtungsentscheidungen am UKS-Standort, wie zum Beispiel dem Neubau der Inneren Medizin. Im Uniklinikum gehe es um die "Vitalinteressen des gesamten Landes - mit Gesundheitsversorgung, Forschung und Lehre". Steudel habe als Ärztlicher Direktor angestrebt, das UKS noch leistungsfähiger zu machen. Unter ihm seien die Krankenhaus-Hygiene entscheidend verbessert und neue medizinische Zentren gegründet worden. Schon vor seiner Arbeit als Ärztlicher Direktor habe Steudel in Homburg wichtige Arbeit geleistet. "Er hat die Neurochirurgie damals in einer schwierigen Phase übernommen und in ein ruhiges Fahrwasser geführt", erinnerte Lennertz. Professor Steudel selbst bedankte sich abschließend ausdrücklich bei seinem Vorstandskollegen Ulrich Kerle, mit dem er in den fünf Jahren vertrauensvoll zusammengearbeitet habe.