Bis 13. September sind in Homburg Fotos von Hartmut Petrus zu sehen

Foto-Ausstellung in Homburg : Die Ansichtssachen des Hartmut Petrus

Fotograf Hartmut Petrus hat in seiner aktuellen Ausstellung in Homburg einen weiten thematischen Bogen gespannt: von Naturfotografie über sakrale Motive bis hin zu Ausschnitten aus dem Lebensumfeld.

Bis zum 13. September sind in der Zentrale der Kreissparkasse Saarpfalz am Homburger Christian-Weber-Platz insgesamt 24 großformatige Fotografien des Homburger Fotografen Hartmut Petrus zu sehen. Und was dort zu sehen ist, ist wirklich sehenswert. In seiner Schau spannt Petrus den Bogen weit über ganz unterschiedliche Themen hinweg – von der Naturfotografie über das Ablichten sakraler Motive bis hin zu Stillleben und gelungenen Ausschnitten aus dem Lebensumfeld.

„Ansichtssachen“ nennt Petrus das, was er derzeit zeigt – aus gutem Grund, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung schildert. „Zeichnungen, Bilder, Graffiti, Fotos sind im eigentlichen Sinn Ansichtssachen. Ob sie sehenswert sind, unterliegt der Beurteilung des Betrachters.“ Was ihn selbst bei seinem fotografischen Schaffen antreibt, das beschreibt der 1944 im oberschlesischen Oppeln geborene Petrus so: „Ich versuche, bei meinen Aufnahmen die Eigenartigkeit und Unverwechselbarkeit der Objekte in Form und Farbe darzustellen. Ein logischer Bildaufbau soll sichtbare Proportionen erzeugen. Die Unverwechselbarkeit erfordert formale Prägnanz, die bisweilen auch an das Plakative grenzen kann.“

Dabei müsse er das, was er fotografieren wolle, „in Hinterkopf sehen, bevor ich auf den Auslöser drücke. Ich muss sagen: Das ist es!“ Dieser Ansatz erfordere, gerade bei der Fotografie von Tieren, viel, viel Geduld, bis sich ein Motiv eben genau so ergebe, wie er es sich vorstelle. „Man muss das Motiv erlaufen, man muss das Motiv ersitzen – und man muss ein bisschen Glück haben.“

Auf diesem Weg, und das beweist die aktuelle Ausstellung, hält Petrus ganz besondere Momente für die Ewigkeit fest, reißt sie quasi aus dem Fluss der Zeit und lässt sie für den Betrachter still stehen: Dabei ist Petrus‘ Bildprache tatsächlich sehr konzentriert, wenig lenkt vom Kern des Fotos ab, der Bildaufbau tut ein Übriges, um jede Uneindeutigkeit wegzuwischen. Verklausulierungen sind seine Sache nicht, der frühere Schulleiter pflegt in seinen Fotografien das „offene Wort“. Das macht es für den Betrachter einfach, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Beim Weg vom Motiv über die Kamera bis zur Ausbelichtung nutzt Petrus dabei auch den Computer als Werkzeug. Wenn es thematisch passt, kommt schon mal die Technik der so genannten High Dynamic Range (HDR) zum Einsatz, ein Verfahren zur Steigerung des Kontrast-Umfangs – in der aktuellen Ausstellung zu sehen bei einem Sonnenblumen-Motiv. Bei einem anderen Werk, der Ablichtung eines Kornfeldes, hat Petrus alle Farben entnommen, bis auf das Blau der Kornblumen. „Wenn ich dieses Motiv mit all seinen Farben fotografiere, dann ist genau das nicht stark ausgeprägt, um was es mir geht und was ich möchte. Ich will das Blau haben, deswegen habe ich alle anderen Farben entfernt.“Bei der Konzeption einer Ausstellung sei die Auswahl der zu zeigenden Werke der schwierigste Teil. Was diese Auswahl vor diesem „Qual-der-Wahl“-Hintergrund aktuell auszeichnet, ist eben die große Vielfalt, auch bei der rein formalen Präsentation der Arbeiten. So ist eine Fotografie auf Leinwand aufgezogen.

Wenn man sich nun mit Hartmut Petrus über seine Fotografien und sein Fotografieren unterhält, dann stellt man schnell fest: Er ist ein Reisender, nicht nur tatsächlich, sondern auch im übertragenen Sinne. Seine Motive findet er auf langen Fototouren in der ganzen Region und darüber hinaus, aber auch vor der eigenen Haustür. Und was er da zusammenträgt, dass ist ein Querschnitt durch das, was uns täglich umgibt. Petrus schafft es dabei, den Blick auf das zu lenken, was einem oft im Alltag entgeht. Oder er schafft es, Konstellationen des Alltäglichen als echte Ansichtssache zu fokussieren und auf den Punkt zu bringen.

Und noch etwas zeichnet Petrus und seine aktuelle Ausstellung aus: Für einen kleinen Preis verkauft er als Teil der Schau Fotokarten mit seinen Motiven, der Erlös geht an ein Kinderhaus in Kathmandu.

Mehr von Saarbrücker Zeitung