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Biotop-Verein Beeden erhielt die Paul-Haffner-Naturschutzmedaille

Minister überreicht Preis : Beeder Biotop-Verein erhielt Naturschutzmedaille

Umweltminister Reinhold Jost würdigt Projekt als herausragend. Es sei eine echte Erfolgsgeschichte im saarländischen Naturschutz.

Es bietet ungewöhnliche Ausblicke und Erholungssuchende finden hier eine Auszeit in faszinierender Umgebung. Die Rede ist vom Beeder Biotop. Dass es das überhaupt gibt, dafür steht der Biotop-Verein Beeden. Nun wurde er für seinen langjährigen Einsatz ausgezeichnet. Der Minister für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes, Reinhold Jost, verlieh dem Verein die Paul-Haffner-Naturschutzmedaille für seine Bemühungen um die Schaffung und Betreuung des im Beeder Bruch angelegten Biotops, hieß es in einer Mitteilung weiter. Die Naturschutzmedaille nahmen Gerhard Wagner, Roland Lambert und Karl-Theo Dzieia in Saarbrücken entgegen.

Jost unterstrich: „Mit der Paul-Haffner-Naturschutzmedaille werden Einzelpersönlichkeiten sowie Gruppen und Initiativen geehrt.“ Und eine solche Initiative sei der Biotop-Verein Beeden. Der Minister warf auch einen Blick zurück auf die Anfänge des Vereins. Die Vereinsgründung sei ein lang gehegter Wunsch von „Storchenvater“ Gustav Zimmermann und seinen Mitstreitern Urban Leis und Kurt Lambert sowie von Gerhard Wagner gewesen.

Und weiter: Mit dem Weißstorch, der im Frühjahr 1997 in Beeden gelandet war, fing alles an. Um den Lebensraum für die Störche, die im Bliestal seit 1966 nicht mehr nachgewiesen wurden, attraktiver zu machen, bot sich das Feuchtgebiet im Beeder Bruch an.

Es wurden unter Aufsicht und mit Beratung von Gustav Zimmermann mit privaten Spende Flutmulden als Wasserflächen angelegt. Die Flächen mussten aber offen gehalten werden. Hierzu wurden Heckrinder, Wasserbüffel und Koniks, eine Ponyrasse aus dem mittel- und osteuropäischen Raum, angeschafft, die diese Aufgabe durch Beweiden übernahmen. So können die Störche auf den Wiesen Nahrung für ihre Jungen finden. Für die Haltung dieser Tiere ist Roland Lambert vom Bliesbergerhof zuständig. Er ist gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des Beeder Biotop-Vereins. Die Wasserflächen ziehen viele Wasservögel wie Enten, Gänse und Reiher an. Die beweideten Flächen umfassen, mit den Wasserflächen, knapp 48 Hektar. Das komplette Vogelschutzgebiet knapp 130 Hektar. Jost: „Der Großteil des beweideten Gebietes wurde von der Stadt Homburg für dieses wichtige Projekt zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2007 wurde der Biotop-Verein Beeden von den Personen gegründet, die sich schon von Anbeginn an für das Projekt im Beeder Bruch einsetzten. Vereinsziel ist es, die Artenzusammensetzung der in der Bliesaue lebenden Tiere zu verbessern.“

Erster Vorsitzender des Biotop-Vereins ist seit Gründung des Vereins Gerhard Wagner. Der Verein unterstützt das Beeder Biotop-Projekt in Form von Pflegemaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit.

„Der Arbeit des Biotop-Vereins ist es mit zu verdanken, dass der Beeder Bruch, wie diese Fläche auch genannt wird, ein Vogelschutzgebiet von europäischem Rang ist und eine Vielzahl von außergewöhnlichen Tieren und Pflanzen beheimatet. In den Resten der ursprünglichen Auwälder, den Schilfbeständen und Hochstaudenfluren, den Tümpel und Teichen und dem ausgedehnten Wiesenbereichen wurden bereits mehr als 140 verschiedene Brut- und Rastvogelarten nachgewiesen“, unterstrich Jost. Das alles sei Ergebnis der engagierten und fachkundigen Bemühungen des Biotop-Vereins Beeden. „Sie haben ein herausragendes Naturschutzprojekt geschaffen und setzen sich für dessen Erhalt und Weiterentwicklung ein“, lobte der Minister.

Er selber habe bereits im Jahr 2017 die Freude gehabt, den Verein zu besuchen und einige der Gründungsmitglieder und verdiente Mitstreiter zu ehren, machte Jost deutlich. „Der Biotop-Verein ist eine Erfolgsgeschichte im saarländischen Naturschutz, auf die der Verein stolz sein kann und wofür er die Paul-Haffner-Naturschutzmedaille mehr als verdient hat.“

Gerhard Wagner ist der Vorsitzender des Biotop-Vereins. Foto: Ulrike Stumm
Drei Jungstörche sind im Nest im Beeder Biotop zu sehen. Sie finden hier einen geeigneten Lebensraum. Foto: Karl-Theo Dzieia

Der Biotop-Verein selbst sieht die Auszeichnung als Bestätigung seiner bisherigen Arbeit, an der die Mitglieder auch ihren Anteil haben. Der Vorstand will, sobald die Corona-Pandemie es zulässt, diese Ehrung gerne mit seinen Mitgliedern gebührend feiern.