Bildhaftes Gedächtnis Homburgs

Noch bis zum 30. September zeigt er die schönsten Orte seiner Heimatstadt Homburg: Der Maler Oswald Klaus hat fürs Atrium der HNO-Klinik des Uniklinikums 30 Gemälde ausgewählt: Vom Schlossberg über die Altstadt bis zur Kirrberger Merburg geht die Reise.

Von Homburg zu den Sternen: Ohne Zweifel, der Homburger Maler Oswald Klaus spannt mit seiner aktuellen Ausstellung im Atrium der HNO-Klinik des Universitätsklinikums einen wirklich weiten Bogen. Unzweifelhaft aber auch: Homburg mit seinen schönsten Seiten steht eindeutig im Mittelpunkt der rund 30 Gemälde umfassenden Schau - auch wenn drei Werke farbkräftig dem Universum gewidmet sind.

Der gebürtige Homburger Klaus hat mit den Jahren ein bildhaftes Gedächtnis seiner Heimatstadt geschaffen. Der Schlossberg, die Altstadt, die Kirrberger Merburg, der Waldpark Schloss Karlsberg: All das und vieles mehr hat Klaus in seinen Arbeiten festgehalten, auf eine angenehm gegenständliche und zugängliche Art und Weise. "Homburg in ganzer Vielfalt" hat der 1931 geborene Klaus seine Ausstellung betitelt. Und eben die markiert einen besonderen Wegepunkt in der Geschichte der HNO-Klinik als Kunstort. "Das ist die zehnte Ausstellung hier in der HNO. Und das macht einen Menschen, der die Kunst liebt, einfach glücklich. Denn es zeigt, dass es hier inzwischen eine Tradition gibt", freute sich Professor Bernhard Schick, Direktor der HNO. Dabei sei eine von Homburg geprägte Ausstellung wie die von Oswald Klaus ein gutes Instrument, um ein für ihn wichtiges Ziel zu erreichen, so Schick: "Ich möchte die Klinik gerne in der Stadt, im schönen Saarpfalz-Kreis und im Saarland verankern."

Als Motor der Klaus'schen Ausstellung kam Homburgs Alt-Oberbürgermeister Reiner Ulmcke die Aufgabe zu, als Laudator in die Schau einzuführen. Vor zahlreichen Gästen, darunter auch Homburgs Bürgermeister Klaus Roth, würdigte Ulmcke Oswald Klaus als einen, der "inzwischen als Maler eine Perfektion erreicht hat, die sich sehen lassen kann." Dabei käme Malern wie Klaus die Aufgabe zu, Betrachter zum genauen Hinsehen zu animieren. Ulmcke: "Wir leben in einer Zeit der Bilderflut. Deswegen sind wir oft nicht mehr in der Lage, hinter die Dinge zu blicken." Bei den Bildern von Oswald Klaus sei es hingegen so, "dass wir gerne und mehr als einmal hinschauen".

Bei den Themen greife Oswald Klaus auf Orte der Homburger Geschichte zurück, so eben auf die Ruinen der Hohenburg, von Schloss Karlsberg, der Merburg "oder vom Beeder Turm". So sei der geschichtsbewusste Klaus auch ein Chronist der Zeit, "denn seine Bilder haben ja einen bleibenden Wert, auch in der Zukunft". Klaus' langjährige Tätigkeit als Werkstattleiter am Klinikum habe, so Ulmcke, auch zu einer starken Verbindung zu diesem Ort geführt. "Und das wirkt sich natürlich auch in einigen Bildern aus, die den Jugendstil im Klinikum darstellen." Ulmcke wies auch nachdrücklich auf Oswald Klaus' Arbeiten im öffentlichen Raum hin, so auf seine Wandmalereien in St. Fronleichnam und auf sein Wirken im Kirrberger Pfarrheim.

Oswald Klaus selbst war anlässlich der Vernissage am vergangenen Montagabend ein gefragter Mann. Immer wieder luden seine Arbeiten zum Gespräch ein, wurde mit dem Künstler über Homburgs geschichtsträchtige Orte gesprochen, sich gemeinsam erinnert. Da lag natürlich eine Frage ganz besonders nahe: Welche Orte ihm selbst in seiner Heimatstadt am Besten gefallen? Oswald Klaus' klare Antwort: "Der Schlossberg, die Altstadt, die Gegend um Kirrberg und die Klinik natürlich."

Die Ausstellung "Homburg in ganzer Vielfalt" von Oswald Klaus ist noch bis zum 30. September im Atrium der HNO-Klinik des Universitätsklinikums zu sehen.