Berufsbasar am Gymnasium Johanneum in Homburg

Ausbildungssituation : Elftklässler schnupperten in Berufswelt

23 Ausbildungsberufe und Studiengänge stellt sich beim Berufsbasar am Homburger Johanneum vor.

„Die Vielzahl von Berufen, Studiengängen und verschiedenen Abschlüssen überfordert die Schüler“, meinte Lehrerin Susanne Zorn beim schon 20. Berufsbasar, den das Gymnasium Johanneum in Homburg organisierte. In der Schulmensa wurden deswegen den Elftklässlern 23 verschiedene Berufsfelder und Studiengänge von fachkundigen Dozenten vorgestellt. Diese hielten den gleichen Vortrag fünf Mal nacheinander, damit möglichst viele Schüler in Kleingruppen davon profitieren konnten. Das ging von der Architektur über die Bundespolizei oder die Informatik bis zu Psychologie und Unternehmensberatung.

„Wir decken ein breites Spektrum ab. Unser Gesamtkonzept zur Berufsvorbereitung an der Schule ist ein sehr gutes“, meinte Lehrer Christian Linn, der mit seiner Kollegin Susanne Zorn den Basar organisierte. Den meisten Zuspruch erfuhren die Vorträge über die Studiengänge Medizin, Pharmazie und Jura. Danach kamen Bundeswehr, Bundespolizei und Landespolizei sowie Journalismus. Die 16-jährige Elena Herrmann, die den EU-Zweig der Schule besucht und ein deutsch-französisches Abitur ablegen wird, interessierte sich für das deutsch-französische Hochschulinstitut DFHI. Dort könne sie zum Beispiel Wirtschaft und Informatik zweisprachig studieren. Ansonsten geht ihr Berufswunsch in Richtung Medizin und Pharmazie. Ebenfalls im Vortrag über das DFHI, der von dessen Direktor Thomas Bousonville gehalten wurde, war Nataly Abou Asali. Die 16-jährige belegt auch den EU-Zweig, lernt also schon seit sechs Jahren Französisch. Ein Auslandssemester in Frankreich würde ihr gut gefallen, ansonsten tendiert sie zu den Studienfächern Medizin oder Psychologie.

Gerade die vielfältigen Bereiche des letzteren Faches fand sie interessant. Dass die Schüler ein differenziertes Bild der verschiedenen Berufsfelder erhalten, war Susanne Zorn besonders wichtig: „Unsere Schüler haben noch so diese klassischen Bilder im Kopf. Dafür ist der Berufsbasar da, dass sich das noch etwas ausdifferenziert. Dass sie wissen, okay, vielleicht kann ich in diese Richtung gehen, aber ich möchte mich dann noch darin spezialisieren.“ Das konnte Referent Michael Ring, Studienkoordinator für Pharmazie an der Universität des Saarlandes, nur bestätigen: „Gerade zu uns kommen oft Studierende mit völlig falschen Vorstellungen von den Inhalten und Anforderungen des Studiums. Andere wiederum wären gut für ein Pharmaziestudium geeignet, haben aber das Fach nicht auf dem Schirm oder entscheiden sich aus falschen Vorstellungen dagegen.“ Auch der Saarbrücker Rechtsanwalt Christian Thum kennt die Klischees, die viele Menschen aus Film und Fernsehen von seinem Berufsstand haben. „Insoweit ist es mir ein Anliegen, den Schülern bei der Berufswahl zu helfen und diesen insbesondere zu schildern, wie der Arbeitsalltag eines Rechtsanwaltes aussieht.“

Der 17-jährige Schüler Tim Bromisch war am meisten von den Vorträgen über die Bundeswehr und den Studiengang Informatik angetan. Womöglich wird er beides kombinieren: „Ich könnte bei der Bundeswehr Informatik studieren und als Soldat ausgebildet werden.“ Das relativ hohe Einstiegsgehalt würde ihm auch gut gefallen, weniger, dass er sich für 13 Jahre verpflichten müsste und auch ins Ausland geschickt würde. Nach Susanne Zorns Erfahrungen bestätigt sich für viele Schüler das, was sie sich vorher schon überlegt hatten. Sie nutzten dann den Berufsbasar dazu, erste Kontakte zu knüpfen, etwa für ein Praktikum. Wichtig sei aber auch, wenn manche Schüler feststellten, dass ein bestimmtes Gebiet gar nicht ihren Interessen entspreche. Oder dass sie bestimmte körperliche oder gesundheitliche Voraussetzungen gar nicht erfüllten, etwa für eine Karriere bei der Bundespolizei. „Dann überlegen sie nicht zwei Jahre lang umsonst, ob sie das später mal machen werden.“

Alles in allem sei die Veranstaltung wieder sehr gut verlaufen, so Susanne Zorn: „Die Schüler haben das Abitur im Blick, aber wir wollen ihnen die Perspektiven für danach aufzeigen. Ich glaube, da sind sie bei dem Berufsbasar alle ein Stückchen weitergekommen.“

Mehr von Saarbrücker Zeitung