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Bernard Smith begeistert in der Region Homburg als Sänger

Musiker aus dem Raum Homburg : Von der Air Base ans Mikrofon

Bernard „Smitty“ Smith als Soul- und Bluessänger begann erst spät. Mit 68 Jahren begeistert er die Fans immer noch.

Das Verrückte an der Biographie von Bernard „Smitty“ Smith, dem großartigen Soul- und Bluessänger, ist, dass er erst im Alter von 43 Jahren so richtig mit dem Singen angefangen hat. Vielleicht lag das ja daran, dass er, wie seine Lebensgefährtin Marion Thiele-Zapata meint, sehr bescheiden sei und sich nie in den Vordergrund dränge. Smith wurde 1951 geboren und wuchs in Miami und eher bescheidenen Verhältnissen auf. Er stammt aus einer  musikalischen Familie.

„Wir sind insgesamt zehn Geschwister und außer zwei sind alle musikalisch.“ Vor allem seine Schwester Helene Smith hat es in Florida zu größerem Ruhm gebracht. „Man nennt sie die Queen of Miami-Sound“, sagt Smith und zeigt ein Buch namens „Florida Soul“, das ein Kapitel seiner Schwester widmet. In dem Dokumentarfilm „Deep City: The Birth of the Miami Sound“ spielt Helene Smith eine große Rolle. Darauf ist „Smitty“ sehr stolz. Er selbst hörte schon früh die Soulstars Marvin Gaye, The Four Tops und Isaac Hayes. Doch sein eigenes Talent musste noch lange in ihm schlummern. Bernard Smith kam 1982 nach Deutschland, er ist Meister in Flugzeugtechnik und war zunächst fünf Jahre auf der Air Base in Spangdahlem stationiert. Weil ihm dort in der Eifel die Umgebung gar zu langweilig wurde, bewarb er sich für die Air Base in Ramstein, wo er bis 1990 arbeitete. Als Angestellter des US-Militärs war er in der Lage, nach 21 Jahren Dienst schon einen Rentenantrag zu stellen, danach konnte er sich bis 2010 noch im Lager des Air Base-Einkaufszentrum etwas dazu verdienen. Seit sechs Jahren wohnt Smith nun in Homburg.

Das mit dem Singen kam aber schon früher, im Jahr 1994, und zwar so: „Ich habe in Schönenberg-Kübelberg gewohnt und dort in der Kneipe immer zwei Songs gesungen, ,Country Roads’ und ,Stand by me’. Da hat jemand gewusst, dass eine Band namens Blue Note einen Sänger sucht, die haben mich genommen.“ Diese Formation fiel bald auseinander, doch konnte „Smitty“, wie er in Musikerkreisen genannt wird, mit einem der Musiker, Dieter „Jack“ Jagiela, eine weitere Formation gründen, die Uptown Shufflers. Mit denen wurde er im Saarpfalz-Kreis und der angrenzenden Pfalz als überaus guter Sänger bekannt. So wurde auch die in Saarwellingen beheimatete Showband The New Generation auf Smith aufmerksam. Das Ensemble stellt von acht in der kleinsten bis 28 Musiker in der größten Formation auf die Bühne, dann mit Bläsern und Streichern –  ein Traum für jeden Musiker.

Vor allem für die aufwendigen Weihnachtsshows ist The New Generation bekannt, aber wenn man Smith nach dem schönsten Konzert seines Lebens fragt, dann fallen ihm spontan die alljährlichen Auftritte der großen Formation auf der Freilichtbühne in Hülzweiler ein. „Das ist mitten im Wald, und zwischen der Band und den Zuschauern ist noch ein Wassergraben, in dem Karpfen schwimmen“, schwärmt der 68-jährige. Dieses Jahr ist es am 3. Juli wieder so weit – vorausgesetzt, es finden bis dahin wieder Konzerte statt –, dass die große New Generation-Formation dort auftritt.

Die Uptown Shufflers allerdings existieren nicht mehr: Gitarrist Jagiela hat den Namen für seine neue Band in die USA mitgenommen. Zunächst gründete Smith mit Gitarrist Sepp Stephan, Schlagzeuger Tony Burks und Bassist Joe Andrus die Band Groove Machine. Als Andrus ausschied und der langjährige New-Generation-Bassist Michael Schäfer dazukam, beschloss man, den Namen zu ändern. Jetzt nennt sich die Band Smitty and Blues +. „Das Plus deswegen, damit die Leute wissen, dass wir nicht nur Blues spielen. Aber Blues ist unser Hauptelement.“ Als Sänger hat Smith auch einige schönen Seiten der Erde kennengelernt, so wurde er häufig von Ferienclubs auf Djerba, Lanzarote oder Teneriffa engagiert. Letztere entwickelte sich zu seiner Lieblingsinsel, dort würde er am liebsten eines Tages den endgültigen Ruhestand verbringen und seinem Hobby, dem Angeln, nachgehen. Vorher hat er aber noch Pläne: „Ich will mich mal bei ‘The Voice Senior’ bewerben, der Castingshow für Ältere.“ Und ein besonderes Anliegen hat er noch. Nämlich eigene Songs schreiben. Einen über seinen „Lieblingspolitiker“ Donald Trump hat er schon fast fertig, eine Art Abschiedslied. Da fehle ihm aber noch die richtige Begleitung.

Auf der Bühne ist Smitty in seinem Element. „Es ist für ihn das absolut Größte, wenn er andere glücklich macht mit seiner Musik“, meint Marion Thiele-Zapata. Nie wirkt der Sänger aufgeregt, alles an ihm ist souveräne Coolness. Und dazu kommt eben diese unglaubliche Stimme über mehrere Oktaven, die doch so lange auf ihre Entdeckung warten musste.